Auch wenn die USA Ölexporteur sind, könnte sich die Ölkrise bemerkbar machen. (Foto: Freepik, nilukshajayasinha)
Washington – In den Inflationszahlen vom Februar ist der Ölpreisschock nach dem Angriff auf den Iran noch nicht eingepreist. Die Teuerung hat sich nicht verändert und liegt wie im Januar bei 2,4 Prozent im Jahresvergleich, wie das US-Arbeitsministerium heute mitteilte. Ökonomen hatten 2,5 Prozent erwartet. Ein Hoffnungsschimmer für eine Zinssenkung der US-Notenbank Fed?
Wichtige Sparten im Februar – PCE-Inflation aktuell höher als CPI
Preistreiber im Februar beim Consumer Price Index (CPI) waren einmal mehr die Dienstleistungen, ebenso Nahrungsmittel. Diese Sparten trugen mit Jahresraten von 2,9 beziehungsweise 3,1 Prozent zur Teuerung bei. Die aussagekräftige Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel stagnierte bei 2,5 Prozent, die Energiepreise zogen um 0,5 Prozent im 12-Monatsvergleich an.
Wichtig zu wissen: In den USA gibt es neben dem CPI ein weiteres relevantes Inflationsmaß, den Personal Consumption Expenditures Price Index (PCE) mit abweichendem Warenkorb und Gewichtung. Im Dezember lag die PCE-Jahresrate bei 2,9 Prozent, die Kerninflation bei 3 Prozent.
Erzeugerpreis-Inflation weiter hoch – Risiken: Zölle und Irankrieg
Wenig Hoffnung auf sinkende Inflation macht auch der Preistrend bei den Produzenten, der den Verbraucherpreisen vorangeht: Von Dezember auf Januar legten die US-Erzeugerpreise um 0,5 Prozent zu, die Prognose lag bei 0,3 Prozent. Im 12-Monats-Vergleich betrug der Anstieg 2,9 Prozent.
Und die Aufwärtsrisiken für die Preise werden nicht weniger – im Gegenteil. Importzölle sind auch nach der Absage des Obersten Gerichtshofs an Trumps bisherige Politik nicht vom Tisch. Und der Irankrieg verteuert Energie weltweit, auch wenn die USA in Teilen energetisch autark sind.
Analyst: steigende Preise möglich – Verbrauchererwartung gesunken
„Höhere Gewinnmargen der Produzenten könnten in den kommenden Monaten zu höheren Verbraucherpreisen führen, da Unternehmen die gestiegenen Dienstleistungskosten weitergeben“, meint etwa Ben Ayers, leitender Ökonom bei Nationwide.
Dabei hatte sich im Februar die Inflationserwartung der US-Konsumenten etwas aufgehellt. Für die nächsten 12 Monate rechnen die Verbraucher mit 3 Prozent Teuerung, hat die Federal Reserve Bank of New York in ihrer monatlichen Umfrage ermittelt. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im Januar.
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Arbeitsmarkt eingebrochen – Stephen Miran für Zinssenkung
In der Gemengelage kann die US-Notenbank Fed weder Zinserhöhungen noch Zinsenkungen ausschließen. Zuletzt haben die Währungshüter den Leitzins bei 350 bis 375 Basispunkten stabil gehalten. Andererseits: Im Februar ist der Arbeitsmarkt eingebrochen, 92.000 Jobs gingen verloren.
Sinkende Stellenzahlen rufen erwartungsgemäß Befürworter von Zinssenkungen auf den Plan. „Ich denke, der Arbeitsmarkt könnte eine stärkere Lockerung der Geldpolitik vertragen”, meint etwa der Trump-nahe Fed-Gouverneur Stephen Miran. Er glaube nicht, dass es ein Inflationsproblem gebe.
Powell-Nachfolger Warsh nominiert – Prognose des FedWatch Tools
Vorwärts geht es mit dem Wechsel an der Fed-Spitze: Die Trump-Regierung hat nun Kevin Warsh offiziell als Nachfolger von Fed-Präsident Jerome Powell nominiert. Allerdings droht der Senator Thom Tillis (Republikaner) damit, Warsh nicht zu bestätigen, solange gegen Powell ermittelt wird.
Für den nächsten Zinsentscheid der Fed am 18. März sind die Prognosen klar: Das FedWatch Tool gibt eine Wahrscheinlichkeit von 99,4 Prozent an, dass der Leitzins auf dem aktuellen Niveau von 3,5 bis 3,75 Prozent stabil gehalten wird. Für die Sitzung am 29. April beträgt die Chance 87,1 Prozent. (Stand: 13.45 Uhr MEZ).
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 11. März 2026 um 13.45 Uhr (MEZ)
Der Beitrag Inflation USA aktuell: Verbraucherpreise im Februar 2026 vor Fed-Zinsentscheid erschien zuerst auf ftd.de.