Präzision schlägt Volumen: Wenn ein einzelner, gezielter Treffer das Gewicht von 500 Unternehmen aufwiegt. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)
Kaum ein Aktienmarkt macht aktiven Fondsmanagern das Leben so schwer wie der amerikanische. Der S&P 500 ist günstig investierbar, extrem liquide – und für die meisten Stockpicker kaum zu schlagen. Doch der Alger American Asset Growth Fund gehört zu den bemerkenswerten Ausnahmen. Der offensive Growth-Fonds hat den Index über mehrere Zeiträume deutlich hinter sich gelassen. Reicht das, um einen ETF mit gerade einmal 0,07 Prozent Kosten zu schlagen?
Amerika bleibt die Gewinnmaschine
Wer in Aktien investiert, kommt an den USA kaum vorbei. Nvidia, Microsoft, Apple, Amazon, Alphabet, Meta oder Broadcom dominieren nicht nur die Börsen, sondern zentrale Wachstumsmärkte von künstlicher Intelligenz über Cloud Computing bis zu Halbleitern. Hinzu kommen weltweit führende Unternehmen aus Pharma, Konsum, Industrie und Finanzwirtschaft.
Doch der Erfolg hat seinen Preis. Beim iShares Core S&P 500 UCITS ETF liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis inzwischen bei rund 29, knapp 39 Prozent des Portfolios stecken im Technologiesektor. Das Aktienuniversum ist damit längst nicht mehr so gleichmäßig verteilt, wie die Zahl von mehr als 500 Positionen vermuten lässt. Einige wenige Mega-Caps bestimmen einen erheblichen Teil der Richtung. Das ist gleichzeitig das stärkste Argument für den ETF – und für seinen aktiven Gegner.
Passiv gewinnt meistens
Die Ausgangslage spricht zunächst klar für den Index. Laut aktuellem SPIVA-Report blieben im 1. Halbjahr 2026 67,18 Prozent der aktiven US-Large-Cap-Fonds hinter dem S&P 500. Über 5 Jahre steigt die Quote auf 89,32 Prozent, über 10 Jahre sind es 83,33 Prozent. Selbst in einem Marktumfeld mit größerer Streuung zwischen Gewinnern und Verlierern schaffte es die Mehrheit der aktiven Manager also nicht, den Index zu schlagen. Das Problem ist simpel: Der US-Aktienmarkt ist brutal effizient. Informationen werden rasend schnell verarbeitet, Tausende Analysten beobachten dieselben Unternehmen – und dann kommt noch der Kostennachteil aktiver Fonds hinzu. Wer also behauptet, den amerikanischen Markt dauerhaft schlagen zu können, muss liefern.
Alger liefert zumindest bislang erstaunlich gute Argumente.
Das Duell auf einen Blick
| Kennzahl | Alger American Asset Growth Fund A US | iShares Core S&P 500 UCITS ETF |
|---|---|---|
| ISIN / WKN | LU0070176184 / 986333 | IE00B5BMR087 / A0YEDG |
| Auflage | 19.08.1996 | 18.05.2010 |
| Ansatz | aktiv / Growth | passiv / S&P 500 |
| Laufende Kosten | 2,11 % | 0,07 % |
| Vergleichsindex | Russell 1000 Growth | S&P 500 |
| Positionen | ca. 74 | ca. 504 |
| Anteil Top 10 | ca. 48 % | ca. 38 % |
| Performance 1 Jahr* | +24,06 % | +19,39 % |
| Performance 3 Jahre* | +34,20 % | +19,19 % |
| Performance 5 Jahre* | +16,37 % | +13,93 % |
| Volatilität 3 Jahre* | 21,9 % | 13,2 % |
| Sharpe Ratio 3 Jahre* | 1,26 | 1,16 |
Alger: Wachstum ist hier keine Nebenwirkung
Der Alger American Asset Growth Fund (ISIN: LU0070176184) ist kein verkappter S&P-500-Fonds. Und genau das macht ihn interessant. Mindestens 2 Drittel des Vermögens werden in Aktien oder aktienähnliche Wertpapiere von Unternehmen investiert, deren Titel an einer US-Börse notiert oder gehandelt werden und die aus Sicht der Manager über besonders attraktive Wachstumsperspektiven verfügen. Die offizielle Benchmark ist nicht der S&P 500, sondern der Russell 1000 Growth Index.
