Ein ETF, der die „Dogs of the Dow“ abbildet, bietet eine einfache Alternative zur Einzelaktienauswahl. (Foto: Gemini Nano Banana)
Während Algorithmen in Millisekunden Billionenwerte verschieben, setzen manche Anleger auf eine 30 Jahre alte, geradezu stoische Logik: Die „Dogs of the Dow“. Wer auf die 10 Dow-Jones-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite setzt, hofft auf einen Kursrebound und sichere Ausschüttungen – und könnte auch 2026 wieder den Markt übertreffen. Wer den Aufwand scheut, kann die Strategie bequem per ETF nachbilden. Wir stellen ihn vor.
Alte Strategie, neuer Glanz
In einer Ära, in der künstliche Intelligenz ganze Portfolios verwaltet, wirkt die „Dogs of the Dow“-Strategie fast schon wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Ihre Logik ist simpel: Anleger investieren zu Jahresbeginn gleichgewichtet in die 10 Dow-Jones-Aktien mit der höchsten Dividendenrendite. Wer am Jahresende nicht mehr unter den 10 High-Yieldern liegt, fliegt raus, neue Kandidaten rücken nach – fertig ist die jährliche Aktienauswahl.
Auf den ersten Blick ein Griff in die vermeintliche Resterampe, historisch oft jedoch ein kluger Schachzug: Seit der Jahrtausendwende hat diese Regel in der Mehrzahl der Jahre den Dow Jones geschlagen. Besonders in turbulenten Phasen wie 2022 boten die „Dogs“ Stabilität, während hochgejubelte Wachstumswerte einbrachen.
Erfolgsjahr 2025: Dividendenstarke Werte erholen sich
2025 war erneut ein Paradejahr für diese Strategie: Die 10 Dogs legten im Schnitt knapp 18 Prozent zu, während der Dow Jones nur rund 14 Prozent gewann. Getrieben wurde das Comeback vor allem von etablierten Technologie- und Gesundheitswerten, die sich von der Marktschwäche erholten.
Die Strategie basiert auf 3 Kernfaktoren:
- Substanzwerte: Dow-Mitglieder sind etablierte Blue Chips, Pleiten selten.
- Mean Reversion: Nach Kursverlusten folgt häufig eine Erholung.
- Dividenden: Während Anleger auf die Kurserholung warten, kassieren sie attraktive Ausschüttungen.
Die Kandidaten für 2026: Neue Chancen und bewährte Stars
Für 2026 gibt es einige Veränderungen in der Liste der „Dogs of the Dow“. Aktien, die 2025 stark gestiegen sind. So fallen etwa IBM oder Cisco raus, weil ihre Dividendenrendite inzwischen zu niedrig ist. An ihre Stelle rücken klassische Turnaround-Kandidaten, also Unternehmen, die im Vorjahr geschwächelt haben, aber nun auf Erholung hoffen lassen.
Die auffälligsten Neuzugänge:
- Nike: Der Sportartikelriese verlor 16 Prozent in 2025 und hat seit 2021 mehr als die Hälfte seines Kurswertes eingebüßt. Analysten sehen für 2026 ein Kurspotenzial von rund 21 Prozent. Dividendenrendite: 2,5 Prozent.
- UnitedHealth: Der Gesundheitskonzern fiel im Vorjahr um ein Drittel, belastet durch regulatorische Unsicherheiten. Analystenkonsens: Kauf, erwartetes Plus 20 Prozent, Dividendenrendite 2,6 Prozent.
- Home Depot: Der Kurs litt unter dem schwachen US-Immobilienmarkt. Experten sehen Chancen auf 14 Prozent Erholung, Dividendenrendite 2,7 Prozent.
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Die stabilen Dogs: bewährte Dividendenstars
Verizon: Mit einer Dividendenrendite von 6,8 Prozent ist Verizon der höchste Zahler im Dow. Der Kurs stieg 2025 nur moderat um 0,7 Prozent, der stabile Cashflow sorgt aber für verlässliche Ausschüttungen und macht die Aktie zu einem defensiven Anker im Portfolio.
- Chevron: Der Ölkonzern zahlt 4,5 Prozent Dividende und legte 2025 um 2,9 Prozent zu. Chevron profitiert weiterhin von hohen Ölpreisen und bietet eine solide Kombination aus Ertrag und Marktbeteiligung im Energiesektor.
