Bitcoin: Exodus der Großanleger – 3 Altcoins trotzen dem Trend! Die Prognose

Fehlende Nachfrage: Triste Zeiten für Kryptowährungen (Foto: Freepik, Ha Pic)

Es knirscht und krächzt im Krypto-Gebälk: Bitcoin steht vor einer erneuten Korrektur, gleichzeitig kriegen Großanleger kalte Füße – den Bullen geht die Puste aus. Lediglich 3 Altcoins trotzen dem Trend. Prognose: Könnte sich der Einstieg lohnen?

Prognose: Bitcoin jetzt kaufen – oder abwarten?

Bitcoin kommt 2026 bislang auf keinen grünen Zweig: „Seit Anfang Februar ist jeder Versuch, 70.000 Dollar zurückzugewinnen, an einer Erschöpfung der Nachfrage gescheitert“, bestätigen die Blockchain-Wissenschaftler von Glassnode, dem wohl renommiertesten Krypto-Analyseunternehmen. Bitcoin ziert sich, mimt die Mimose: Bereits ab einem Verkaufsvolumen von 5 Millionen Dollar pro Stunde kippt der Kurs derzeit. Zum Vergleich: Während der Hochphase im 3. Quartal 2025 wurden bis 350 Millionen Dollar pro Stunde an Gewinnen realisiert – und trotzdem ist der Preis gestiegen, weil die Nachfrage den Verkaufsdruck schlichtweg aufgefressen hat. Und genau hier liegt das Problem: Es fehlt an Interesse. „Die anhaltend geringe Liquidität macht eine nachhaltige Erholung in den Bereich von 70.000 bis 80.000 Dollar strukturell schwierig“, so Glassnode in der Prognose.

 


Das befürchten auch Großanleger – und trennen sich von ihren Coins. Laut einer neuen Analyse von CoinShares ist es bei digitalen Anlageprodukten in der vergangenen Woche zu Abflüssen von 173 Millionen Dollar gekommen. Es handelt sich hierbei um die vierte Woche in Folge mit negativem Kapitalfluss – kumuliert haben 3,74 Milliarden Dollar das Ökosystem verlassen. Führend: Bitcoin mit einem Minus von 133 Millionen Dollar, dicht gefolgt von Ethereum (ETH) mit 85,1 Millionen Dollar.

Interessant ist das regionale Gefälle: US-Investoren steigen aus (minus 403 Millionen Dollar netto), in Europa und Kanada hingegen kauft man zu (plus 230 Millionen Dollar). Speziell Großanleger aus Deutschland (plus 115 Millionen Dollar) und der Schweiz (plus 36,8 Millionen Dollar) setzen kurzfristig weiter auf Kryptowährungen. Insgesamt ist das Trading-Volumen börsengehandelter Produkte allerdings spektakulär eingebrochen, von 63 Milliarden auf nur noch 27 Milliarden Dollar. Lediglich 3 Altcoins stehen kurzfristig in der Gunst institutioneller Investoren, sie stemmen sich gegen den Trend.

Prognose: Diese 3 Altcoins trotzen dem Trend

So konnte Ripples XRP (XRP) Zuflüsse von 33,4 Millionen Dollar anziehen, Solana (SOL) 31 Millionen und Chainlink (LINK) 1,1 Millionen Dollar. Aber, wichtig für Anleger: Auch diese kurzfristige Stärke täuscht nicht darüber hinweg, dass alle 3 technisch angeschlagen sind. Top-Analyst Benjamin Cowen beispielsweise erklärt in einer neuen Prognose für Februar, dass es für eine „dauerhafte Expansion“ entweder einen deutlich stärkeren Liquiditätsimpuls oder eine „anhaltende makroökonomische Trendwende“ brauche – beides ist momentan nicht in Sicht.

Doch was bedeutet das für die Bitcoin Prognose 2026? Rücksetzer kaufen oder Finger weg? Kurzfristig sprechen die Signale zwar für Vorsicht – weitere Verluste drohen. Das Bild ändert sich jedoch grundlegend, wenn man die mittelfristige Performance betrachtet. Sie zeigt: Die jüngsten Abflüsse spiegeln lediglich vorübergehende Nervosität wider – nicht den strukturellen Trend. Laut aktuellen Daten haben Unternehmen, Fonds und Staaten ihre Bitcoin-Bestände im Jahr 2025 enorm erhöht – um insgesamt 829.000 Bitcoin. Ein erster Vorgeschmack auf das, was mit klarer und umfassender Krypto-Regulierung möglich wird. Wir sehen: Die vielbeschworene institutionelle Adoption ist kein Hype – sie ist messbare Realität.

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Kryptowährungen im Menschenhandel: Nutzung explodiert

Leider ebenfalls Realität: die Verbindung von Kryptowährungen und organisierter Kriminalität. Das verdeutlicht der aktuelle „Crypto Crime Report“ des Blockchain-Analyseunternehmens Chainalysis. Der Bericht zeigt: 2025 gingen deutlich mehr Krypto-Zahlungen an mutmaßliche Menschenhandelsorganisationen als je zuvor – Chainalysis spricht von einem Anstieg um 85 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kriminelle nutzen Kryptowährungen vor allem in 4 Bereichen: bei Telegram-basierten „internationalen Escort-Diensten“, bei Zwangsarbeitsvermittlern, in Prostitutionsnetzwerken sowie in Netzwerken zur Verbreitung von Kindesmissbrauchsmaterial („Child Sexual Abuse Material“, kurz CSAM). Escort-Dienste und Prostitutionsnetzwerke setzen dabei fast ausschließlich auf Stablecoins, CSAM-Verbreiter nutzen eher Bitcoin.

Zusätzlich alarmierend ist die professionelle Struktur der Operationen – es geht um viel Geld: So überschreitet fast die Hälfte aller Telegram-basierten Escort-Dienste die 10.000-Dollar-Marke – ein Hinweis auf das Ausmaß der kriminellen Strukturen. Chainalysis ergänzt: Die Netzwerke haben eine globale Reichweite, es komme zu bedeutenden Zahlungsströmen aus Ländern wie Brasilien, den USA, Großbritannien, Spanien und Australien.

Im CSAM-Bereich zeigt sich zudem ein unfassbarer Trend: Die Geschäftsmodelle sind bereits so fortgeschritten, dass sie überwiegend Abonnementdienste anbieten. Käufer zahlen einen monatlichen Fixbetrag, erhalten so dauerhaften Zugang zu den Inhalten – Netflix und Co. lassen grüßen. Gleichzeitig betont Chainalysis aber: Die Nutzung von Kryptowährungen stelle in dem Fall auch eine Chance dar. Denn: Die Transparenz der Blockchain-Technologie biete „beispiellose Möglichkeiten zur Aufdeckung, Unterbindung und Durchsetzung, die mit herkömmlichen Zahlungsmethoden nicht möglich wären“, so die Krypto-Forscher abschließend.

Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.

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