Das Schlagwort der Fondsgesellschaft dafür lautet „Positive Dynamic Change“. Gemeint sind Unternehmen, bei denen sich Wachstum durch steigende Absatzmengen, technologische Veränderungen, neue Produkte, neues Management oder einen grundlegenden Wandel des Geschäftsmodells beschleunigt. Dahinter steckt klassisches fundamentales Research: Alger sucht gezielt nach Unternehmen, die von strukturellem Wandel und Innovation profitieren. Das Ergebnis hat mit einem gewöhnlichen US-Aktienfonds wenig zu tun.
74 Aktien statt 500
Ende August hielt Alger lediglich rund 74 Aktien. Der Active Share gegenüber dem Russell 1000 Growth lag bei gut 57 Prozent, die 10 größten Positionen machten rund 48 Prozent des Fonds aus. Ganz vorne standen Nvidia, Microsoft und Amazon. Hinzu kamen unter anderem Taiwan Semiconductor, Alphabet, Broadcom, Apple, Meta, Nebius und Micron. Damit besitzt Alger zwar viele der bekannten US-Tech-Giganten, gewichtet sie aber anders als der Markt und ergänzt sie um Unternehmen, die im S&P 500 teilweise gar nicht enthalten sind.
Genau dort soll aktives Management seinen Mehrwert liefern: nicht einfach das besitzen, was der Index vorgibt, sondern dort mehr Kapital einsetzen, wo die Manager die besseren Chancen sehen. Allerdings sollte niemand Alger mit einem defensiven Stockpicker verwechseln. Rund die Hälfte des Portfolios steckt zeitweise allein in Informationstechnologie.
Aktiv bedeutet hier nicht weniger Konzentration. Aktiv bedeutet andere Konzentration.
Wer steckt eigentlich hinter Alger?
In Deutschland ist die Gesellschaft deutlich weniger bekannt als Fidelity, JPMorgan oder BlackRock. In den USA gehört Alger dagegen zu den traditionsreichen Growth-Boutiquen. Fred Alger gründete das Unternehmen 1964 in New York. Seitdem konzentriert sich die Investmentphilosophie auf Wachstumsunternehmen, Innovation und strukturellen Wandel. Alger ist bis heute privat geführt und verwaltete Ende März 2026 rund 31,8 Milliarden US-Dollar.
Zur Geschichte gehört allerdings auch ein tragisches Kapitel. Beim Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 verlor Alger 35 Mitarbeiter und Freunde, darunter David Alger. Das Unternehmen wurde danach wieder aufgebaut und führt die Erinnerung an die Opfer bis heute fort. Alger ist damit noch immer das, was die Gesellschaft ursprünglich sein wollte: ein Spezialist für Wachstumsaktien – und kein Fonds-Supermarkt.
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Die Manager: Über 20 Jahre dieselbe Handschrift
Die wichtigste Personalie beim American Asset Growth Fund ist Patrick Kelly. Er kam 1999 zu Alger, begann als Research Associate und übernahm 2004 Verantwortung als Portfoliomanager für die Capital-Appreciation- und Spectra-Strategien. Seit 2015 leitet er diesen Bereich. Inzwischen bringt Kelly 29 Jahre Investmenterfahrung mit. An seiner Seite steht Dr. Ankur Crawford. Die promovierte Materialwissenschaftlerin kam 2004 zu Alger, arbeitete sich vom Research Associate über die Technologieanalyse bis zur Portfoliomanagerin hoch und gehört seit 2015 zum Management der großen Capital-Appreciation-Strategien. Vor ihrer Investmentkarriere arbeitete sie unter anderem als Ingenieurin bei Intel.
