Weltweite Wachstumsdynamik mit Investment in Emerging Markets nutzen. (Foto: Freepik KI Suite)
Ein MSCI-World-ETF verkauft Anlegern globale Streuung – liefert aber vor allem Amerika. Wer sein Depot ausschließlich auf Industrieländer ausrichtet, verzichtet freiwillig auf einen Großteil der weltweiten Wachstumsdynamik. Schwellenländer sind längst kein exotisches Anhängsel mehr, sondern ein zentraler Renditebaustein. Warum Emerging Markets jetzt ins Portfolio gehören – und wie Anleger dieses Potenzial über einen intelligenten ETF oder einen aktiven Fonds erschließen können.
Der große Irrtum vom „Welt“-Index
Viele Anleger glauben, mit einem Investment in einen global klingenden Aktienindex wie dem MSCI World bereits breit aufgestellt zu sein. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Der Index bildet fast ausschließlich entwickelte Volkswirtschaften ab – rund 70 Prozent entfallen allein auf die USA. Aufstrebende Märkte in Asien, Lateinamerika oder Osteuropa bleiben außen vor.
Dabei stemmen genau diese Länder heute den Löwenanteil des weltweiten Wachstums. Schwellenländer tragen rund 40 Prozent zum nominalen und etwa 70 Prozent zum globalen Wachstum bei. Wer sie ignoriert, verzichtet systematisch auf Rendite.
Das ist kein theoretisches Argument, sondern historisch belegbar: Seit Ende der 1980er-Jahre erzielten Aktien aus Emerging Markets langfristig höhere Renditen als Industrieländer – 10 Prozent versus 8,5 Prozent pro Jahr – bei etwas größerer Schwankungsbreite. Doch selbst diese Volatilitätsdifferenz nimmt seit Jahren ab. Die Kapitalmärkte der Schwellenländer sind reifer, die Geldpolitik stabiler, die Verschuldungsprobleme längst kein exklusives EM-Thema mehr. Alte Klischees greifen nicht mehr.
Rückenwind von mehreren Seiten
Mehrere Faktoren rücken die Schwellenländer derzeit ins Rampenlicht. An erster Stelle steht der schwache US-Dollar: Für viele Emerging Markets wirkt er wie ein Konjunkturprogramm. US-Dollarschulden werden leichter tragbar, Kapitalflüsse stabilisieren sich, Währungsrisiken verlieren ihren Schrecken. Gleichzeitig verschafft der schwache Greenback Exporteuren in Asien und Lateinamerika einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Auch fundamental holen die Schwellenländer massiv auf. Das erwartete Gewinnwachstum übertrifft deutlich das der Industrienationen, während die Bewertungen teilweise 40 Prozent unter dem US-Niveau liegen. Europa und Amerika kämpfen mit demografischen Bremsklötzen, viele EM-Staaten profitieren hingegen von einer jungen Bevölkerung, wachsender Mittelschicht und steigender Binnennachfrage.
Strukturelle Trends verstärken diesen Vorteil: Südkorea und Taiwan sind zentrale Pfeiler der globalen Halbleiter-Wertschöpfung, Indien entwickelt sich zur Werkbank und Digitalmacht, Mexiko profitiert vom Nearshoring nach Nordamerika, Brasilien vom weltweiten Rohstoffhunger. Die Börsen spiegeln diese Dynamik wider: Seit Jahresbeginn flossen den Schwellenländern deutlich mehr Mittel zu als den Industriemärkten – obwohl sie weiterhin günstig bewertet sind.
Für ein ausgewogenes Portfolio gilt deshalb eine einfache Faustregel: Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent Emerging Markets ist kein Abenteuer, sondern schlicht gesunder Menschenverstand.
Möglichkeit 1: Der fundamentale Ansatz – Invesco ETF
Wer Schwellenländer passiv abbilden möchte, aber nicht blind auf die Marktkapitalisierung vertraut, findet im Invesco FTSE RAFI Emerging Markets UCITS ETF (ISIN: IE00B23D9570) eine interessante Alternative zu klassischen Index-Trackern.
Der Clou liegt in der Gewichtung: Anders als herkömmliche ETFs sortiert dieser Fonds Unternehmen nicht nach Börsenwert, sondern nach ihrer „wirtschaftlichen Größe“. Umsatz, Cashflow, Buchwert und Dividenden der vergangenen Jahre bestimmen die Indexgewichtung. Das Ergebnis ist ein klarer Value-Bias: solide Substanzwerte werden bevorzugt, hoch bewertete Wachstumsstars eher zurückhaltend berücksichtigt.
Praktisch heißt das: Banken, Rohstoffkonzerne und Industrieunternehmen erhalten größere Anteile im Portfolio, während spekulative Tech-Gewinner niedriger gewichtet werden. Anleger erhalten damit einen physisch replizierenden ETF mit eingebautem Faktor-Tilt, der durch regelmäßige Rebalancings systematisch teuer gewordene Titel reduziert und unterbewertete Positionen aufstockt.
