Bauzinsen aktuell: Wie entwickeln sich die Kreditkosten? Prognose und Trends 2026

Hohe Zinsen, hohe Preise und wenig Verhandlungsspielraum für Immobilienkäufer (Foto: Freepik)

Berlin/Lübeck/München – Der letzte Zinsschock im Dezember, als die Kreditkosten um fast 0,3 Prozentpunkte hochschossen, ist mittlerweile überstanden. Die Bauzinsen haben sich entspannt und bewegen sich seit Mitte Januar seitwärts – allerdings etwas über den Niveaus im Herbst 2025.

Zuletzt zeichnete sich ein leichter Drall nach unten ab: Bei interhyp.de ging der Durchschnittszins für 10-jährige Immobiliendarlehen diese Woche auf 3,72 Prozent runter. Der Top-Zins auf drklein.de beträgt 3,47 Prozent, und der beste Kredit bei check24.de liegt bei 3,35 Prozent. (Stand: 13. Februar).

Das Neugeschäft mit Baufinanzierungen schwächte sich Ende 2025 minimal ab, nach starken Zuwächsen von Ende 2023 bis ins 1. Quartal 2025. Ein Finanzierungsvolumen von 241 Milliarden Euro im letzten Jahr bedeutet den fünftbesten Wert aller Zeiten, haben die Experten von Barkow Consulting ausgerechnet.

Immobilienpreise 2025 kräftig gestiegen

Kräftig stiegen 2025 die Immobilienpreise in Deutschland – nach Angaben des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) um 4 Prozent. Dabei waren vor allem die Wohnimmobilien für den Preisanstieg verantwortlich. Bereits 2024 registrierte der vdp einen Zuwachs von 1,8 Prozent.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt das Kölner Institut für Wirtschaftsforschung. Im Vergleich zum Jahresende 2024 haben sich Eigentumswohnungen um 3,8 Prozent verteuert, so die Ökonomen. Die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser legten demnach 2025 um 2,8 Prozent zu.

Kaum Rabatte für Immobilienkäufer – Trendwende am Bau?

Unterdessen schrumpfen die Verhandlungsspielräume für Immobilienkäufer. Wie immoscout24.de und die Firma Sprengnetter ausgewertet haben, liegen die gezahlten Preise für Wohnungen momentan 5,8 Prozent unter den Angebotspreisen – 6,8 Prozent waren es noch Mitte 2025.

Entspannung beim Preistrend könnte eine Trendwende in der Baubranche mit sich bringen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert für 2026 erstmals seit 5 Jahren einen Anstieg des Bauvolumens (plus 1,7 Prozent). Auch der Wohnungsneubau soll sich beleben.

Prognose des Interhyp-Panels – das aktuelle Niveau nutzen

In den nächsten Wochen bleiben die Bauzinsen auf dem aktuellen Niveau – das ist die Prognose aller Mitglieder des Interhyp-Banken-Panels. Auf längere Sicht hingegen rechnen 2 Drittel der Experten mit einem Anstieg bis zur 4-Prozent-Marke, während 1 Drittel einen Seitwärtstrend sieht.

„Da die Bauzinsen im weiteren Jahresverlauf in der Tendenz eher steigen dürften, rate ich Kaufinteressierten, das derzeitige Niveau zu nutzen”, meint Interhyp-Chef Jörg Utecht. Gegenüber einem Zinsniveau von 4 Prozent spare man “schnell einige Hundert Euro an jährlicher Rate”.

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Zinssenkung der EZB 2026 denkbar – Faktor Staatsverschuldung

Von der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank gehen derzeit wenig Impulse für die Immobilienzinsen aus. Der Einlagensatz liegt seit Mitte 2025 bei 2 Prozent. Im Januar ging die Euro-Inflation allerdings auf 1,7 Prozent zurück, was eine Zinssenkung 2026 wahrscheinlicher macht.

Die Höhe der Bauzinsen ist eng mit der Rendite für 10-jährige Bundesanleihen verbunden, die aktuell bei 2,75 Prozent liegt. Im Dezember lag sie zeitweise höher als 2,9 Prozent. Die steigenden Staatsschulden für Investitionen sprechen eher nicht dafür, dass die Renditen zurückgehen.

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