Inflation USA aktuell – verzögerte Preisdaten für Januar 2026 und Fed-Prognose

Die Inflationserwartung der US-Verbraucher hat sich im Januar aufgehellt. (Foto: Freepik, pch.vector)

Washington – Nach den Jobdaten am Mittwoch hat das US-Arbeitsministerium am heutigen Freitag – ebenfalls verzögert – den Inflationsbericht für Januar publiziert. 2,4 Prozent Preisauftrieb im Jahresvergleich bedeutet 0,3 Prozentpunkte weniger als im Dezember – ein stärkerer Rückgang als von Ökonomen erwartet.

Etwas verbessert zeigt sich auch die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel mit 2,5 Prozent nach 2,6 Prozent im Dezember. Preistreiber waren auch im Januar Dienstleistungen und Lebensmittel mit Jahresraten von jeweils 2,9 Prozent; die Energiepreise sanken um 0,1 Prozent zu.

Ein Haushaltsstreit im US-Kongress hatte den mehrtägigen Stillstand der Statistikbehörde zur Folge. Ökonomen gehen aber nicht von verzerrten Daten aus, die Zahlen wurden vollständig erhoben.

Inflationserwartungen verbessert – starker Arbeitsmarktbericht

Aufgehellt hat sich im Januar auch die Inflationserwartung der US-Konsumenten. Nach einer Umfrage der Federal Reserve Bank of New York rechnen die Verbraucher in den kommenden 12 Monaten nur noch mit einer Teuerung von 3,1 Prozent, während der Wert im Dezember noch bei 3,4 Prozent lag.

Gleichzeitig gab es am Mittwoch ein Comeback des Arbeitsmarkts – mit starken 130.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Januar, 50.000 mehr als prognostiziert. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 4,3 Prozent. Eine Belebung des Arbeitsmarkts könnte auch die Preise treiben.

Prognose 2026 – Inflationsrisiken wie Zölle und Steuersenkungen

Wird die US-Inflation 2026 zurückgehen? Die Analysten von Wells Fargo Securities sind da skeptisch. Sie erwarten im Lauf des Jahres 2026 keine wesentliche weitere Abkühlung, “da eine lockere Fiskal- und Geldpolitik die Nachfrage etwas stützt”.

Als Aufwärtsrisiko für die Teuerung gelten weiterhin die von Präsident Trump verhängten Importzölle, wobei die daraus folgenden Preisanpassungen in den kommenden Monaten abebben könnten. Auch Steuersenkungen im Rahmen des “One Big, Beautiful Bill“ könnten die Inflation verstärken.

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Designierter Fed-Chef für sinkende Zinsen – Produktivitätsschub

Die Fed-Entscheider sind sich der Unsicherheiten bewusst, die auch aus möglichen politischen Volten von US-Präsident Trump erwächst. Beim letzten Zinsentscheid legten sie eine Pause ein und beließen die Leitzinsspanne bei 350 bis 375 Basispunkten, nach 3 Zinssenkungen in der 2. Jahreshälfte 2025.

Der von Trump nominierte künftige Fed-Chef Kevin Warsh hat bereits signalisiert, Zinssenkungen nicht abgeneigt zu sein. Wie die US-Regierung sieht er den Produktivitätsschub durch KI als Rechtfertigung für sinkende Zinsen, obwohl die Inflation noch vom Zielwert 2 Prozent entfernt ist.

Für eine eher restriktive Geldpolitik hat sich hingegen in dieser Woche der Fed-Chef von Kansas City Jeffrey Schmid ausgesprochen. „Weitere Zinssenkungen bergen das Risiko, dass die hohe Inflation noch länger anhält“, so Schmid, und es sei unklar, ob die Produktivität weiter in dem Tempo wächst.

Prognose des FedWatch Tools der CME

Die Märkte sind bezüglich sinkender Zinsen skeptisch. Das FedWatch Tool taxiert die Chance, dass die Fed den Leitzins bei der nächsten Sitzung am 18. März und 0,25 Prozent auf 325 bis 350 Basispunkte senkt, auf 9,8 Prozent. Für die Folgesitzung am 29. April sind es 26,4 Prozent. (Stand: 13. Januar, 14.40 Uhr MEZ)

Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 13. Februar 2026 um 14.40 Uhr (MEZ)

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