Steuern auf unrealisierte Krypto-Gewinne – wird das Schule machen? (Foto: Freepik, inkdrop)
Nach einigem Hin und Her ist es nun beschlossene Sache: Krypto-Anleger in Holland müssen künftig Steuern auf unrealisierte Gewinne bezahlen – und das nicht zu knapp. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen. Trader, Analysten und Anleger sind gleichermaßen fassungslos ob des außergewöhnlichen Steuer-Hammers. Was wurde konkret beschlossen – und könnte Deutschland nachziehen?
Steuerreform in Holland: Was genau wurde beschlossen?
Der beliebte Krypto-Experte Michael van de Poppe macht aus seiner Entrüstung keinen Hehl: „Die Tatsache, dass es in den Niederlanden eine Steuer auf nicht realisierte Gewinne für Bitcoin gibt, ist das Dümmste, was ich seit Langem gesehen habe“. Seine Prognose: Eine „enorme“ Zahl an Menschen werde infolge dessen das Land verlassen. Ob das so kommt, bleibt zwar abzuwarten – das neue Gesetz ist nichtsdestotrotz gravierend: Ab dem 1. Januar 2028 müssen holländische Anleger auf unrealisierte Wertsteigerungen ihrer Assets Steuern zahlen.
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Bedeutet konkret: Wer Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Aktien oder Anleihen besitzt, zahlt jährlich sage und schreibe 36 Prozent Steuern auf die Wertsteigerung – völlig unabhängig davon, ob die Coins verkauft wurden oder nicht! Ein Beispiel: Explodiert der Bitcoin von 60.000 Euro auf 100.000 Euro und crasht dann wieder auf 60.000 Euro, fällt für den vorübergehenden Anstieg um 40.000 Euro trotzdem eine Steuerschuld an – hier nach Abzug von Freibeträgen immer noch etwa 12.000 Euro. Und das, ohne auch nur einen einzigen Cent eingenommen zu haben. Effektiv verlieren Anleger also real Geld, obwohl ihr Bitcoin wieder auf den ursprünglichen Wert zurückgegangen ist.
Kritiker warnen eindringlich: Investoren werden faktisch gezwungen, ihre Assets zu verkaufen, nur um die Steuerschuld zu begleichen! „Die niederländische Regierung zerstört langfristigen Vermögensaufbau durch die Einführung einer Steuer von 36 Prozent auf nicht realisierte Gewinne“, kommentiert Branchenbeobachter Investing visuals auf X. Als niederländischer Staatsbürger und langfristiger Investor sei er „sprachlos angesichts der mangelnden Weitsicht, die hinter dieser neuen Steuer steht“.
Unrealisierte Gewinne bei Bitcoin: Zieht Deutschland nach?
Tatsächlich ist die Reform höchst ungewöhnlich für Europa, denn: Die meisten Länder sind bei Kryptowährungen deutlich anlegerfreundlicher aufgestellt. Monaco, Malta und Portugal beispielsweise erheben bei langfristigen Investments gar keine Kapitalertragssteuer auf Krypto-Gewinne. Dennoch lässt der Steuer-Hammer in Holland viele Anleger aufhorchen: Könnte man auch hierzulande dazu übergehen, unrealisierte Gewinne zu besteuern? Das ist schließlich seit geraumer Zeit immer mal wieder im Gespräch.
Bislang gilt in Deutschland: Kryptowährungen, die länger als ein Jahr gehalten werden, sind beim Verkauf komplett steuerfrei. Auch auf unrealisierte Gewinne fällt grundsätzlich keine Abgabe an. Warum also der Sonderweg in Holland? Die Regierung rechtfertigt die Reform mit Haushaltszwängen: Das Finanzministerium verliert unter dem momentanen System jährlich 2,3 Milliarden Euro. Trotz massiver Kritik hat eine Mehrheit im Parlament nun für die Reform gestimmt, da weitere Verzögerungen die öffentlichen Finanzen über das tragbare Maß hinaus belasten würden. Könnte Deutschland diesem Beispiel folgen? Bislang setzt das deutsche Steuersystem auf realisierte Gewinne und bietet mit der Einjahresfrist einen klaren Anreiz für langfristiges Investment.
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Allerdings zeigt der niederländische Vorstoß einen Trend: Irgendwie will man sich dann doch ein Stück vom Krypto-Kuchen sichern. Frankreich, Spanien und die BRD beispielsweise nutzen Exit-Tax-Regelungen, die unrealisierte Gewinne dann beim Wegzug besteuern. Aber, ob realisiert oder unrealisiert: Aktuell wären die meisten Anleger vermutlich bereits über irgendeine Art von Gewinn erfreut. Bitcoin (BTC) hat in den letzten 4 Wochen fast 30.000 Dollar an Wert eingebüßt, müht sich weiterhin an einer Erholung. Derzeitiger Kurs: 66.502 Dollar pro BTC. Immerhin: Krypto-Wale kaufen munter weiter – die Großanleger setzen auf frisches Momentum im Jahresverlauf.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Der Beitrag Bitcoin: Steuer-Schock in Holland! Prognose: Wird Deutschland folgen? erschien zuerst auf ftd.de.