BMW Quartalszahlen: China-Schwäche drückt Marge – Prognose und Überblick

Die Profitabilität bleibt die größte Baustelle für BMW im Jahr 2026, während der Absatz im Schlüsselmarkt China schwächelt. (Symbolbild, Foto: Magnific.com, thegkartist)

München – Milan Nedeljković hatte sich seinen Start anders vorgestellt. Seit Mai führt er BMW, einen Monat später musste er die Prognose zusammenstreichen. China schwächelt, Zölle fressen Marge, Tausende Stellen fallen weg. Am Mittwoch legt der Autobauer die Zahlen zum 3. Quartal vor (Fragen und Antworten im Live-Stream). Ist der Boden erreicht – oder geht es weiter abwärts?

Die Aktie hat ein schweres Jahr hinter sich. Laut tradingview.com notiert das Dax-Papier bei 58,80 Euro (15.21 Uhr MEZ). Binnen 12 Monaten büßte es rund 27 Prozent ein. Zuletzt keimte Hoffnung: Innerhalb eines Monats ging es um rund 7 Prozent aufwärts. Vom Allzeithoch bleibt die Aktie weit entfernt – im März 2015 kostete sie 123,76 Euro, mehr als das Doppelte.

Gewinnwarnung im Juni: BMW kappt Margenziel

Das 2. Quartal 2026 hinterließ tiefe Spuren. Der Konzernumsatz sank um 7,9 Prozent auf 31,26 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie fiel von 2,85 auf 2,05 Euro. Die EBIT-Marge im Autogeschäft schrumpfte von 5,4 auf 2,3 Prozent. Immerhin: Beim Gewinn je Aktie hatten Analysten laut tradingview.com nur 1,88 Euro erwartet.

Ihre Ziele für 2026 senkte die BMW Group Mitte Juni deutlich. Im Autogeschäft peilt der Konzern nur noch eine EBIT-Marge von 1 bis 3 Prozent an – statt 4 bis 6 Prozent. Der Gewinn vor Steuern soll deutlich sinken, die Auslieferungen leicht. Den Free Cashflow im Autogeschäft erwartet BMW bei mehr als 2,5 Milliarden Euro.

Neuer BMW-Chef: Profitabilität als größte Baustelle

Der neue CEO benennt das Problem ohne Umschweife. „Was uns vor allem zu schaffen macht, ist die Profitabilität“, sagte Nedeljković Ende September laut handelsblatt.com. Seine Antwort: 20 Prozent weniger Abteilungen und Führungspositionen, auch mithilfe von KI, schlankere Prozesse, eine angepasste Modellpalette. Am langfristigen Margenziel von 8 bis 10 Prozent hält er fest – allerdings soll dieses erst Anfang der 2030er-Jahre erreicht werden.

Das Absatzbild bleibt gespalten. Im 3. Quartal lieferte BMW 551.072 Autos aus, 6,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Hauptgrund: der schrumpfende Markt in China, wo der Wettbewerb immer härter wird. Europa legte dagegen um 2,7 Prozent zu, auch die USA wuchsen. Dazu kommen die Zölle: Sie drückten die Automarge im 2. Quartal um 1,25 Prozentpunkte.

 

Neue Klasse als Hoffnungsträger: iX3 gefragt

Lichtblick ist die Neue Klasse. Der Elektro-SUV iX3 kommt allein in Europa auf mehr als 100.000 Bestellungen, das Werk Debrecen produziert seit September im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr. Weltweit stieg der E-Auto-Absatz im 3. Quartal um 7,2 Prozent auf 110.257 Fahrzeuge. Parallel streicht BMW bis 2027 rund 8.000 Stellen – das kostet zunächst Geld.

JPMorgan bleibt optimistisch: Analyst Jose Asumendi erwartet laut boerse-express.com 29,7 Milliarden Euro Umsatz und rund 1,68 Milliarden Euro operatives Ergebnis. RBC sieht Rückenwind, falls BMW den Streit mit einem Bremsenzulieferer beilegt. Morningstar warnt vor Preisdruck, China-Flaute und Währungseffekten. Hinzu kommen einmalige Kosten des Sparprogramms im 2. Halbjahr.

Analysten-Prognosen für BMW: Gewinn je Aktie und Umsatz

Der Gewinn pro Aktie soll nach der mittleren Schätzung von 3 Analysten auf finanzen.net im 3. Quartal von Juli bis September 2026 bei rund 1,86 Euro liegen. Das ist ein Rückgang gegenüber dem Vorquartal, für das BMW 2,05 Euro meldete. Rund 2,74 Euro betrug der Gewinn pro Aktie im Vorjahresquartal von Juli bis September 2025.

Weiter abwärts zeigen auch die Umsatzprognosen – rund 30,58 Milliarden Euro schätzen 6 Analysten im Mittel für das 3. Quartal. Das ist weniger als im Vorjahresquartal (rund 32,31 Milliarden Euro) und im 2. Quartal (rund 31,26 Milliarden Euro). Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember.

 

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