- Merck & Co.: Mit einer Rendite von 3,2 Prozent verbindet Merck stabile Ausschüttungen mit Wachstumspotenzial im Pharmasektor. Der Kurs stieg 2025 um 7,5 Prozent, was den Titel zu einem ausgewogenen Value-Investment macht.
- Amgen: Der Biotech-Konzern liefert eine Dividendenrendite von 3,1 Prozent und gehörte 2025 mit plus 27 Prozent zu den Top-Performern im Gesundheitssektor. Die Aktie kombiniert starke Kursentwicklung mit attraktiven Ausschüttungen.
- Coca-Cola: Klassische Dividendenaktie mit 2,9 Prozent Rendite. Der Kurs stieg 2025 um 13,5 Prozent, der stabile Cashflow und die breite Marktstellung im Konsumgüterbereich sorgen für zuverlässige Einnahmen.
- Procter & Gamble: Ebenfalls 2,9 Prozent Dividendenrendite, der Kurs verlor 2025 jedoch 12,9 Prozent und war damit der schwächste Performer unter den Dogs. Die Dividende bleibt aber sicher, was die Aktie langfristig attraktiv macht.
- Johnson & Johnson: Der Dividendenaristokrat zahlt 2,5 Prozent Rendite und verzeichnete 2025 ein Kursplus von 44 Prozent. Das Unternehmen überzeugt durch ein defensives Profil, stabile Cashflows und eine verlässliche Ausschüttungspolitik.
Insgesamt ergibt sich damit eine attraktive durchschnittliche Ausschüttungsrendite von rund 3 Prozent – mehr als das Doppelte des Dow-Durchschnitts. Die Mischung aus stabilen Dividendenstars und schwächeren Turnaround-Kandidaten macht die Dogs für 2026 besonders spannend.
Risiken und Grenzen der Strategie
Trotz starker Performance ist die Strategie kein Selbstläufer. In Boomjahren wie 2023 oder 2024 liefen die Dogs hinterher. Ihr Vorteil zeigt sich besonders in Übergangsphasen: sinkende Zinsen, unsichere Konjunktur, zunehmender Fokus auf Cashflows und Substanz. Anleger, die auf die „Dogs“ setzen, müssen allerdings Geduld mitbringen. Hohe Dividenden allein garantieren keinen Gewinn – entscheidend ist die Kombination aus Substanz, Kurserholungspotenzial und einem Umfeld, in dem Anleger wieder Wert auf Cashflows legen.
Dividenden-Power ohne Aufwand: der iShares US Select Dividend ETF
Wer die jährliche Rebalancing-Arbeit der „Dogs of the Dow“ scheut, kann auf den iShares US Select Dividend ETF (ISIN: DE000A0D8Q49) setzen. Der Fonds bündelt rund 100 US-Aktien mit stabilen Dividendenzahlungen – von Versorgern über Finanzwerte bis hin zur Industrie – und zahlt vierteljährlich zuverlässig eine Rendite von aktuell über 3,5 Prozent. Zu den größten Positionen gehören unter anderem Ford Motor, Altria, Pfizer und Newmont.
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Im Vergleich zu den 10 Dogs streut der ETF das Risiko deutlich breiter und nimmt Anlegern das jährliche Umschichten ab. Seit Auflage 2003 erzielt er eine jährliche Gesamtrendite von 8,6 Prozent, inklusive Dividenden-Reinvestition; über die letzten 5 Jahre lag die Performance bei durchschnittlich 11,36 Prozent pro Jahr. Wer also auf solide Erträge aus US-Dividendentiteln setzen möchte, ohne selbst Auswahl und Timing betreiben zu müssen, findet im iShares US-Dividendenpaket eine komfortable und langfristig bewährte Lösung.
Simpel, bewährt, aber kein Selbstläufer
10 Aktien, eine einfache Regel – und eine klare Logik, die Anleger immer wieder überrascht. Die „Dogs of the Dow“ bieten eine Mischung aus Dividendenpower, Substanz und Turnaround-Chancen. Kein Hochglanz-Wachstum, aber eine strukturierte Wette auf verlässliche Erträge und Marktpsychologie. Wer sich den Aufwand sparen möchte, findet mit dem iShares US Select Dividend ETF eine bequeme Alternative. Für Anleger, die zwischen KI-Hype und Zinsrückgang navigieren wollen, könnten die Dogs 2026 wieder ein lohnendes Spielfeld sein.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag Dividendenstars mit Kurspotenzial: Diese 10 Dogs könnten 2026 den Dow schlagen erschien zuerst auf ftd.de.