Bayer Aktie nach den Quartalszahlen: Glyphosat verhagelt Bilanz – Kurs stark im Minus

Qualitätskontrolle in einem Bayer Labor (Foto: Bayer AG)

Leverkusen – Operativ lief es für Bayer 2025 ganz gut, beim Glyphosat-Desaster in den USA konnte im Februar ein Vergleich geschlossen werden – doch die finanziellen Lasten drücken noch schwer. Nach dem Bericht für das 4. Quartal und das Gesamtjahr heute Morgen rutschte der Aktienkurs nach Börsenstart um mehr als 3 Prozent ab, während der Dax nach den Verlusten seit Montag zunächst im Plus notierte.

Beim Umsatz hat Bayer im 4. Quartal mit rund 11,44 Milliarden Euro die Analystenschätzung übertroffen (11,16 Milliarden) – liegt aber unter dem Vorjahresquartal, in dem der Konzern rund 11,73 Milliarden Euro erlöst hat. Der Jahresumsatz von rund 45,58 Milliarden Euro lag 2,2 Prozent unter dem Erlös 2024. Währungs- uns preisbereinigt steht im Quartal und im Gesamtjahr aber ein leichtes Plus.

 


Verluste durch Sondereinflüsse – Prognose 2026

Der operative Gewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen betrug im 4. Quartal rund 1,97 Milliarden Euro, was einen Rückgang von 16,2 Prozent im Jahresvergleich bedeutet. Die Sondereinflüsse insbesondere aus dem Glyphosat-Komplex summieren sich auf ein Minus von rund 3,55 Milliarden Euro, was in diesem Quartal zu einem Ergebnis je Aktie von minus 3,82 Euro führt. Im Gesamtjahr 2025 belief sich das Ebitda vor Sondereinflüssen auf 9,67 Milliarden Euro (minus 4,5 Prozent).

Nach etwas über 45 Milliarden Euro 2025 erwartet Bayer für 2026 einen Umsatz in der Spanne von 45 bis 47 Milliarden Euro. Den währungsbereinigten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie Sondereinflüssen prognostiziert der Konzern auf 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro. Die Nettofinanzverschuldung soll demnach von aktuell knapp 30 Milliarden Euro bis Ende 2026 auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen.

Anderson: umfassender Turnaround – Fortschritte in den Sparten

“Es gibt starke Anzeichen für Fortschritt, wir arbeiten aber noch an unserem umfassenden Turnaround”, kommentierte CEO Bill Anderson Ergebnis und Ausblick. Bayer komme überall im Unternehmen deutlich voran. Man wisse aber, was in den verschiedenen Bereichen noch zu tun sei.

Konkret verwies Anderson auf Fortschritte im Bereich Crop Science (Agrargeschäft) mit dem Programm zur Verbesserung der Ertragskraft. Die Sparte Pharmaceuticals habe neue Produkte eingeführt, die sich als Wachstumstreiber etablieren, so der CEO. Consumer Health habe unter schwachen Märkten in den USA und China gelitten, konnte sein Margenziel aber erreichen.

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