Fundamental gewichtete ETFs bieten einen effektiven Schutz vor Klumpenrisiken, indem sie sich auf reale Wirtschaftsdaten statt auf die reine Marktkapitalisierung fokussieren. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)
KI, Chips, Rechenzentren und Weltraumfantasien treiben die Börsen auf Rekordhöhen. Die Warnlampen blinken: hohe Bewertungen, Euphorie und ein enormer Kapitalstrom in wenige Mega-Titel. Doch von einer klassischen Blase kann keine Rede sein, sagen die Bullen. Denn hinter dem Kursfeuerwerk stehen diesmal tatsächlich steigende Gewinne. Für Anleger stellt sich deshalb eine entscheidende Frage: Wo endet fundamentaler Rückenwind – und wo beginnt der Wahnsinn? 3 ETFs zeigen, wie sich abseits des großen KI-Hypes gezielt investieren lässt.
Mr. Market hat wieder gute Laune
Warren Buffett hatte für die Börse eine ziemlich einfache Erklärung. Sie leide unter einem Mann namens „Mr. Market“, schrieb der Berkshire-Hathaway-Chef bereits vor Jahrzehnten. Dieser sei emotional instabil: Heute sieht er die Welt in den schönsten Farben, morgen hält er sie für einen Katastrophenfall. Im Sommer 2026 ist Mr. Market offensichtlich in bester Stimmung: Der S&P 500 notiert nahe dem Rekordhoch, viele europäische und asiatische Börsen haben ebenfalls neue Höchststände erreicht. Und das trotz eines Umfelds, das eigentlich wenig nach Börsenparty aussieht: geopolitische Spannungen, hohe Ölpreise, erhöhte Anleiherenditen und Unsicherheit über die weitere Geldpolitik.
Das weckt Erinnerungen an vergangene Blasen. An die Dotcom-Manie. An japanische Aktien Ende der 1980er-Jahre. An die Eisenbahn-Spekulation des 19. Jahrhunderts. Und sogar an die Tulpenmanie. Doch genau hier beginnt das Problem: Ist diesmal wirklich alles anders? Die Antwort lautet: vielleicht. Oder vielleicht auch nicht?
Was eine Blase tatsächlich ausmacht
Eine Börsenblase erkennt man leider nicht daran, dass Aktien teuer aussehen. Ein Unternehmen, dessen Gewinn sich vervielfacht, darf schließlich auch an der Börse deutlich mehr wert sein. Das entscheidende Kriterium ist deshalb nicht der Kursanstieg allein. Es ist die Entkopplung des Kurses von den Fundamentaldaten. Typisch ist ein bestimmtes Muster: Eine neue Technologie oder ein neues Geschäftsmodell taucht auf. Anleger entdecken eine große Zukunftsvision. Die ersten Investoren verdienen viel Geld. Weitere Anleger springen auf. Die Kurse steigen. Die steigenden Kurse werden wiederum zum Argument für noch höhere Kurse. Irgendwann ersetzt die Story die Analyse.
„Diesmal ist alles anders“ ist dann der Satz, der besonders gefährlich wird.
Denn tatsächlich kann eine neue Technologie die Welt verändern. Das Problem beginnt dort, wo Anleger daraus schließen, dass jedes Unternehmen, das mit dieser Technologie zu tun hat, automatisch ein gutes Investment sein muss. So war es bei den Eisenbahnen. Bei der Elektrifizierung. Beim Internet. Und nun möglicherweise bei der künstlichen Intelligenz.
5 Warnsignale – aber noch kein endgültiger Blasenbeweis
Wer wissen will, ob sich die Börse in gefährliches Terrain bewegt, sollte auf mehrere Indikatoren gleichzeitig schauen.
- Die Bewertung: Das Shiller-KGV des S&P 500 ist auf über 40 gestiegen und damit historisch extrem hoch. Nur rund um die Jahrtausendwende waren die Werte noch höher. Das ist zweifellos ein Warnsignal. Gleichzeitig ist das Shiller-KGV kein Crash-Orakel. Hohe Bewertungen können über Jahre hoch bleiben – und zwischenzeitlich sogar weiter steigen.
