Salesforce: Mit Agentforce zur digitalen Arbeitskraft (Foto: Freepik, Shamim25R)
Salesforce galt lange als klassischer CRM-Anbieter. Stabil und stark, aber wenig aufregend. Genau hier liegt ein Denkfehler. Salesforce hat sich von einer reinen SaaS-Anwendung (Software as a Service) hin zu einer Plattform für digitale Arbeitskraft entwickelt. Die Plattform Agentforce ist dabei das neue Flaggschiff und der strategische Wendepunkt.
Die jüngsten Quartale zeigen bereits ein klares Bild. Buchungen beschleunigen sich und ein immer größerer Anteil des Wachstums kommt aus neuen Quellen, während die Profitabilität zunimmt. Doch die Salesforce Aktie reagiert nicht. Der Markt ignoriert die operative Stärke und bleibt skeptisch.
Agentforce als Wachstumsmotor
Agentforce entwickelt sich bei Salesforce zum zentralen Wachstumstreiber: Die KI-basierte Agentforce-Plattform verzeichnete zuletzt ein beeindruckendes jährliches Umsatzwachstum von 330 Prozent mit einem Umsatz von 540 Millionen US-Dollar. Die Summe der bezahlten Agentforce-Deals stieg auf über 9.500, während insgesamt mehr als 18.000 Unternehmen die Lösung nutzen.
Besonders bemerkenswert ist, dass über die Hälfte der neuen Buchungen von bestehenden Kunden stammt, was die starke Bindung und das Upselling-Potenzial unterstreicht. Agentforce sorgt nicht nur für eine Beschleunigung des Umsatzwachstums, sondern trägt auch zur Margenausweitung und zur nachhaltigen Skalierung des Geschäftsmodells bei. Gründer und CEO Marc Benioff sieht in Agentforce den Schlüssel zur nächsten Wachstumsphase und erwartet, dass die Plattform in den kommenden Jahren einen noch größeren Anteil am Gesamtumsatz generieren wird.
Die unterschätzte Stärke der Plattform
Die wahre Stärke der Salesforce-Plattform liegt in der Fähigkeit, KI und Agentforce nahtlos mit bestehenden Unternehmensprozessen zu verbinden. Große Mengen an Unternehmensdaten können zuverlässig verwaltet werden, während automatisierte Prozesse dazu beitragen, die Effizienz zu erhöhen. Gleichzeitig achtet die Plattform auf wichtige Vorschriften wie etwa Datenschutz und IT-Sicherheit. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass KI-Lösungen wie Agentforce nicht isoliert arbeiten, sondern eng mit Mitarbeitern zusammenwirken. Viele Firmen erkennen erst nach und nach, wie flexibel und zukunftssicher die Plattform ist und wie sie damit effektiv ihre Produktivität verbessern können.
Monetarisierung mit Hebelwirkung
Die Monetarisierungsstrategie von Salesforce profitiert stark von der Hebelwirkung, die durch die breite Einführung von Agentforce entsteht. Agentforce ist nicht nur ein eigenständiges KI-Produkt, sondern wirkt als Hebel für zusätzliche Umsätze in der gesamten Salesforce-Plattform. Besonders deutlich wird dies daran, dass viele Bestandskunden nach der ersten Nutzung weitere Kapazitäten („Refill the tank“) nachkaufen und so wiederkehrende Einnahmen generieren. Gleichzeitig führt die Integration von Agentforce in verschiedene Cloud-Angebote dazu, dass immer mehr Kunden mehrere Produkte gleichzeitig nutzen, was den durchschnittlichen Auftragswert und die Margen erhöht.
Mit diesem Ansatz schafft Salesforce eine ganz besondere Kundenbindung, während neue Umsatzquellen erschlossen werden. Dieser Effekt dürfte sich mit zunehmender Verbreitung von Agentforce weiter beschleunigen. Zudem hat Salesforce seine Preismodelle überarbeitet und auf unterschiedliche Anforderungen reagiert. Kunden können nun zwischen nutzungsbasierten Modellen, festen Preisen pro Nutzer bis hin zu langfristigen „All you can eat“-Lizenzen wählen.
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Effizienz statt Wachstum um jeden Preis
Nach Jahren aggressiver Expansion hat Salesforce den Kurs gewechselt. Wachstum ja. Aber nicht um jeden Preis. Die operativen Margen steigen seit mehreren Quartalen, trotz hoher Investitionen in KI und gezielter Übernahmen. Der freie Cashflow erreicht mit 32 Prozent neue Höchststände. Diese Mittel werden diszipliniert eingesetzt. Zu attraktiven Kursen wurden Aktien zurückgekauft, aber auch in Akquisitionen und Innovation investiert. Selbst größere Übernahmen wie Slack oder Tableau belasten die Marge nur temporär, da die Integration kontrolliert erfolgt ist. Die aggressive Expansion ist damit vorbei.
Wettbewerb und Risiken
Natürlich ist Salesforce nicht allein. Hyperscaler und spezialisierte KI-Anbieter drängen in den Markt. Sie verfügen über Infrastruktur, Modelle und Kapital. Doch ihnen fehlt häufig die Kundenbasis. Das größte Risiko liegt weniger im Produkt. Konjunkturelle Unsicherheit kann Investitionsentscheidungen der Kunden verzögern und Integrationen können länger dauern als geplant. Auch ist die nachhaltige Wertschöpfung der Zukäufe fraglich, aber nötig, um zu verhindern, dass der Goodwill in der Bilanz wertberichtigt werden muss.
Dennoch bleibt der strukturelle Trend für Salesforce intakt. Unternehmen benötigen mehr Effizienz und Automatisierung. Genau hier kann Salesforce mit Agentforce die Nachfrage bedienen.
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Salesforce: Bewertung und Fazit
Salesforce wird aktuell wie ein reifer Softwareanbieter mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 5,5 bewertet. Die freie Cashflow-Rendite liegt bei historisch hohen 6 Prozent, genauso wie die Bruttomarge (77,2 Prozent), während der Umsatz im hohen einstelligen Bereich weiter wächst.
Gleichzeitig entsteht mit Agentforce ein neuer Markt mit erheblichem Hebel. Doch die Bewertung reflektiert Skepsis. Skepsis gegenüber der Zukunft, den Akquisitionen, der KI-Monetarisierung und SaaS insgesamt. Ein negatives Sentiment kann lange anhalten, aber für ruhige Anleger auch eine attraktive Chance bieten. Denn die Aktie notiert nun auf einem beispiellos günstigen Bewertungsniveau.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag Salesforce Aktie: Warum Agentforce unterschätzt wird – günstiges Kurs-Niveau erschien zuerst auf ftd.de.