Komplettiert wird das Trio von Dan Chung, CEO und Chief Investment Officer von Alger. Chung kam bereits 1994 zum Unternehmen und verfügt inzwischen über mehr als 3 Jahrzehnte Investmenterfahrung. Kelly, Crawford und Chung werden als verantwortliche Manager der Strategie geführt. Der Fonds existiert seit 1996, Kelly prägt die Strategie seit 2004. Von einem kurzfristigen Glückstreffer kann man hier also kaum sprechen.
iShares: Der Autopilot
Auf der anderen Seite steht die denkbar einfachste Lösung: kaufen, liegen lassen, fertig. Der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (ISIN: IE00B5BMR087) bildet den S&P 500 physisch nach. Rund 500 Aktien, eine TER von gerade einmal 0,07 Prozent, thesaurierend und ein Fondsvolumen von inzwischen rund 159 Milliarden US-Dollar. Viel mehr Skaleneffekt geht kaum. Niemand entscheidet, ob Nvidia zu teuer, Apple zu langsam oder Microsoft zu dominant geworden ist. Der Markt entscheidet. Steigt ein Unternehmen, wächst automatisch sein Gewicht. Fällt es zurück, schrumpft sein Anteil. Das klingt banal. Aber genau diese Banalität ist der große Vorteil.
Keine Managerwette. Keine Stilfrage. Kaum Kosten. Keine Gefahr, dass der Star-Portfoliomanager morgen kündigt.
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Der Haken: 500 Aktien sind nicht automatisch 500 Wetten
Ganz so breit, wie die Zahl von gut 500 Aktien vermuten lässt, ist der ETF allerdings nicht. Ende August entfielen knapp 38 Prozent auf die 10 größten Positionen. Nvidia und Apple allein kamen jeweils auf Größenordnungen von rund 7 bis 8 Prozent, dahinter folgten Microsoft, Amazon, Alphabet, Broadcom und Meta. Der S&P 500 ist damit längst auch eine Wette auf amerikanische Mega-Caps und Technologie.
Das ist kein Fehler des ETF. Er bildet lediglich ab, was der Markt hervorgebracht hat. Aber genau hier beginnt die Chance des aktiven Managers: Er kann Apple reduzieren, kleinere Wachstumsunternehmen hochgewichten oder Titel wie TSMC oder Nebius kaufen, die im S&P 500 gar nicht vertreten sind.
Ein wichtiger Unterschied: Alger ist kein aktiver S&P 500
Bevor wir auf die Performance schauen, braucht das Duell allerdings einen Warnhinweis. Wir vergleichen hier keine 2 identischen Strategien. Der iShares bildet den breiten S&P 500 ab. Alger ist dagegen ein offensiver Growth-Fonds, dessen offizielle Benchmark der Russell 1000 Growth ist. Damit bringt Alger von Haus aus deutlich mehr Wachstums-, Technologie- und Momentum-Exposure mit. Das ist wichtig für die Interpretation der Renditen. Ein Teil der Outperformance gegenüber dem S&P 500 stammt nicht zwangsläufig aus reinem Stockpicking, sondern auch aus dem gewählten Anlagestil.
Wie relevant dieser Unterschied ist, zeigen die offiziellen Alger-Daten per Ende 2025: Über 10 Jahre erzielte die A-US-Klasse 16,76 Prozent p. a. und schlug damit den S&P 500 mit 14,82 Prozent deutlich. Der Russell 1000 Growth kam allerdings auf 18,13 Prozent p. a. und lag damit wiederum vor Alger. Alger schlägt also den breiten US-Markt. Ob daraus automatisch Manager-Alpha entsteht, ist eine andere Frage.
Performance: Alger liefert
Jetzt wird das Duell spannend. Auf Basis vergleichbarer FWW-Daten in Euro per Ende August 2026 kommt Alger über 1 Jahr auf plus 24,06 Prozent, der iShares-ETF auf plus 19,39 Prozent. Über 3 Jahre öffnet sich die Schere deutlich: Alger erreicht annualisiert plus 34,20 Prozent, der ETF plus 19,19 Prozent. Auch über 5 Jahre bleibt der aktive Fonds vorne – mit plus 16,37 Prozent p. a. gegenüber plus 13,93 Prozent p. a.
Dass der Vorsprung gegenüber dem S&P 500 kein kurzfristiger Ausreißer ist, zeigen auch die Originaldaten von Alger in US-Dollar. Die A-US-Klasse liegt per Ende August über 1, 3, 5 und 10 Jahre vor dem S&P 500. Über 10 Jahre stehen plus 18,15 Prozent p. a. beim Fonds plus 15,37 Prozent p. a. beim Index gegenüber – und das bereits nach Fondskosten. Das ist bemerkenswert. Denn gerade am hoch effizienten US-Aktienmarkt schaffen es nur wenige aktive Fonds, den breiten Index über lange Zeiträume hinter sich zu lassen.
