Bambus wächst extrem schnell und eignet sich ideal als Biomasse zur ressourcenschonenden Gewinnung von Biokraftstoffen. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)
Worcester – Forscher des Worcester Polytechnic Institute nutzen Bambus als preiswerte Alternative zu fossilen Treib- und Brennstoffen. Laut den Wissenschaftlern des Fachbereichs Chemieingenieurwesen können die Produktionskosten mit denen für fossile Produkte durchaus mithalten. Ihr neues Verfahren stellen sie in der Fachzeitschrift „Sustainable Energy & Fuels“ vor.
Minderwertige Böden reichen
„Unsere Studie legt nahe, dass Bambus eine Rolle in der Zukunft der Kraftstoffversorgung spielen kann. Ich halte diese Forschung für besonders aktuell und wichtig, da die Kraftstoffpreise hoch sind und der Verkehrssektor in den USA mehr Treibhausgasemissionen verursacht als jeder andere Sektor. Bambus würde auf Flächen angebaut, die wir nicht zur Nahrungsmittelproduktion nutzen, sodass kein Konflikt zwischen Nahrungsmitteln und Kraftstoffen entsteht“, so Michael Timko.
Dem Experten nach deuten Wirtschaftsmodelle darauf hin, dass Kraftstoff auf Bambusbasis unter ausgereiften kommerziellen Bedingungen bereits für 2,75 Dollar pro Gallone – eine Gallone entspricht 3,785 Liter – Benzinäquivalent verkauft werden könnte. Derzeit liegt der Preis in den USA deutlich über vier Dollar.
Eine natürliches Herstellung
Zur Herstellung nutzt das Team des Worcester Polytechnic Institute die hydrothermale Verflüssigung (HTL). Dabei wird Biomasse wie Bambus-Schnitzel mit Wasser bei einem Druck von 100 bis 250 bar auf eine Temperatur von etwa 350 Grad Celsius erhitzt. Das sind Bedingungen, unter denen auch in der Natur vor Jahrmillionen Erdöl entstanden ist, was allerdings weitaus länger dauerte. Reaktionsprodukt ist eine Art Rohöl, das sich in einer Raffinerie wie Erdöl zu den gewünschten Treibstoffen sowie Heizöl veredeln lässt.
In einem kleinen Laborreaktor ist das Verfahren bereits erfolgreich erprobt worden. Da die Pflanze selbst unter schlechten Bodenbedingungen schnell wächst, würde die Umwandlung von Bambus in Kraftstoff mittels HTL nur 13 Prozent der Anbaufläche beanspruchen, die zum Maisanbau genutzt wird, der in Ethanol umgewandelt wird. Dieser Alkohol wird als Zusatz zum Benzin (vielfach E10 genannt) oder in speziellen Automotoren direkt genutzt, vor allem in Brasilien und den USA.
Auch Forscher der Anhui Agraruniversität nutzen Bambus, genauer gesagt die Abfälle und machen daraus ein hochwertiges Verbundmaterial für Hüllen für Smartphones oder andere Geräte. Es ist 81 Prozent fester und 173 Prozent zäher als bisheriges Hüllmaterial, sodass damit ausgestattete Geräte gegen Stöße und andere äußere Kräfte besser geschützt sind. Und das Material aus Biomüll macht elektromagnetische Strahlung weitgehend unschädlich, wie pressetext.com berichtete.
Quelle: www.pressetext.com
(pte009/15.10.2026/11:40)
Der Beitrag Alternative zu fossilen Brennstoffen: Aus Bambus wird günstiger Sprit für die USA erschien zuerst auf ftd.de.