Fed Leitzins aktuell: Zinsentscheid in den USA vor Midterms – Prognose 2026

Illustration des Fed-Gebäudes: Ein höherer Leitzins der US-Notenbank könnte Folgen für die globalen Aktienmärkte und die Konjunktur haben. (KI-Bild: ftd.de-Redaktion mit Magnific AI)

Washington – Die Zinswende ist da: Die Entscheider der Fed zollen den hartnäckig hohen Verbraucherpreisen Rechnung und setzen den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte nach oben. Der Zielkorridor liegt jetzt bei 375 bis 400 Basispunkten. Beobachter hatten den Anstieg erwartet.

“Die Inflation bleibt hoch. Die heutigen politischen Maßnahmen werden eine schnellere Rückkehr zum 2-Prozent-Ziel des Ausschusses unterstützen“, heißt es im Statement der Federal Reserve zum heutigen Zinsentscheid, der einstimmig verabschiedet wurde. 

Bei der vorangegangenen Sitzung Ende Juli hatte der Offenmarktausschuss noch entschieden, die Zinsspanne auf dem Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent zu belassen. Die Entscheidung fiel im Gremium jedoch nicht einstimmig. 9 Mitglieder votierten für eine vorläufige Zinspause, während bereits 3 Notenbanker eine Anhebung um 0,25 Prozentpunkte forderten.

Der Grund für den restriktiven Kurs liegt in der hartnäckigen Geldentwertung in den USA. Im August verharrte die Inflationsrate (CPI) unverändert bei 3,4 Prozent, während der von der Notenbank präferierte Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) zuletzt sogar auf 3,7 Prozent kletterte. Damit liegt die Teuerung weiter deutlich über dem erklärten Ziel der Währungshüter von 2 Prozent. Die Fed selbst hatte ihre Inflationsprognose für 2026 zuletzt auf 3,6 Prozent angehoben.

Robuster Arbeitsmarkt – komplexe geopolitische Krisen

Neben der Inflation hat das makroökonomische Umfeld die Entscheider der Fed zum Handeln gezwungen. Der amerikanische Arbeitsmarkt zeigt sich widerstandsfähig gegenüber den hohen Kapitalkosten. Im August entstanden 162.000 neue Stellen, die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent. Gleichzeitig heizt die Geopolitik die Teuerung an. Der Konflikt im Nahen Osten trieb den Ölpreis zuletzt spürbar über die kritische Marke von 100 US-Dollar je Barrel.

Der Präsident der Federal Reserve machte im Vorfeld aus seiner Entschlossenheit keinen Hehl. Kevin Warsh warnte vor Investoren zuletzt eindringlich vor den drastischen Folgen einer zu lockeren Geldpolitik. Das 2-Prozent-Inflationsziel sei, so Warsh, keine unverbindliche Orientierungsgröße, sondern ein Auftrag: „Es ist der Job des Fed, für Preisstabilität zu sorgen.“

Politischer Druck aus dem Weißen Haus – Prognose des FedWatch Tools

Die Haltung der Zentralbank birgt im Vorfeld der Wahlen politisches Konfliktpotenzial. In den vergangenen Wochen forderten führende Vertreter des Weißen Hauses die Notenbank zu Zinssenkungen auf. Präsident Trump verlangte jüngst, dass die USA die niedrigsten Zinsen der Welt haben sollten.

Was sagen die Märkte? Laut dem FedWatch-Tool der CME beträgt die Chance für eine weitere Zinsanhebung um 0,25 Prozentpunkte bei der nächsten Fed-Sitzung am 28. Oktober 50,9 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer nochmaligen Anhebung um 0,25 Prozent bei der Sitzung am 9. Dezember 2026 liegt bei 38,9 Prozent. (Stand: 16. September 2026, 23 Uhr MESZ)

Aktualisiert nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung am 16. September 2026.

 

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