Bitcoin: Der Staat will mitverdienen. (Foto: Freepik, designer750)
Es kommt knüppeldick für Anleger von Bitcoin (BTC) und Co. – und das nicht nur in Deutschland, sondern womöglich in ganz Europa: Neben dem Wegfall der einjährigen Haltefrist hierzulande plant auch die EU eine neue Steuer auf Kryptowährungen. Wie ernst ist die Lage – und besteht Hoffnung für Altbestände?
Prognose: Wird die einjährige Haltefrist abgeschafft?
Es fehlt, das liebe Geld – und irgendwoher muss es ja kommen. Die Lösung scheint gefunden, zumindest für Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil: „Wir wollen die Kryptowährungen anders besteuern“, so der 48-Jährige diese Woche auf der Bundespressekonferenz. Im Kern geht es um die Abschaffung der einjährigen Haltefrist, die Bitcoin-Gewinne bislang steuerfrei stellt.
Doch das ist nur die eine Front – denn zeitgleich hat auch das Europäische Parlament eine Verhandlungsposition verabschiedet, die eine „Abgabe auf Kapitalgewinne aus Kryptowerten“ vorsieht. 370 Abgeordnete sind dafür, 201 dagegen – bei 84 Enthaltungen. Die Krypto-Steuer ist eine von 4 neuen Einnahmequellen, die jährlich rund 60 Milliarden Euro in den EU-Haushalt spülen sollen.
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Außerdem im Fokus: Abgaben auf digitale Dienstleistungen und Online-Glücksspiele sowie die Ausweitung des CO2-Grenzausgleichssystems. Bislang hat die EU nie direkte Steuern von Bürgern erhoben – die Krypto-Abgabe wäre eine der ersten in der Geschichte. Berlin und Paris stellen sich nicht in den Weg, im Gegenteil: Beide Regierungen treiben das Vorhaben sogar aktiv voran.
Die Krypto-Branche reagiert wie zu erwarten mit scharfer Kritik. Eric Demuth, Gründer der großen österreichischen Kryptobörse Bitpanda, positioniert sich auf X unmissverständlich gegen die Pläne: Er sei „selbstverständlich gegen die Abschaffung der Haltefrist“ und werde das der Politik auch so kommunizieren. Das Vorgehen in Österreich sei bereits ein Fehler gewesen – Deutschland solle das keinesfalls nachmachen.
Neue Krypto-Steuer: Österreich als warnendes Beispiel
Tatsächlich liefert das Nachbarland ein ernüchterndes Beispiel: Österreich hat die einjährige Haltefrist 2022 gestrichen und eine pauschale Krypto-Steuer von 27,5 Prozent KESt eingeführt. Das Ergebnis fällt mager aus: Laut dem österreichischen Finanzministerium konnte die Maßnahme im Jahr 2024 gerade einmal 33,8 Millionen Euro erwirtschaften – nur 0,57 Prozent des gesamten Kapitalertragsteuer-Aufkommens. Ursprünglich erhofft hatte sich die Regierung bis zu 300 Millionen Euro.
„Das tatsächliche Steueraufkommen bleibt massiv hinter den Erwartungen zurück“, bilanziert der populäre Finanz-Account Techaktien1 auf X. Einen Lichtblick gibt es dennoch: Noch ist nichts entschieden – und Steuerexperten rechnen fest mit einer Übergangsregelung nach dem Prinzip des Bestandsschutzes. Altbestände, also etwa Bitcoin-Käufe vor einem bestimmten Stichtag, dürften demnach weiterhin nach der bisherigen Regelung steuerfrei bleiben. Erst neue Käufe ab dem Stichtag würden der neuen Besteuerung unterliegen. Das war bei vergleichbaren Reformen stets der Fall – etwa der deutschen Investmentsteuerreform oder der österreichischen Umstellung 2022. Wer also bereits investiert ist, hat gute Chancen, vor dem potenziellen Doppel-Steuer-Hammer geschützt zu sein.
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Krypto futsch – ganz ohne Fiskus
Der Staat ist allerdings nicht die einzige Gefahr fürs Krypto-Vermögen – manchmal geht die auch vom Anleger selbst aus. Das zeigt eine aktuelle Studie der Krypto-Zahlungsplattform Oobit. Demnach haben 35 Prozent aller US-Kryptobesitzer bereits den Zugang zu ihrem Wallet oder Konto verloren. Bei fast einem Drittel davon ist der Verlust permanent – die Coins sind unwiederbringlich weg. 12 Prozent der Betroffenen mussten dabei mehr als 5.000 Dollar einbüßen, der Verlust liegt im Schnitt bei 30 Prozent der Gesamtbestände.
Das angesparte Vermögen, plötzlich futsch – vielen geht das an die Nerven: 49 Prozent berichten von anschließendem Stress und Angst, 60 Prozent geben an, seitdem „grundlegend“ anders zu investieren. Brisant: 30 Prozent derjenigen, die ihre Kryptos verloren haben, wussten nicht einmal, dass der Verlust dauerhaft sein kann. Jeder fünfte Betroffene hat zudem Geld für Wiederherstellungsversuche ausgegeben – in der Regel ohne Erfolg. Für Krypto-Vermögen lauern damit gleich 2 Bedrohungen: die neue aus der Politik – und die eigene Vergesslichkeit. Immerhin: Wer seine Zugangsschlüssel verlegt, braucht sich auch um Haltefristen keine Gedanken mehr zu machen.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Der Beitrag Bitcoin: doppelter Steuer-Hammer! Prognose: Haltefrist weg, Krypto-Abgabe kommt? erschien zuerst auf ftd.de.