Wall-Street-Giganten öffnen Kapitalschleusen (Foto: Freepik, zendaIA)
Es brodelt hinter den Kulissen: Die Wall-Street-Giganten Morgan Stanley und Charles Schwab geben in puncto Bitcoin Vollgas – es geht um viele Billionen Dollar und Millionen neue Käufer. Gleichzeitig äußert sich Top-Bitcoin-Analyst PlanB überraschend bearish – und warnt vor neuen Rücksetzern. Was sollten Anleger jetzt wissen?
Prognose: Bitcoin vor kurzfristiger Korrektur
Bitcoin pumpt seit einigen Tagen, konnte sogar die 70.000-Dollar-Marke zurückerobern – doch die Krypto-Marktforscher von Glassnode dämpfen die Hoffnung auf eine baldige Rallye: „Die schwache Nachfrage am Spotmarkt und die nachlassende Aktivität am Terminmarkt deuten darauf hin, dass der Aufschwung noch nicht von großer Überzeugung getragen wird, auch wenn die ETF-Zuflüsse allmählich leicht ins Positive kippen“, so das Unternehmen in einer neuen Prognose.
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Ähnlich äußert sich Top-Analyst PlanB, Erfinder des legendären Stock-to-Flow-Modells und mit 1,9 Millionen Followern auf X der wohl bekannteste Bitcoin-Experte. Der Holländer warnt: Bitcoin werde erst nochmal deutlich fallen, bevor der nächste Bullenmarkt mit neuen Allzeithochs beginnt. Kurzum: Kurzfristig ist Vorsicht angebracht – doch die langfristigen Signale könnten bullisher kaum sein. Denn: Die Wall Street will’s wissen – und macht ernst mit Bitcoin. So hat Morgan Stanley, mit 6,2 Billionen Dollar verwaltetem Vermögen einer der mächtigsten Finanzkonzerne der Welt, diese Woche seinen ersten Bitcoin-Spot-ETF lanciert – den Morgan Stanley Bitcoin Trust (MSBT). Innerhalb weniger Stunden sind 34 Millionen Dollar in den Fonds geflossen – insgesamt 444 BTC am ersten Handelstag!
Bitcoin: Wall Street öffnet die Kapitalschleusen
Bloombergs Senior-ETF-Analyst Eric Balchunas kommentiert bullish: Der Launch gehört damit zu den Top-1-Prozent aller ETF-Starts überhaupt. Entscheidend: Die 16.000 Finanzberater des Hauses können den Fonds jetzt direkt ihren Kunden empfehlen – das öffnet Kapitalschleusen im Billionenbereich.
Damit nicht genug: Parallel hat Charles Schwab – 38,9 Millionen Kundenkonten, 12,2 Billionen Dollar verwaltetes Vermögen – den direkten Bitcoin-Handel für Privatkunden gestartet. Offizielle Allokationsempfehlung des Giganten: 1 bis 3 Prozent Bitcoin in Standard-Portfolios, bis zu 8,8 Prozent in aggressiven Depots. Positiver Nebeneffekt: Was Schwabs Research-Team als „angemessene Beimischung“ definiert, wird zur Vorlage für Zehntausende Finanzberater. Schwab bewegt damit nicht institutionelles Geld wie die ETFs – sondern Millionen Kleinanleger. Mit entsprechenden Folgen für den Markt.
Strategy-CEO Phong Le etwa kommentiert augenzwinkernd: Dass mehrere Big Player gleichzeitig verschiedene Bitcoin-Strategien ankündigen – das sei „probably nothing“. Le hat die Branche genau im Blick, er besetzt eine Spitzenposition: Das von ihm geführte Unternehmen hält mit mehr als 761.000 BTC in der Bilanz den Weltrekord als größter institutioneller Bitcoin-Anleger.
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Fornelli: Italienisches Bergdorf setzt voll auf Bitcoin
Deutlich kleinere, aber dafür womöglich feinere Brötchen backt hingegen das verschlafene Bergdorf Fornelli. Das 1.800-Seelen-Örtchen in Süditalien hat sich zum weltweit ersten „Bitcoin Village“ erklärt: 25 Geschäfte akzeptieren BTC als Zahlungsmittel – vom Metzger über die Pizzeria bis zur Pension. Das ergibt eine Bitcoin-Akzeptanzstelle pro 72 Einwohner – die nach eigenen Angaben höchste Dichte auf dem Globus. Damit nicht genug. In Fornelli findet sich auch Italiens erstes Denkmal für den mysteriösen Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto: eine Edelstahlskulptur vor malerischer Meereskulisse. Von vorne betrachtet scheint die Figur zu verschwinden – eine Anspielung auf die Anonymität der Krypto-Koryphäe.
Das Konzept hinter der Bitcoin-Befürwortung: Fornelli will digitale Nomaden und Bitcoin-Touristen anlocken, die in dem Bergdorf leben, arbeiten und in BTC bezahlen. Bürgermeister Tedeschi spricht gar von „unserem Sprung in die Zukunft“. Tatsächlich sind bereits einige Bitcoin-Enthusiasten aus Spanien und der Schweiz in die Hügel der Region gepilgert. Jetzt arbeitet die Gemeinde an schnellem Internet, modernen Unterkünften und einem digitalen Tourismus-Pass. Klingt spielerisch-charmant – doch der Gedanke dahinter ist ernst. Bitcoin-Adoption braucht keine Großanleger. Manchmal reicht eine Pizzeria, ein Bürgermeister mit Vision – und die Überzeugung, dass Bitcoin für immer bleiben wird.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Der Beitrag Bitcoin Prognose aktuell: Wall-Street-Invasion! Bärenmarkt vorbei? erschien zuerst auf ftd.de.