- Die Marktkapitalisierung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung: Der sogenannte Buffett-Indikator signalisiert ebenfalls eine ambitionierte Bewertung des US-Aktienmarkts. Das Verhältnis von Börsenwert zu BIP liegt weit über den historischen Durchschnittswerten. Aber auch hier gilt: Ein steigender Anteil börsennotierter Unternehmen an der globalen Wertschöpfung, höhere Gewinnmargen und die zunehmende Bedeutung kapitalstarker Technologieunternehmen verändern die Vergleichsmaßstäbe. Der Indikator ist deshalb eher ein Thermometer als ein Alarmschalter.
- Die Konzentration: Ein großer Teil der globalen Aktienrendite wurde zuletzt von einer relativ kleinen Gruppe von Technologiekonzernen getragen. Nvidia, Microsoft, Alphabet, Amazon & Co. sind inzwischen so groß, dass ihre Kursbewegungen ganze Indizes bewegen. Das ist gefährlich – aber nicht zwangsläufig irrational. Denn die Gewinne wachsen tatsächlich kräftig. Für das 2. Quartal 2026 werden beim S&P 500 rund 23 Prozent Gewinnwachstum erwartet. Auch außerhalb der Magnificent Seven ist die Dynamik inzwischen bemerkenswert. Für die übrigen 493 Unternehmen werden rund 23 Prozent Gewinnwachstum erwartet, während die Magnificent Seven auf gut 31 Prozent kommen sollen. Das ist der wichtigste Einwand gegen die Blasenthese.
- Die Spekulation auf Kredit: Wo Anleger mit geliehenem Geld kaufen, wird aus Optimismus schnell ein Brandbeschleuniger. Fallen die Kurse, müssen gehebelte Investoren Positionen verkaufen. Das drückt die Kurse weiter. Aus einem normalen Rücksetzer kann so eine Kettenreaktion werden.
- Neue Börsenfantasien: Börsenblasen brauchen Geschichten. Und die aktuelle Börse hat davon reichlich: künstliche Intelligenz, humanoide Roboter, Weltraumwirtschaft, Quantencomputer, autonome Systeme. Das allein macht diese Branchen nicht zur Blase. Aber es sollte Anleger hellhörig machen, wenn Bewertungen zunehmend mit dem Marktpotenzial eines Geschäftsmodells und immer weniger mit dessen tatsächlich erwirtschafteten Cashflows begründet werden.
Der Gegenbeweis: Vielleicht ist die Börse gar nicht verrückt
Jetzt kommt die andere Seite der Geschichte. Die Bullen haben ein starkes Argument: Aktienkurse sind gestiegen, aber die Gewinne sind noch schneller gestiegen. Das lässt sich inzwischen tatsächlich beobachten. Das erwartete KGV des S&P 500 liegt derzeit ungefähr bei 20 und damit zwar über dem langfristigen Durchschnitt, aber deutlich unter den noch höheren Niveaus zu Jahresbeginn. Die Gewinnschätzungen wurden gleichzeitig kräftig nach oben genommen. Mit anderen Worten: Der Markt ist teurer als früher – aber nicht zwingend teurer geworden, nur weil die Kurse gestiegen sind. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Hinzu kommt, dass die Rally inzwischen breiter geworden ist. Nicht mehr nur Halbleiter und Cloud-Aktien steigen. Energie, Banken, Industrie und andere Value-Bereiche haben ebenfalls Rückenwind bekommen. Auch die Gewinne der Unternehmen außerhalb der Tech-Elite wachsen wieder deutlich.
Morningstar kommt deshalb zu einer bemerkenswert anderen Einschätzung: Der US-Aktienmarkt habe sich im Jahresverlauf sogar stärker in Richtung fairer Bewertung bewegt. Auf Basis der eigenen Bewertungsmodelle wurde der Markt Ende Juni rund 8 Prozent unter dem geschätzten Fair Value gesehen.