Performance-Sieger: Alger.
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3 Jahre, die den Unterschied machten
Woher kommt der Vorsprung? Vor allem aus den jüngsten starken Börsenjahren. 2023 gewann die A-US-Klasse in US-Dollar 40,54 Prozent, 2024 weitere 46,23 Prozent und 2025 noch einmal 33,26 Prozent. Der iShares S&P 500 kam im selben Zeitraum auf rund 25,9 Prozent, 24,7 Prozent und 17,6 Prozent. Die offiziellen Alger-Unterlagen bestätigen für die A-US-Klasse exakt die Renditen von 40,54 Prozent, 46,23 Prozent und 33,26 Prozent in diesen 3 Kalenderjahren. Algers offensive Wetten auf Halbleiter, KI-Infrastruktur und strukturelles Wachstum haben voll eingeschlagen. Genau hier zeigt sich die Stärke eines konzentrierten Growth-Managers: Wenn die richtigen Trends laufen, kann der Abstand zum breiten Markt beträchtlich werden.
Doch der Turbo funktioniert auch in die andere Richtung.
Risiko: Turbo heißt auch Turbo
Das Jahr 2022 liefert dafür das beste Beispiel. Als steigende Zinsen Wachstumsaktien unter Druck setzten, verlor der Alger-Fonds 37,64 Prozent. Der iShares S&P 500-ETF kam mit einem Minus von 18,3 Prozent deutlich glimpflicher davon. Das ist kein Ausrutscher, sondern Teil des Konzepts. Alger investiert offensiver, konzentrierter und wachstumsorientierter – und genau das schlägt sich in höheren Schwankungen nieder.
Über 3 Jahre liegt die Volatilität laut FWW bei 21,9 Prozent, beim iShares-ETF bei lediglich 13,2 Prozent. Über 5 Jahre stehen 22,31 Prozent bei Alger 14,73 Prozent beim ETF gegenüber. Alger liefert also mehr Rendite – verlangt Anlegern dafür aber auch deutlich mehr Nerven ab. Bei der Sharpe Ratio wird das Duell deshalb enger. Über 3 Jahre liegt Alger mit 1,26 zu 1,16 knapp vorne. Über 1 Jahr gewinnt dagegen der ETF mit 1,68 zu 0,97, über 5 Jahre ebenfalls mit 0,59 zu 0,45. Die Botschaft ist eindeutig: Alger gewinnt bei der absoluten Rendite. iShares punktet bei Stabilität und langfristiger Risikoeffizienz. Wer Alger kauft, bekommt mehr Renditechance – aber eben auch deutlich mehr Ausschlag auf der Risikoskala.
Risiko-Sieger: iShares.
Kosten: 0,07 gegen 2,11 Prozent
Bei den Kosten gibt es kein Duell. Es ist eine Hinrichtug. Der iShares verlangt eine TER von gerade einmal 0,07 Prozent. Beim Alger American Asset Growth Fund A US liegt die TER bei 2,11 Prozent. Die offiziellen Alger-Unterlagen bestätigen für die A-US-Klasse eine TER von 2,11 Prozent. Hinzu kommen beim Alger laut aktuellen Fondsdaten Transaktionskosten von rund 0,36 Prozent; beim regulären Erwerb kann außerdem ein Ausgabeaufschlag anfallen. Aus 0,07 gegen 2,11 Prozent wird über lange Anlagezeiträume ein gewaltiger Unterschied. Umso bemerkenswerter ist allerdings, dass Alger den S&P 500 über mehrere Zeiträume nach Kosten geschlagen hat. Die hohen Gebühren haben den Renditevorsprung gegenüber dem breiten US-Markt bislang also nicht aufgezehrt. Aber die Hürde bleibt gewaltig: Alger startet jedes Jahr mit einem Kostennachteil von mehr als 2 Prozentpunkten.
Kosten-Sieger: iShares. Mit Lichtjahren Abstand.
Wann passiv?
