Irlands BIP steigt im zweiten Quartal um 3,9 Prozent. Laut irischem Statistikamt war Information und Kommunikation der Haupttreiber. (KI-Bild: ftd-Redaktion, Codex-Bildmodell)
Die EU-Wirtschaft wuchs im 2. Quartal um 0,5 Prozent. Eurostat meldet für Irland 3,9 Prozent, für Slowenien 1,8. Rang 1 steht für das höchste reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorquartal, nicht für die größte oder strukturell stärkste Volkswirtschaft.
Für 21 der 27 EU-Staaten liegt eine Quartalsrate vor. Das Ranking zeigt die 10 höchsten Werte. Irland führt mit 3,9 Prozent vor Slowenien mit 1,8 Prozent. Bulgarien schließt die Liste mit 0,6 Prozent ab; Deutschland erreicht 0,2 Prozent.
| Rang | Name | Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Irland | 3,9 Prozent |
| 2 | Slowenien | 1,8 Prozent |
| 3 | Litauen | 1,7 Prozent |
| 4 | Schweden | 1,4 Prozent |
| 5 | Polen | 0,9 Prozent |
| 6 | Finnland | 0,9 Prozent |
| 7 | Zypern | 0,8 Prozent |
| 8 | Portugal | 0,8 Prozent |
| 9 | Spanien | 0,7 Prozent |
| 10 | Bulgarien | 0,6 Prozent |
Quelle: Eurostat
Platz 10: Bulgarien – Klare Grenze bei 0,6 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,6 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 2,7 Prozent
Bulgarien schließt die Top 10 mit einem Quartalsplus von 0,6 Prozent ab. Das Land liegt knapp über dem EU-Wert von 0,5 Prozent. Gegenüber dem 2. Quartal 2025 stieg das reale BIP um 2,7 Prozent und damit um 1,5 Prozentpunkte stärker als in der EU.
Tschechien, Estland, Ungarn und die Niederlande folgen dahinter mit jeweils 0,4 Prozent Quartalswachstum. Bulgarien liegt 0,2 Prozentpunkte über dieser Ländergruppe. Mehrere EU-Staaten fehlen noch in der Schnellschätzung, darunter Dänemark und Griechenland. Das Ranking zeigt daher die 10 höchsten verfügbaren Raten, nicht eine endgültige Bilanz aller 27 Mitgliedstaaten.
Platz 9: Spanien – Über beiden EU-Raten
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,7 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 2,7 Prozent
Spaniens reales BIP legte zum Vorquartal um 0,7 Prozent zu. Damit übertrifft das Land die EU-Rate um 0,2 Prozentpunkte. Im Jahresvergleich stehen 2,7 Prozent einem EU-Wert von 1,2 Prozent gegenüber. Zur deutschen Quartalsrate von 0,2 Prozent beträgt der Abstand 0,5 Prozentpunkte.
Platz 8: Portugal – Über dem EU-Tempo
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,8 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 2,5 Prozent
Portugal wuchs gegenüber dem 1. Quartal um 0,8 Prozent. Das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als in der EU. Gegenüber dem Vorjahresquartal betrug das Plus 2,5 Prozent. Die Jahresrate entspricht damit der Finnlands.
Bei gleicher Quartalsrate liegt Portugals Jahreswert 0,8 Prozentpunkte unter dem von Zypern. Ob Konsum, Investitionen oder Außenhandel den Ausschlag gaben, lässt sich aus Eurostats Schnellschätzung allein nicht bestimmen.
Platz 7: Zypern – Jahresrate vor Portugal
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,8 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 3,3 Prozent
Zypern erreicht gegenüber dem Vorquartal 0,8 Prozent, genauso viel wie Portugal. Der Jahresvergleich trennt die beiden Länder: Zyperns reales BIP lag 3,3 Prozent über dem 2. Quartal 2025, Portugals 2,5 Prozent. Damit steht Zypern auf Platz 7. Im Jahresvergleich übertrifft Zypern die EU-Rate um 2,1 Prozentpunkte.
Die Quartalsrate übertrifft den EU-Wert um 0,3 Prozentpunkte. Das kleine Land bleibt wegen seiner Wirtschaftsstruktur aber nur eingeschränkt mit großen Volkswirtschaften vergleichbar. Der harmonisierte Index verbessert die Messung, beseitigt solche strukturellen Unterschiede jedoch nicht.
Platz 6: Finnland – Gleiches Quartal, schwächeres Jahr
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,9 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 2,5 Prozent
Finnland legte im 2. Quartal ebenfalls um 0,9 Prozent zu. Die Quartalsrate liegt 0,4 Prozentpunkte über dem EU-Wert. Gegenüber dem 2. Quartal 2025 wuchs das reale BIP um 2,5 Prozent.
Im Jahresvergleich bleibt Finnland damit 1,2 Prozentpunkte hinter Polen. Die harmonisierten Gesamtwerte dieses Rankings messen die reale Wirtschaftsleistung, nicht Einkommen, Produktivität oder die Lage einzelner Branchen.