Blase oder Boom? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
Das eigentliche Risiko heißt Erwartungsmanagement
Das größte Problem der Börse ist derzeit vielleicht nicht Nvidia. Es ist die Erwartungshaltung. Denn die Messlatte liegt hoch. Wenn Unternehmen ihre Gewinne um 20 oder 30 Prozent steigern, können hohe Bewertungen durchaus gerechtfertigt sein. Wenn sich das Gewinnwachstum aber normalisiert und die Anleger weiterhin dieselben Multiplikatoren zahlen wollen, wird es unangenehm.
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Genau hier liegt die Achillesferse der KI-Rally. Die Investitionen in Rechenzentren und Halbleiter sind gigantisch. Microsoft, Amazon, Alphabet und andere Konzerne stecken Milliarden in Infrastruktur. Der Markt muss irgendwann sehen, dass daraus auch dauerhaft höhere Umsätze und Gewinne entstehen. Solange das gelingt, ist die Rally fundamental unterfüttert. Wenn nicht, wird aus der KI-Story sehr schnell eine Bewertungsstory. Und Bewertungsstories haben an der Börse meist ein Ablaufdatum.
Anleger müssen deshalb nicht aus Aktien fliehen
Die falsche Reaktion wäre allerdings, jetzt das gesamte Depot zu verkaufen und auf den großen Crash zu warten. Das musste schon Alan Greenspan erfahren. Der damalige Fed-Chef warnte 1996 vor „irrational exuberance“ – doch die Nasdaq stieg danach noch jahrelang weiter. Eine Blase kann länger rational aussehen, als Anleger es für möglich halten. Und ein teurer Markt muss nicht zwangsläufig morgen fallen.
Für Anleger spricht deshalb einiges für einen Mittelweg: nicht aus dem Aktienmarkt fliehen, sondern die Abhängigkeit von den teuersten Segmenten reduzieren. Genau hier kommt die Sektorrotation ins Spiel. Denn während KI, Halbleiter und die großen US-Techkonzerne die Schlagzeilen dominieren, fristen andere Bereiche ein Schattendasein. Gesundheit etwa, Basiskonsumgüter oder klassische Value-Aktien. Sie sind nicht automatisch Schnäppchen. Aber ihre Bewertungen, Geschäftsmodelle und Renditetreiber unterscheiden sich deutlich von denen der großen KI-Gewinner.
Wer also nicht auf den Crash wetten, sondern sein Depot robuster aufstellen will, kann gezielt dort investieren, wo die Börsenfantasie zuletzt weniger üppig ausgefallen ist.
3 ETFs zeigen, wie Anleger genau diese Gegenposition spielen können.
ETF-Tipp 1: Gesundheit – wenn die Börse wieder defensiver wird
Amundi bietet mit dem Amundi S&P World Health Care Screened UCITS ETF (ISIN: IE0006FM6MI8), eine interessante Möglichkeit, gezielt auf den Gesundheitssektor zu setzen.
Der ETF investiert in 83 große und mittelgroße Gesundheitsunternehmen aus den Industrieländern und berücksichtigt dabei ESG-Kriterien. Die jährlichen Kosten liegen bei nur 0,18 Prozent. Der ETF wird physisch repliziert und thesauriert die Erträge. Das Portfolio ist allerdings alles andere als ein defensiver Allerweltskorb. Knapp 54 Prozent entfallen auf die 10 größten Positionen. Ganz oben stehen Eli Lilly mit rund 11,7 Prozent, AbbVie mit 7,4 Prozent und AstraZeneca mit 5,4 Prozent. Die USA stellen rund 69 Prozent des Portfolios.
Das macht den ETF zu einer Wette auf die großen Gewinner des medizinischen Fortschritts. Alternde Gesellschaften, steigende Gesundheitsausgaben, neue Krebsmedikamente und der Boom der GLP-1-Therapien sprechen für den Sektor. Gleichzeitig lauern politische Risiken. Medikamentenpreise, staatliche Preisverhandlungen und regulatorische Eingriffe können die Gewinnmodelle der Pharmariesen empfindlich treffen.
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- Das Für: strukturelles Wachstum, hohe Eintrittsbarrieren und weniger Abhängigkeit von der KI-Euphorie.
- Das Wider: politische Preisrisiken, hohe Konzentration und die Tatsache, dass Gesundheit nicht automatisch billig ist.
