Volkswagen Aktie: Wie lautet die Prognose für 2027?

Die Kursentwicklung der Volkswagen-Aktie hängt 2027 stark von Kosteneinsparungen und dem China-Geschäft ab. (KI-Symbolbild: Magnific.com, shohaggraphicdesigner)

Wolfsburg – Die Lage bei VW ist angespannt. Der Volkswagen-Konzern setzte im 1. Halbjahr 158,1 Milliarden Euro um, während das operative Ergebnis um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro sank. Der Netto-Cashflow im Autogeschäft erholte sich hingegen auf 3,2 Milliarden Euro.

Die Ausgangssituation für 2027 erscheint widersprüchlich: Die Bewertung ist sehr niedrig, der nötige Umbau tiefgreifend. China, US-Zölle und hohe Strukturkosten belasten den Konzern. Der Auftragsbestand am europäischen Markt und der Cashflow verschaffen VW Zeit für Gegenmaßnahmen.

 


Wie hat sich die Volkswagen-Aktie in letzter Zeit entwickelt?

Am Freitag, 21. August 2026, schloss die Volkswagen-Vorzugsaktie auf Xetra bei 75,02 Euro. Am Donnerstag waren es 74,44 Euro – ein Plus von 0,78 Prozent.

Vom 21. Juli bis zum 21. August 2026 stieg der Xetra-Schlusskurs der Volkswagen-Vorzugsaktie von 72,56 auf 75,02 Euro. Das entspricht einer Kursrendite von 3,39 Prozent. Dividenden sind hierbei nicht enthalten. Binnen einer Woche gewann die Aktie 1,76 Prozent. Seit dem 7. August steht dagegen ein Minus von 1,70 Prozent.

Kursentwicklung der Volkswagen-Vorzugsaktie bis zum Xetra-Schluss am 21. August 2026

Zeitraum Startschlusskurs Endschlusskurs Kursveränderung
1 Woche 73,72 Euro am 14. August 2026 75,02 Euro plus 1,76 Prozent
2 Wochen 76,32 Euro am 7. August 2026 75,02 Euro minus 1,70 Prozent
1 Monat 72,56 Euro am 21. Juli 2026 75,02 Euro plus 3,39 Prozent

Gegenstand dieses Beitrags ist die Volkswagen-Vorzugsaktie ohne Nennbetrag. Sie wird auf Xetra unter VOW3 gehandelt (ISIN: DE0007664039). Der ftd.de-Beitrag zur Hauptversammlung ordnet die jüngste operative Schwäche ein.

Aktuelle Kursziele sehen deutlich mehr Wert als der Börsenkurs

In dem von stockanalysis.com veröffentlichten S&P-Global-Konsens liegt das durchschnittliche 12-Monats-Ziel von 21 Analysten bei 105,31 Euro. Der Median beträgt 105 Euro. Die Spanne reicht von 77 bis 151 Euro. Vom Freitagsschluss bis zum Mittelwert ergibt sich rechnerisch ein Potenzial von 40,38 Prozent.

Auch die jüngsten Einzelziele liegen weit auseinander. RBC und DBS nennen jeweils 120 Euro, Deutsche Bank 115 Euro. Berenberg setzt 100 Euro an, UBS nur 80 Euro. Kursziele sind Schätzungen der Analysten.

Jüngere Analystenziele für die Volkswagen-Vorzugsaktie

Institut Kursziel Urteil Datum
RBC Capital 120 Euro Kaufen 14. August 2026
DBS 120 Euro Kaufen 13. August 2026
Berenberg 100 Euro Kaufen 28. Juli 2026
Deutsche Bank 115 Euro Kaufen 27. Juli 2026
UBS 80 Euro Halten 27. Juli 2026

Prognose: Wo steht die Volkswagen-Aktie in 2027?

Für das Basisszenario setzt die Redaktion 80 bis 105 Euro an. Dahinter stehen 20 bis 24 Euro Gewinn je Vorzugsaktie und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 4,0 bis 4,4. Der Konsens erwartet für 2027 rund 23,54 Euro Gewinn je Aktie und 330,35 Milliarden Euro Umsatz.

105 bis 130 Euro setzt das Bull-Szenario an. Dafür müssten sich die Margen sichtbar erholen, Einsparungen greifen und der Cashflow stabiler werden. Drücken China, Zölle und Strukturkosten zugleich auf Gewinn und Bewertungsmultiple, bleiben im Bear-Szenario 50 bis 75 Euro. Alle Korridore sind redaktionelle Rechenmodelle.

