Arbeitssuche in Finnland: eine Symbolszene aus einer Arbeitsvermittlung. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion, Codex-Bildmodell)
Finnland hat mit 10,5 Prozent die höchste Erwerbslosenquote in der EU. Spanien folgt mit 10,3 Prozent. In beiden Ländern ist damit mehr als jede 10. Erwerbsperson ohne Arbeit und auf Arbeitssuche. Deutschland liegt mit 4,1 Prozent außerhalb der höchsten 5 Werte.
Das zeigt der Eurostat-Vergleich vom 30. Oktober. Platz 1 steht für die höchste Erwerbslosenquote unter den 27 EU-Staaten im September 2026. EU-weit beträgt die Quote 6,2 Prozent. Die 5 Länder mit den höchsten Werten und ihre wirtschaftliche Lage im Überblick.
| Rang | Land | Erwerbslosenquote |
|---|---|---|
| 1 | Finnland | 10,5 Prozent |
| 2 | Spanien | 10,3 Prozent |
| 3 | Schweden | 8,7 Prozent |
| 4 | Frankreich | 8,5 Prozent |
| 5 | Estland | 8,0 Prozent |
EU-Länder mit den höchsten Erwerbslosenquoten im September 2026
Platz 5: Estland – Weniger Erwerbstätige, mehr Inaktive
- Erwerbslosenquote: 8,0 Prozent
Estlands Septemberwert liegt bei 8,0 Prozent. Der Blick auf die nationale Arbeitskräfteerhebung zeigt, warum neben der Erwerbslosigkeit auch die Beteiligung am Arbeitsmarkt wichtig ist.
Für das 2. Quartal berichtete Statistics Estonia noch von einer Erwerbslosenquote von 6,6 Prozent und einer gesunkenen Zahl Erwerbsloser, aber kaum verbesserter Beschäftigung. Gleichzeitig wuchs die Zahl der wirtschaftlich Inaktiven um 13.100. Das Amt verwies auf mehr Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen.
Regional konzentrierte sich der Beschäftigungsrückgang auf Tallinn: Dort gab es 5.800 Erwerbstätige weniger als im Vorjahresquartal. Einen weiteren Teilaspekt beleuchtet ein ftd.de-Beitrag zur Jugendarbeitslosigkeit in der EU: Er ordnet Estlands hohe Jugendquote anhand der damaligen Julidaten ein.
Platz 4: Frankreich – Schwacher Außenhandel belastet die Konjunktur
- Erwerbslosenquote: 8,5 Prozent
Frankreich liegt mit 8,5 Prozent auf Platz 4. Der Arbeitsmarkt trifft auf eine schwache Konjunktur: Die Wirtschaftsleistung sank im 3. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,1 Prozent, nachdem sie zuvor stagniert hatte.
Die erste Berechnung des Statistikamts Insee weist besonders beim Außenhandel eine Belastung aus. Die Exporte gingen um 1,7 Prozent zurück, während die Importe um 0,1 Prozent stiegen. Zusammen drückte der Außenhandel das Wachstum um 0,6 Prozentpunkte.
Auch die Investitionen fielen mit minus 0,6 Prozent erneut schwächer aus. Der Konsum der privaten Haushalte nahm dagegen um 0,4 Prozent zu. In der Produktion blieb das Bild geteilt: Das verarbeitende Gewerbe schrumpfte um 1,4 Prozent, marktbestimmte Dienstleistungen wuchsen um 0,3 Prozent.
Platz 3: Schweden – Beschäftigungsplus mit ungenutzten Arbeitsstunden
- Erwerbslosenquote: 8,7 Prozent
Schweden erreicht eine Erwerbslosenquote von 8,7 Prozent. Die Quartalsbilanz weist zugleich einen Beschäftigungszuwachs aus. Doch auch die Zahl der Menschen mit Wunsch nach mehr Arbeitsstunden stieg.
Nach der Arbeitskräfteerhebung von Statistics Sweden für das 3. Quartal waren 5.398.000 Personen erwerbstätig, 74.000 mehr als 1 Jahr zuvor. Das sind unbereinigte Quartalswerte. Bei Frauen betrug das Beschäftigungsplus 46.000. Die Zahl der befristet Beschäftigten wuchs um 61.000 auf 774.000 Personen.