Für Anleger, die ihr Depot weniger abhängig von Technologie machen wollen, ist der ETF dennoch ein interessanter Satellit.
ETF-Tipp 2: Zahnpasta statt KI – der unterschätzte Basiskonsum
Noch weniger spektakulär ist der zweite Kandidat. Während Anleger über die nächste Generation von KI-Chips diskutieren, werden jeden Morgen Zahnpasta, Kaffee, Waschmittel und Lebensmittel gekauft. Der Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HN09) bündelt Unternehmen aus genau diesem Bereich.
Der ETF bildet den MSCI World Consumer Staples Index ab, enthält knapp 90 Aktien aus den Industrieländern und kostet 0,25 Prozent pro Jahr. Die Dividenden werden reinvestiert. Im Portfolio finden sich Schwergewichte wie Walmart, Costco, Procter & Gamble, Coca-Cola, Philip Morris, Nestlé und PepsiCo. Die 10 größten Positionen machen rund 60 Prozent aus.
Der Charme des Sektors liegt auf der Hand: Menschen kaufen Lebensmittel und Körperpflegeprodukte auch dann, wenn die Konjunktur schwächelt. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Aktien automatisch steigen. Hohe Zinsen bedeuten Gegenwind für defensive Titel. Billige Handelsmarken setzen etablierte Marken unter Druck. Und Unternehmen wie Walmart oder Costco sind selbst längst hoch bewertet.
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- Das Für: stabile Nachfrage, starke Marken, solide Cashflows und ein Gegengewicht zur Tech-Konzentration.
- Das Wider: begrenztes Gewinnwachstum, Preisdruck und teilweise immer noch anspruchsvolle Bewertungen.
Der ETF ist deshalb kein Renditeturbo. Er ist eher der Sicherheitsgurt im Depot. Und Sicherheitsgurte sind bekanntlich besonders dann wertvoll, wenn man sie nicht braucht – bis man sie braucht.
ETF-Tipp 3: Der Anti-Nvidia-Ansatz
Wer nicht auf einen einzelnen Sektor setzen will, kann noch einen Schritt weitergehen. Der Invesco RAFI All-World Fundamental Value UCITS ETF (ISIN: IE00B23LNQ02) verfolgt einen völlig anderen Ansatz als klassische Welt-ETFs. Der Unterschied steckt in einem Wort: Fundamental. Ein MSCI World oder MSCI ACWI gewichtet Unternehmen nach ihrer Börsenkapitalisierung. Je stärker eine Aktie steigt, desto größer wird ihr Gewicht. Das kann in einer Rallye zum Selbstverstärker werden.
Der RAFI-Ansatz schaut dagegen auf fundamentale Größen wie Umsatz, Cashflow, Buchwert und Dividenden. Die Aktien werden also nicht danach gewichtet, wie viel der Markt gerade bereit ist, für sie zu bezahlen. Das Ergebnis ist ein deutlich anderes Portfolio. Der ETF hält rund 1.200 Aktien. Die USA kommen auf knapp die Hälfte des Portfolios, Japan auf gut 8 Prozent und Südkorea auf rund 5 Prozent. Technologiewerte machen knapp 20 Prozent aus, Finanzwerte rund 18 Prozent. Und genau das ist der Punkt.
Apple und Alphabet finden sich zwar weiterhin unter den größten Positionen. Aber ihre Gewichte liegen nur bei rund 2 Prozent. Von einer Nvidia-Konzentration wie im klassischen Weltindex ist der ETF weit entfernt. Die laufenden Kosten betragen 0,39 Prozent, die Erträge werden ausgeschüttet.
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- Das Für: weniger Abhängigkeit von hoch bewerteten Mega-Caps, breite globale Streuung und eine klare Value-Komponente.
- Das Wider: Value kann über Jahre hinter Growth zurückbleiben. Wer auf den RAFI-Ansatz setzt, muss Durststrecken aushalten. Außerdem ist der ETF mit rund 0,39 Prozent nicht ganz billig.
Interessant ist jedoch die Entwicklung: Der ETF liegt 2026 bislang rund 22 Prozent im Plus und hat damit gezeigt, dass Value nicht zwangsläufig der Verlierer einer Tech-Rally sein muss.