Szenarien für die Volkswagen-Aktie 2027

Szenario Kurskorridor 2027 Voraussetzungen Risiken
Bull 105 bis 130 EUR Gewinn je Aktie steigt auf 24 bis 26 Euro; KGV liegt zwischen 4,4 und 5,0; Kostenprogramm verbessert die Marge sichtbar; Cashflow und Europa-Aufträge bleiben stabil China und US-Zölle können die Erholung verzögern; Einsparungen könnten später wirken als erwartet
Basis 80 bis 105 EUR Gewinn je Aktie liegt bei 20 bis 24 Euro; KGV bleibt zwischen 4,0 und 4,4; Kernmarken halten ihre Marge; Netto-Cashflow im Autogeschäft bleibt positiv Schwächere Auslieferungen begrenzen den Umsatz; Strukturkosten sinken nur schrittweise
Bear 50 bis 75 EUR Gewinn je Aktie fällt auf 14 bis 18 Euro; KGV sinkt auf 3,5 bis 4,2 China-Verkäufe bleiben schwach; US-Zölle belasten Ergebnis und Cashflow; Der Kostenumbau wird verzögert oder teurer

Der Cashflow erholt sich, doch das operative Ergebnis bleibt schwach

Volkswagen setzte im 1. Halbjahr 158,1 Milliarden Euro um, fast so viel wie im Vorjahr. Das operative Ergebnis sank um 11,6 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Vor Sondereinflüssen waren es 6,9 Milliarden Euro. Die Auslieferungen gingen um 6,3 Prozent auf 4,126 Millionen Fahrzeuge zurück.

Der Netto-Cashflow im Autogeschäft drehte von minus 1,4 auf plus 3,2 Milliarden Euro. Trotzdem senkte Volkswagen die Prognose für 2026. Der Umsatz soll nun um bis zu 3 Prozent fallen; bei der operativen Umsatzrendite erwartet der Konzern 4,0 bis 5,5 Prozent.

Kernmarken liefern mehr Ergebnis, aber Volkswagen Pkw bleibt dünn

Die Brand Group “Core” steigerte ihr operatives Ergebnis im 1. Halbjahr um 4,5 Prozent auf 3,61 Milliarden Euro. Die operative Marge erreichte 4,9 Prozent. Der Netto-Cashflow stieg von 1,17 auf 1,66 Milliarden Euro.

Anders das Bild bei Volkswagen Pkw: Der Umsatz sank auf 42,30 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis lag bei 995 Millionen Euro, die Marge bei 2,4 Prozent. Ohne Sondereinflüsse waren es 3,8 Prozent. Für 2027 zählt deshalb die Umsetzung des Kostenprogramms mehr als bloßes Absatzwachstum.

China, US-Zölle und hohe Gemeinkosten bestimmen den Abschlag

Im 1. Halbjahr gingen die marktbezogenen Fahrzeugverkäufe in China um 31,6 Prozent zurück. Volkswagen nennt zudem US-Zölle als Belastung. Der angepasste Ausblick setzt voraus, dass die derzeitige Zollsituation im Jahresverlauf bestehen bleibt.

Reuters berichtete am 21. August über verschärfte Umbaupläne. Konzernchef Oliver Blume bezifferte die Gemeinkosten auf mehr als 30 Prozent über dem Niveau vergleichbarer Wettbewerber. Eine Zahl von 50.000 Stellen gilt als Orientierung, nicht als beschlossener Abbau. Über Werksschließungen ist laut Bericht nicht entschieden.

Die Bewertung ist niedrig, aber der Gewinnanker bleibt beweglich

Aus dem Freitagsschluss von 75,02 Euro und der Konsensschätzung von 23,54 Euro Gewinn je Aktie für 2027 folgt rechnerisch ein KGV von rund 3,2. Beim mittleren Analystenziel von 105,31 Euro läge es bei etwa 4,5.

Niedrig sind diese Kennzahlen nur auf den ersten Blick. Entscheidend bleibt der geschätzte Gewinn. Im Basisszenario reicht ein KGV von 4,0 bis 4,4, sofern Volkswagen 20 bis 24 Euro je Vorzugsaktie verdient. Scheitert der Umbau, können Gewinn und Multiple gemeinsam sinken.

Fazit: Volkswagen braucht 2027 messbare Einsparungen

Ein besserer Cashflow steht bei Volkswagen einem sinkenden operativen Ergebnis und einer gesenkten Jahresprognose gegenüber. Europas Auftragsbestand stützt. China, Zölle und hohe Strukturkosten erklären jedoch, weshalb die Vorzugsaktie trotz niedriger Bewertungsmultiples günstig bleibt.

Der Basiskorridor von 80 bis 105 Euro verlangt vor allem stabile Gewinne. Messbare Trigger sind die operative Marge von Volkswagen Pkw, der Netto-Cashflow im Autogeschäft, die Entwicklung in China und konkret belegte Einsparungen. TradingView nennt den 29. Oktober 2026 als nächsten Berichtstermin.

 

Disclaimer:
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.

Der Beitrag Volkswagen Aktie: Wie lautet die Prognose für 2027? erschien zuerst auf ftd.de.