Für den ETF spricht fast alles, was Anleger an einem Kerninvestment schätzen: niedrige Kosten, hohe Liquidität, Transparenz, breite Streuung und kein Managerrisiko. Wer schlicht davon ausgeht, dass die größten amerikanischen Unternehmen langfristig weiter wachsen, und keine besondere Meinung dazu hat, welche Aktien besser oder schlechter abschneiden werden, braucht eigentlich keinen Fondsmanager. Hinzu kommt die Statistik. Wenn 89,32 Prozent der aktiven US-Large-Cap-Fonds über 5 Jahre ihren Vergleichsindex nicht schlagen, ist ein günstiger ETF keine Notlösung.
Er ist die rationale Ausgangsposition.
Wann aktiv?
Aktiv wird interessant, wenn Anleger bewusst nicht einfach den S&P 500 besitzen wollen. Wenn ihnen die Mega-Cap-Konzentration zu hoch erscheint. Wenn sie Chancen außerhalb der Indexschwergewichte suchen. Wenn ein Manager bei strukturellen Wachstumstrends früher zugreifen soll. Oder wenn sie überzeugt sind, einen der wenigen Manager gefunden zu haben, die dem breiten Markt langfristig Mehrwert liefern können. Alger erfüllt zumindest mehrere dieser Voraussetzungen. Aber Anleger sollten sich über eines im Klaren sein: Sie kaufen mit Alger keinen etwas besseren S&P 500. Sie kaufen einen deutlich offensiveren Growth-Fonds. Das ist ein entscheidender Unterschied.
Das Urteil
iShares ist der günstige Autopilot. Alger sitzt hingegen selbst am Steuer – und drückt kräftig aufs Gas. Für die meisten Anleger ist der iShares Core S&P 500 UCITS ETF der überzeugendere US-Kernbaustein: 0,07 Prozent TER, rund 500 Aktien, enorme Liquidität und eine Benchmark, an der sich aktive Manager seit Jahrzehnten die Zähne ausbeißen. Wer den amerikanischen Aktienmarkt einfach besitzen möchte, muss es nicht komplizierter machen. Doch dieses Fonds-Duell endet nicht mit dem üblichen ETF-Sieg.
Der Alger American Asset Growth Fund hat etwas geschafft, woran die große Mehrheit aktiver Konkurrenten scheitert: Er hat seine hohen Kosten gegenüber dem S&P 500 durch eine starke Renditeentwicklung mehr als kompensiert. Über 1, 3, 5 und 10 Jahre fällt die Bilanz gegenüber dem breiten US-Markt bemerkenswert aus. Allerdings gehört zur Wahrheit auch: Alger ist ein Growth-Fonds und misst sich offiziell am Russell 1000 Growth. Der Vorsprung gegenüber dem S&P 500 ist deshalb nicht vollständig mit Manager-Alpha gleichzusetzen. Ein Teil ist der Preis – und in den vergangenen Jahren die Belohnung – für eine offensivere Wachstumsstrategie. Dafür bezahlt der Anleger mit deutlich höherer Volatilität, heftigeren Verlustphasen und einer konzentrierten Growth-Wette.
Unser Sieger? Es kommt auf den Job an.
Als US-Kerninvestment gewinnt der iShares Core S&P 500. Kosten, Einfachheit, Diversifikation und Risikoeffizienz sind nur schwer zu schlagen. Als offensive Renditewette gewinnt Alger. Patrick Kelly, Ankur Crawford und Dan Chung haben gezeigt, dass ein aktiv gesteuerter Growth-Fonds den breiten US-Markt über lange Strecken deutlich hinter sich lassen kann. Wer nur einen Baustein für die USA sucht, dürfte mit dem iShares besser schlafen. Wer dagegen bereits einen breiten US-Kern besitzt und bewusst mehr Wachstum, mehr Technologie und mehr aktive Managerentscheidungen sucht, findet im Alger einen außergewöhnlich spannenden Satelliten.
Der ETF gewinnt die Vernunft. Alger gewinnt die Kür. Und selten war ein Unentschieden so spannend.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag Das Fonds-Duell: Alger vs. iShares – Kann der Stockpicker den S&P 500 schlagen? erschien zuerst auf ftd.de.