Die 3 ETFs spielen 3 unterschiedliche Spiele
Wer die Blasenfrage nicht mit einem radikalen „Alles verkaufen“ beantworten will, kann sein Depot gezielter ausbalancieren. Der Amundi Health Care ETF setzt auf medizinischen Fortschritt. Der Xtrackers Consumer Staples ETF auf stabile Nachfrage und globale Marken. Der Invesco RAFI ETF auf einen Bewertungswechsel – weg von reiner Marktkapitalisierung und hin zu fundamentalen Unternehmensdaten. Das Interessante daran: Keiner dieser Ansätze setzt darauf, dass die Börse crashen muss. Sie funktionieren auch dann, wenn die KI-Rally weitergeht. Nur eben mit einem anderen Renditeprofil.
Blasen platzen selten auf Kommando
Die Geschichte lehrt: Niemand bekommt eine Nachricht von der Börse, wenn die Party vorbei ist. Bei der Tulpenmanie dauerte es Monate, bis aus Euphorie Panik wurde. Auch die New-Economy-Blase platzte nicht, weil jemand rechtzeitig „zu teuer“ rief. Selbst Alan Greenspan konnte die Rally nicht stoppen. Das spricht gegen Market Timing – nicht gegen Risikomanagement.
Wie schnell eine Börsenwette kippen kann, zeigt der Fall Leopold Aschenbrenner. Der junge KI-Forscher setzte mit seinem Hedgefonds gehebelt auf Halbleiter und Cloud-Aktien und wettete zugleich gegen Softwarewerte. Ende Juli liefen die Positionen kurzzeitig gegen ihn, der Fonds geriet unter Druck und musste massive Notverkäufe tätigen.
Die Lehre ist simpel: Eine gute Börsenstory ist noch lange keine gute Wette. Wer heute stark auf US-Tech, Halbleiter und KI setzt, sollte sich fragen: Was passiert, wenn die Gewinne weiter steigen – aber nicht mehr schnell genug, um die hohen Bewertungen zu rechtfertigen?
Wer darauf keine Antwort hat, besitzt vielleicht nicht zu viele Aktien, sondern schlicht zu viel von derselben Story. Und genau deshalb geht es beim Umgang mit möglichen Blasen nicht darum, den nächsten Crash auf den Tag genau vorherzusagen. Es geht darum, ein Depot so aufzustellen, dass man ihn nicht vorhersagen muss.
Fazit: Nicht die Blase suchen, sondern das Klumpenrisiko
Sind wir 2026 in einer Börsenblase? Bei einigen Aktien wahrscheinlich ja. Beim gesamten Aktienmarkt ist das deutlich schwerer zu behaupten. Dafür sind die Unternehmensgewinne zu stark, die Rally ist inzwischen zu breit und die Bewertungen haben sich bei steigenden Kursen teilweise sogar zurückgebildet. Das spricht gegen eine Wiederholung der Dotcom-Manie.
Auf der anderen Seite sind die historischen Bewertungskennzahlen eindeutig ambitioniert. Das Shiller-KGV liegt auf einem Niveau, das langfristig nur wenig Spielraum für Enttäuschungen lässt.
Und die Erwartungen an die KI-Gewinner sind gewaltig. Die vernünftigste Schlussfolgerung lautet deshalb nicht: Raus aus Aktien. Sie lautet: Raus aus der Einbahnstraße.
Gesundheit, Basiskonsum und fundamental gewichtete globale Aktien bieten Anlegern 3 unterschiedliche Möglichkeiten, die Abhängigkeit vom KI- und Mega-Cap-Hype zu reduzieren. Denn Buffett hatte mit seinem alten Börsenspruch einen Punkt: Man sollte vorsichtig werden, wenn die anderen gierig sind. Aber man sollte auch nicht vergessen, was der zweite Teil des Satzes bedeutet: Gierig werden sollte man erst dann, wenn die anderen Angst haben.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag KI-Aktien und Crash-Szenarien: Defensive ETFs und Strategien für ein krisenfestes Depot erschien zuerst auf ftd.de.