Inflation Eurozone aktuell: Verbraucherpreise im August 2026 vor EZB-Sitzung

Die Inflation in der Eurozone zwingt die Europäische Zentralbank voraussichtlich zu einer Zinsanhebungen im September. (Bild: Magnific.com, oscarfuentes)

Luxemburg – In Deutschland hat die Teuerung im August zugelegt, ebenso in Spanien und Frankreich. Wenig überraschend meldet auch die Eurozone heute einen Anstieg. Kräftige 3,3 Prozent im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise laut Eurostat zu, nach 2,9 Prozent im Juli. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 3 Prozent erwartet.

Die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, ging im August um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent zurück. Preistreiber war im abgelaufenen Monat wie erwartet die Energie mit einer Teuerung von 14,3 Prozent im Jahresvergleich. Lebens- und Genussmittel legten um 1,2 Prozent zu, die Inflation bei den Dienstleistungen betrug 3 Prozent.

Rückblick auf den Juli: Teuerung in der Eurozone zeigt Hartnäckigkeit

Ein Blick auf die Preise auf Unternehmensebene zeigt ein gemischtes Bild. Im Juni sanken die Erzeugerpreise in der Industrie im Euroraum um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auf Jahressicht stiegen die gewerblichen Erzeugerpreise in der Eurozone jedoch um 4,6 Prozent.

Die Teuerung im Euroraum bleibt hartnäckig. Die Preise entwickeln sich weniger moderat als erhofft. Ökonomen sehen jedoch kaum Anzeichen für sogenannte Zweitrundeneffekte, da das Lohnwachstum weiterhin moderat ausfällt. Dennoch verharren die Inflationsraten auf einem erhöhten Niveau.

Aufwärtsrisiken und Gaspreise belasten EZB-Entscheidung

Die Risiken für einen zusätzlichen Preisauftrieb umfassen auch die Gasversorgung. In einem kalten Winter könnten die europäischen Gaspreise von derzeit rund 68 Euro auf bis zu 110 Euro je Megawattstunde hochschnellen. Zudem belastet die extreme Hitze dieses Sommers wegen des großen Kühlbedarfs den Gasverbrauch.

Die Europäische Zentralbank agiert in einem fragilen Umfeld. Der aktuelle Einlagezins der Notenbank liegt bei 2,25 Prozent. Eine Zinserhöhung im September gilt aufgrund der Energiepreise als so gut wie sicher. Experten erwarten, dass die Notenbank den Einlagensatz am 10. September um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent anhebt.

Zinsprognose für September: Weitere Straffung durch die EZB erwartet

Die Tendenz der Währungshüter zeigt sich auch an den jüngsten Äußerungen. „Beim derzeitigen Leitzins dürfte die Inflation mittelfristig nicht zum Ziel zurückkehren. Daher wird eine weitere Straffung notwendig sein“, betonte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel am Mittwoch gegenüber bloomberg.com.

Was sagen die Märkte? Laut ECB-Watch-Tool beträgt die Chance für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei der nächsten Notenbank-Sitzung am 10. September 99 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins nach der Sitzung am 17. Dezember 2,75 Prozent beträgt, liegt bei 56,4 Prozent. (Stand: 1. September, 11.10 Uhr MESZ)

Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 1. September 2026 um 11.15 Uhr (MESZ).

 

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