Unterbeschäftigt waren 400.000 Erwerbstätige, 33.000 mehr als im Vorjahresquartal. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen betrug 7,4 Prozent. Hinzu kamen 163.000 Erwerbslose, deren Arbeitssuche bereits mindestens 27 Wochen dauerte. Damit bestehen neben der Erwerbslosigkeit 2 weitere Probleme: Ein Teil der Beschäftigten findet nicht genügend Arbeitsstunden, und ein Teil der Arbeitssuchenden bleibt über Monate ohne Stelle.
Platz 2: Spanien – Mehr Stellen und mehr Menschen auf Arbeitssuche
- Erwerbslosenquote: 10,3 Prozent
Spaniens Septemberquote beträgt 10,3 Prozent. Zugleich wächst die Beschäftigung: Im 3. Quartal kamen gegenüber dem Vorquartal 73.600 Erwerbstätige hinzu. Dass die Erwerbslosigkeit dennoch stieg, erklärt die ebenfalls wachsende Zahl der Menschen, die am Arbeitsmarkt teilnehmen. Den Beschäftigungszuwachs im Quartal trugen laut INE vollständig ausländische Beschäftigte.
Die Arbeitskräfteerhebung des spanischen Statistikamts INE zählt für das 3. Quartal 169.500 zusätzliche Erwerbspersonen. Der Beschäftigungszuwachs blieb dahinter zurück; die Zahl der Erwerbslosen nahm um 95.900 zu. Diese Quartalsangaben sind nicht saisonbereinigt. Innerhalb von 12 Monaten gab es dagegen 465.500 zusätzliche Erwerbstätige, während die Erwerbslosenzahl um 21.900 sank.
Die Branchen entwickelten sich sehr unterschiedlich. Dienstleistungen gewannen gegenüber dem Vorquartal 235.600 Erwerbstätige. In der Landwirtschaft gingen 58.300, in der Industrie 54.400 und im Bau 49.300 Beschäftigte verloren. Der Dienstleistungsbereich trug damit den gesamten Nettozuwachs.
Auch zwischen öffentlichem und privatem Sektor verlief eine Trennlinie: Die öffentliche Beschäftigung stieg um 89.900 Personen, die private sank um 16.300. Der insgesamt positive Beschäftigungssaldo verdeckt damit Rückgänge in mehreren Teilen der Wirtschaft. Für Arbeitssuchende kommt es darauf an, in welchem Bereich neue Stellen entstehen.
Platz 1: Finnland – Beschäftigungsrückgang trifft vor allem Männer
- Erwerbslosenquote: 10,5 Prozent
Mit 10,5 Prozent führt Finnland das Ranking an. Hinter der Quote steht ein Rückgang der Beschäftigung, der Männer und Frauen sehr unterschiedlich trifft.
Statistics Finland meldet für September insgesamt 2.578.000 Erwerbstätige, 11.000 weniger als 1 Jahr zuvor. Das sind unbereinigte Monatswerte. Bei Männern sank die Zahl der Erwerbstätigen um 59.000, bei Frauen stieg sie um 48.000. Der Zuwachs bei Frauen glich den Verlust bei Männern also weitgehend aus.
Gleichzeitig wuchs die Zahl der Erwerbslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 39.000 auf 298.000 Personen. Davon entfielen 17.000 zusätzliche Erwerbslose auf Männer und 22.000 auf Frauen. Mehr beschäftigte Frauen gingen damit zugleich mit mehr Frauen auf Arbeitssuche einher.
Auch die Erwerbsbeteiligung veränderte sich: Die Zahl der Menschen außerhalb des Arbeitsmarkts sank um 27.000 auf 1.293.000. Bei Frauen ging diese Gruppe um 68.000 zurück, bei Männern nahm sie um 41.000 zu. Insgesamt stieg die Zahl der Erwerbspersonen um 28.000. Mehr Menschen nahmen damit aktiv am Arbeitsmarkt teil, während die Gesamtbeschäftigung unter dem Vorjahresstand lag.
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Der Beitrag Ranking EU-Arbeitsmarkt: Finnland hat die höchste Erwerbslosenquote erschien zuerst auf ftd.de.