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Branchenfokus und Performance: Substanzwerte als Renditetreiber in Schwellenländern
Zu den Schwergewichten zählen Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, Alibaba Group und Tencent, ergänzt durch große Finanzinstitute und brasilianische Rohstofftitel wie Vale oder Petroleo Brasileiro. Auf Sektorebene dominieren Finanzwerte, Technologie sowie Energie und Grundstoffe.
Historisch hat sich die fundamentale Gewichtung des ETFs mehrfach als Vorteil erwiesen. In vielen Marktphasen übertraf er klassische, nach Marktkapitalisierung gewichtete Emerging-Markets-Produkte deutlich: Auf Sicht von 10 Jahren liegt der ETF mit einem Plus von 215 Prozent fast 60 Prozent vor einem traditionellen EM-ETF. Der Preis dafür ist die stärkere Value-Lastigkeit, die in Wachstumsboomphasen etwas dämpfen kann – langfristig jedoch eine attraktive Rendite und regelmäßige Rebalancing-Prämien liefert.
Kurz gesagt: Der Invesco FTSE RAFI Emerging Markets UCITS ETF ist das ideale Instrument für Anleger, die Schwellenländer nicht als reine Tech-Wette, sondern als breit aufgestellte Wachstumsstory mit Substanz sehen.
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Möglichkeit 2: Aktives Stockpicking – BlackRock Strategic Funds
Wer über passives Beta hinaus auf Alpha setzen will, findet im BSF Emerging Markets Equity Strategies (ISIN: LU1321847987) einen gezielten Zugang zu den strukturellen Wachstumsmotoren der Schwellenländer. Die beiden Manager Samuel Vecht und Gordon Frase verfolgen einen klar aktiven Ansatz, der weit über die reine Indexnachbildung hinausgeht. Sie sehen Emerging Markets nicht als homogene Region, sondern als vielschichtiges Universum aus Wirtschaftsentwicklung, Demografie, Technologie und unternehmerischer Governance.
Der Fonds konzentriert sich auf Unternehmen, die echte Wettbewerbsvorteile in ihren Segmenten besitzen, profitabel wirtschaften und deren Potenzial noch nicht vollständig im Börsenkurs reflektiert ist. Das Portfolio ist bewusst schlank gehalten, um die Chancen der Märkte gezielt zu nutzen. Neben etablierten Schwergewichten wie Taiwan Semiconductor Manufacturing Company oder Samsung Electronics setzen die Manager auf dynamische Wachstumswerte aus den Bereichen E-Commerce und Digitaldienstleistungen sowie auf ausgewählte Finanztitel – darunter Meituan und Wal-Mart de México.
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Selektion nach Qualität und Bewertung: Aktives Management für strukturelles Wachstum
Die Strategie folgt einem klaren Qualitäts- und Bewertungsfokus: Gesucht werden Unternehmen mit soliden Bilanzen, nachhaltigem Gewinnwachstum und strukturellen Wettbewerbsvorteilen, die vom Megatrend Digitalisierung, urbanem Konsum und wachsender Mittelschicht profitieren. Gleichzeitig werden Risiken durch gezielte Länder- und Sektorallokationen aktiv gesteuert, um Drawdowns abzufedern, ohne die Chancen zu beschneiden.
Die Erfolge der vergangenen Jahre belegen die Effektivität: In den zurückliegenden 10 Jahren erzielte der Fonds einen Wertzuwachs von rund 280 Prozent und lag damit deutlich über vielen passiven EM-Strategien. Auch in der jüngeren Vergangenheit konnte er die Benchmark wiederholt übertreffen, während er sich gleichzeitig flexibel an Marktveränderungen anpasste. Die Kehrseite der Medaille: Die Volatilität bleibt typisch für Schwellenländer und kurzfristige Rücksetzer sind möglich – dafür gibt es das aktive Management, das Chancen systematisch nutzt.
Kurz gesagt: Der BSF Emerging Markets Equity Strategies ist für Anleger, die mehr wollen als ein passives Index-Exposure. Er bietet die Möglichkeit, gezielt die Gewinner der Emerging Markets-Transformation zu identifizieren, von strukturellem Wachstum zu profitieren und sich durch aktives Stockpicking echte Mehrerträge zu sichern – ein Fonds, bei dem Managementkompetenz, Fokus und Marktverständnis direkt in der Performance sichtbar werden.
Fazit: Ohne Schwellenländer bleibt das Depot unvollständig
Die Emerging Markets sind heute keine Exoten an den Börsen mehr. Sie sind resilienter, besser reguliert und fundamental stärker aufgestellt als noch vor 20 Jahren. Mit höherem Wachstum, günstigeren Bewertungen und strukturellem Rückenwind bieten sie genau das, was vielen Industriemärkten zunehmend fehlt.
Ob über einen intelligent konstruierten ETF wie den „Invesco FTSE RAFI Emerging Markets UCITS ETF” oder über einen aktiven Ansatz wie den „BSF Emerging Markets Equity Strategies”: Wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt an Schwellenländeraktien nicht vorbei. Alles andere ist – bei allem Respekt – Provinz im Weltportfolio.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag Die vergessene Hälfte: Darum gehören Schwellenländer jetzt ins Depot – ETF und Fonds erschien zuerst auf ftd.de.