Hohe Rendite, hohe Schwankung: iShares Emerging Markets Dividend ETF

Der iShares ETF setzt auf Schwellenländer (Foto: Freepik, pixiegallery)

Der iShares Emerging Markets Dividend ETF (ISIN: IE00B652H904) setzt auf die Dividendenmaschinerie der Schwellenländer: Rohstoffriesen, staatsnahe Banken, Versorger und Infrastrukturunternehmen bilden das Herzstück.

An der Spitze stehen bekannte Namen wie Petrobras und Vale, Konzerne, deren Cashflows eng mit dem Ölpreis, der Rohstoffnachfrage und insbesondere dem Investitionsbedarf Chinas gekoppelt sind. In Phasen steigender Rohstoffpreise können die Ausschüttungen hier regelrecht explodieren. Dividendenrenditen im hohen einstelligen Bereich sind hier keine Ausnahme, sondern oft die Regel.

 


Brasilien, Indonesien und Polen überproportional vertreten

Mit diesem ETF erhalten Anleger Zugang zu rund 100 Aktien aus Schwellenländern mit überdurchschnittlich hohen Dividendenrenditen. Besonders auffällig ist, dass Titel aus Brasilien rund 25 Prozent des Portfolios erreichen, obwohl sie im klassischen MSCI-EM-Index nur 4 Prozent ausmachen. Aktien aus Indonesien und Polen sind ebenfalls überproportional gewichtet – ein Faktor, der dem Fonds zuletzt spürbaren Rückenwind verlieh. Die Rallys am Zuckerhut und und in Warschau trieben den Fondspreis auf Jahressicht um 20,3 Prozent in die Höhe, während über 3 Jahre ein Plus von 58 Prozent steht.

Das Portfolio wird durch asiatische Großbanken wie Industrial and Commercial Bank of China oder China Construction Bank ergänzt – Institute mit staatsnahem Hintergrund, massiven Bilanzen und einer Dividendenpolitik, die zwar stabil, aber politisch beeinflusst ist. Dazu kommen Titel wie Bank Pekao, Vedanta, Bank Rakyat Indonesia oder Astra International, die zeigen, wie breit die Palette der EM-Dividendenzahler ist – von Rohstoffen über Konsum bis zu Finanzdienstleistern.

Hochzins-Baustein in einem Dividenden-Portfolio

Das Profil dieses ETFs ist eindeutig: hohe laufende Erträge, enge Abhängigkeit von Rohstoff- und Konjunkturzyklen sowie Währungs- und politische Risiken. Wer hier investiert, muss Schwankungen aushalten können und mit zweistelligen Drawdowns rechnen. Dafür winken jedoch Dividendenrenditen, von denen Anleger in Europa oder den USA nur träumen können.

Der ETF eignet sich daher eher als Hochzins-Baustein in einem Dividenden-Portfolio und weniger als dessen zentraler Kern. Entscheidend ist ein antizyklisches Denken: In Krisen sollte man nachkaufen, in euphorischen Phasen diszipliniert bleiben – sonst kann die Volatilität schnell zur psychologischen Falle werden.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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