Platz 5: Polen – Jahresdynamik hebt das Land ab
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 0,9 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 3,7 Prozent
Polens reales BIP stieg gegenüber dem 1. Quartal um 0,9 Prozent. Finnland erreicht dieselbe Quartalsrate. Im Jahresvergleich trennen beide Länder jedoch 1,2 Prozentpunkte: Polen kommt auf 3,7 Prozent, Finnland auf 2,5 Prozent. Gegenüber der EU-Jahresrate von 1,2 Prozent beträgt Polens Vorsprung 2,5 Prozentpunkte.
Der polnische Quartalswert liegt 0,4 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. Bis zu Schweden auf Platz 4 fehlen 0,5 Punkte. Welche Nachfragekomponente das Wachstum trug, weist Eurostats Schnellschätzung nicht aus. Eine konkrete Ursache wäre deshalb Spekulation.
Platz 4: Schweden – Quartal stark, Juni schwach
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 1,4 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 2,8 Prozent
Schwedens Wirtschaft wuchs im 2. Quartal um 1,4 Prozent und damit fast dreimal so stark wie die EU. Gegenüber dem Vorjahresquartal lag das Plus bei 2,8 Prozent. Beide Werte stützen Platz 4.
Der nationale BIP-Indikator von Statistics Sweden bestätigt die beiden Raten. Zugleich sank das reale BIP im Juni vorläufig um 0,2 Prozent gegenüber Mai. Ein schwacher Monat widerspricht dem Quartalsplus nicht: April und Mai hatten genügend Wachstum gebracht.
Platz 3: Litauen – 2 starke Vergleichswerte
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 1,7 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 3,8 Prozent
Litauen folgt mit einem realen BIP-Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem 1. Quartal. Zur EU-Rate von 0,5 Prozent beträgt der Abstand 1,2 Prozentpunkte. Auch der längere Vergleich fällt kräftig aus: Gegenüber dem 2. Quartal 2025 legte die Wirtschaftsleistung um 3,8 Prozent zu. Unter den verfügbaren Ländern erreichen nur Slowenien beim Jahreswert beziehungsweise Slowenien und Irland bei der Quartalsrate höhere Werte.
Die Europäische Kommission prognostizierte im Mai für das Gesamtjahr 2026 ein Wachstum von 3 Prozent. Sie erwartete Unterstützung durch privaten Konsum und Investitionen. Das ist ein Ausblick, keine Erklärung der bereits gemessenen 1,7 Prozent.
Platz 2: Slowenien – Stärkste Jahresrate
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 1,8 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: 4,8 Prozent
Slowenien erreicht 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit liegt das Land nur 0,1 Prozentpunkte vor Litauen, aber 1,3 Punkte über der EU-Rate. Der 2. Platz wirkt weniger spektakulär als Irlands Sprung, steht jedoch auf einer breiteren zeitlichen Basis: Gegenüber dem 2. Quartal 2025 wuchs das reale BIP um 4,8 Prozent. Das ist die höchste Jahresrate unter allen 21 verglichenen EU-Staaten.
Die Frühjahrsprognose der Europäischen Kommission für Slowenien erwartete für das Gesamtjahr 2026 ein Plus von 1,9 Prozent und nannte eine starke Binnennachfrage als Stütze. Diese Prognose stammt vom Mai und erklärt die neue Quartalsrate nicht vollständig. Sie zeigt nur, dass die Kommission bereits vor der Schnellschätzung mit Wachstum gerechnet hatte.
Platz 1: Irland – Ausreißer mit Vorbehalt
- Reales BIP gegenüber dem 1. Quartal 2026: 3,9 Prozent
- Reales BIP gegenüber dem 2. Quartal 2025: minus 5,6 Prozent
Irlands reales BIP stieg gegenüber dem 1. Quartal um 3,9 Prozent. Das sind 2,1 Prozentpunkte mehr als in Slowenien und 3,4 Punkte mehr als im EU-Durchschnitt. Im Vergleich zum 2. Quartal 2025 lag die Wirtschaftsleistung jedoch 5,6 Prozent niedriger. Kein anderes Land dieser Top 10 verbindet einen Quartalssprung mit einer negativen Jahresrate. Der Spitzenplatz zeigt deshalb vor allem die Bewegung nach dem schwachen Jahresauftakt.
Das irische Statistikamt CSO führt den Anstieg vor allem auf die von multinationalen Unternehmen dominierte Informations- und Kommunikationsbranche zurück. Einzelne Aktivitäten globaler Konzerne können das irische BIP stark bewegen. Aus 3,9 Prozent folgt daher keine gleich breite Verbesserung der Binnenwirtschaft.
Hinzu kommt ein methodischer Vorbehalt. Das CSO kennzeichnet die Schätzung als Frontier Series. Eine vollständigere Veröffentlichung ist für Anfang September angekündigt.
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