Altmodisch? Von wegen! Mit 4 ETF und Fonds zu diesem starken Dividenden-Portfolio

Kein bisschen altmodisch: Echte Gewinne, die ausgeschüttet werden (Foto: Freepik, jamirohmat27)

Während die Schlagzeilen von KI-Fantastereien, Kursraketen im Nasdaq und den immer gleichen US-Tech-Giganten dominiert werden, vollzieht sich im Schatten der großen Indizes eine bemerkenswerte Gegenbewegung: Substanz, Cashflows und Dividenden feiern ein stilles Comeback.

Fallende Zinsen, geopolitische Spannungen, Haushaltslöcher und zunehmend nervöse Märkte zwingen Anleger zu einer alten Tugend zurück: Qualität zu einem vernünftigen Preis – im Idealfall mit verlässlichen Gewinnausschüttungen. Plötzlich klingen vermeintlich langweilige Begriffe wie „Eigenkapitalrendite”, „Ausschüttungsquote” und „Free Cashflow” wieder attraktiv.

4 Fonds, 4 Strategien – ein gemeinsamer Nenner

Genau an diesem Punkt werden Fonds interessant, die das Thema Dividende auf ganz unterschiedliche Art spielen. Die Spannbreite reicht von europäischer Qualitäts-Substanz über bewusst eingegangene Zyklik bis hin zu rohstofflastigen Schwellenländertiteln und globalen Cashflow-Giganten aus den Industriestaaten. Es geht also nicht um „die“ Dividendenstrategie, sondern um 4 klar unterscheidbare Ansätze mit jeweils eigenem Rendite-Risikoprofil.

Im Zentrum steht der L&G Europe ex-UK Quality Dividends Equal Weight UCITS ETF – gewissermaßen ein Vertreter der neuen europäischen Dividenden-Generation. Sein Ansatz ist systematisch, qualitätsorientiert und gleichgewichtet. Das bedeutet: Keine Dominanz einzelner Mega-Caps, kein klassischer Index-Klumpen, sondern eine breite Streuung über viele solide Dividendenzahler hinweg. Statt auf Marktkapitalisierung setzt der ETF auf Qualitätskennzahlen und eine ausgewogene Gewichtung – ein nüchterner, regelbasierter Ansatz für Anleger, die Stabilität und Disziplin schätzen.

Daneben setzt der Oberbanscheidt Dividendenfonds einen aktiven Kontrapunkt. Hier entscheidet kein Algorithmus, sondern ein Fondsmanager, der gezielt Unternehmen auswählt – auch solche mit zyklischem Geschäftsmodell. Der Fonds scheut Konjunktursensibilität nicht, sondern nutzt sie bewusst. In Aufschwungphasen können solche Titel ihre Ertragskraft und damit auch ihre Ausschüttungen dynamisch steigern. Das macht den Fonds schwankungsanfälliger, eröffnet aber zugleich Chancen auf überdurchschnittliche Wertentwicklung.

Eine weitere Stufe höher in Renditeerwartung – und Volatilität – positioniert sich der iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF. Er bündelt die Hochzins-Fraktion der Schwellenländer: rohstoffnahe Konzerne, Finanzinstitute, Versorger. Die Dividendenrenditen fallen hier häufig deutlich höher aus als in Europa oder den USA, sind aber stärker von Rohstoffzyklen, Währungen und politischen Risiken abhängig. Als Beimischung kann dieser Baustein die laufenden Erträge spürbar anheben – als Solitär wäre er vielen Investoren zu schwankungsintensiv.

Für die globale Klammer sorgt schließlich der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF. Er sammelt etablierte Dividenden-Bluechips aus den entwickelten Märkten ein – Unternehmen mit robusten Cashflows, oft marktführend in ihren Branchen. Hier geht es weniger um maximale Rendite, sondern um Verlässlichkeit und Substanz.

4 Fonds, 4 Wege zur Dividende. Zusammengenommen ergeben sie jedoch ein strategisch durchdachtes Set: Qualität und Gleichgewicht aus Europa, aktives Zyklik-Potenzial, renditestarke Schwellenländer und globale Stabilitätsanker. Wer diese Bausteine klug kombiniert, kann ein Dividendenportfolio aufbauen, das Ertrag, Risikostreuung und unterschiedliche Konjunkturprofile miteinander verbindet – und damit deutlich mehr ist als nur die Suche nach der höchsten Ausschüttungsrendite.

Die perfekte Kombination: Stabiles Dividendenportfolio

Besonders spannend wird es, wenn man diese 4 Bausteine zu einem Gesamtportfolio verknüpft. Der L&G Europe ex‑UK Quality Dividends Equal Weight bildet dabei den stabilen europäischen Kern mit seiner breiten Streuung und Equal‑Weight‑Disziplin – eine Basis, die konjunkturzyklische Schwankungen dämpft und verlässliche Ausschüttungen liefert. Als aktiven Zyklus‑Booster kommt der Oberbanscheidt Dividendenfonds hinzu, der in Aufschwungphasen für Extra‑Rendite sorgt, ohne das Gesamtrisiko zu sprengen.

Die iShares Emerging Markets Dividend injiziert dann die High‑Yield‑Komponente: höhere Ausschüttungen aus Schwellenländern gleichen zinsarme Phasen aus und bringen Wachstumspotenzial mit, solange man die Volatilität dosiert. Abschließend rundet der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders das Ganze global ab – mit etablierten Bluechips aus USA, Europa und Asien, die Stabilität und Diversifikation über Ländergrenzen hinweg bieten.

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4 gewinnt: So könnte ein robustes Einkommensdepot aussehen

Eine typische Allokation könnte wie folgt aussehen: 40 Prozent L&G, 25 Prozent Oberbanscheidt, 20 Prozent iShares EM und 15 Prozent VanEck. Damit wäre ein stabiles, monatlich ausschüttendes Dividendenpaket mit laufenden Erträgen von durchschnittlich 4 bis 6 Prozent, reduzierter Volatilität durch gegenseitige Ausgleichseffekte und breiter geografischer Streuung gewährleistet. Schwache Phasen in Europa werden durch EM- oder US-Bluechips abgefedert und Konjunkturabschwünge durch defensive Elemente in den Fonds von VanEck und L&G gemildert.

Das Ergebnis ist ein robustes Einkommensdepot, das nicht nur Cashflow generiert, sondern auch langfristig mitwächst, ohne dass dabei auf ein einziges Narrativ oder eine Region gesetzt wird. Diese Mischung schaffte auf Jahressicht ein Plus von 32 Prozent, in drei Jahren 76 Prozent und im laufenden Jahr bereits 8,44 Prozent.

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Rückbesinnung auf Cashflow und Substanz

Was alle diese Produkte verbindet, ist die Rückbesinnung auf Cashflow und Substanz, wobei sich die einzelnen Fonds und ETF deutlich voneinander unterscheiden.

Der L&G Europe ex-UK Quality Dividends Equal Weight investiert in europäische Qualitätswerte mit breiter Streuung und Equal-Weight-Mechanik. Er ist eine Art „neuer Kernbaustein“ für Anleger, die Dividenden mit Qualität und Diversifikation verbinden wollen.
Der Oberbanscheidt Dividendenfonds ergänzt das Portfolio um eine zyklische Komponente: Energie, Industrie, Infrastruktur – mit der Bereitschaft, Schwankungen bewusst zu akzeptieren.

Der iShares Emerging Markets Dividend spielt die rohstoffgetriebene High-Yield-Karte der Schwellenländer – nichts für schwache Nerven, aber umso spannender für Anleger, die Volatilität als Preis für höhere laufende Erträge akzeptieren.

Der VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders bündelt schließlich die globalen Cashflow-Giganten der entwickelten Märkte: moderateres Risiko, solide Rendite, klare Dividendenstory.

Fazit: Geschäftsmodelle mit echten Gewinnen

In einem Markt, der über Jahre gelernt hat, nur noch Wachstum und Narrative zu lieben, wirken diese Strategien fast altmodisch. Vielleicht ist genau das ihre größte Stärke – und die eigentliche Provokation: Anstatt auf die nächste KI-Story zu setzen, investieren sie in Geschäftsmodelle, die Jahr für Jahr echte Gewinne erwirtschaften und diese mit ihren Aktionären teilen.

Für langfristig orientierte Anleger, die 2026 nicht nur Kurscharts, sondern auch Kontobewegungen sehen möchten, könnte die Renaissance der Dividende noch lange nicht am Ende sein.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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