Renk Quartalszahlen: Defense-Produktion fährt hoch – Übersicht und Prognose

Getriebe für militärische Fahrzeuge sind weltweit gefragt. (Symbolbild, Foto: Freepik, nigyray)

Augsburg – In der aufgeheizten Weltlage der vergangenen Jahre mit Kriegen in der Ukraine und in Nahost hat die Renk Group AG einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Am Donnerstag publiziert der Hersteller von Antriebssytemen und Getrieben für militärische Fahrzeuge seine Jahresbilanz 2025.

Wenig überraschend ist die Renk-Aktie nach dem US-Angriff auf den Iran gegen den Dax-Trend angesprungen und behauptet sich in der laufenden Woche knapp im Plus. Binnen Jahresfrist hat der Kurs über 45 Prozent zugelegt. Aktuell notiert das Papier bei 59,05 Euro (Stand: 12 Uhr MEZ).

Auftragsbestand auf Rekordhoch – Prognose für das Jahr 2026

Für die 9 Monate bis Oktober 2025 meldete Renk ein Umsatzplus von 19,2 Prozent auf 928 Millionen Euro. Der bereinigte operative Gewinn kletterte auf 141 Millionen Euro (plus 25,5 Prozent). Zum Stichtag hatte der Konzern Aufträge im Wert von 6,4 Milliarden Euro in den Büchern stehen – Rekord.

Für das Jahr 2025 hat das Management einen Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro prognostiziert. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) soll nach der Schätzung bei 210 bis 235 Milliarden Euro liegen.

Strategie NextGen Mobility – Markt für unbemannte Fahrzeuge

Die Renk Group will sich künftig noch stärker auf das Verteidigungsgeschäft konzentrieren. Der Konzern hat diese Strategie mit der Innovationsagenda NextGen Mobility unterlegt. Sie soll die Defense-Produkte darauf ausrichten, was Truppen künftig auf dem Gefechtsfeld benötigen.

Dabei geht es etwa darum, die bestehenden Produktplattformen zu elektrifizieren, digitaler und autonomer zu konzipieren. Unter anderem betrifft das die Entwicklung eines neuen modularen Getriebes für Kampfpanzer sowie den Einstieg in den Markt für unbemannte Fahrzeuge.

Mercedes-Manager für Produktionshochlauf – Investition in den USA

„Mit Blick auf die geopolitische Situation sehen wir bei Renk es als unsere Verantwortung, einen wesentlichen Beitrag zu einer sicheren und nachhaltigen Zukunft zu leisten”, betonte CEO Alexander Sagel beim Capital Markets Day 2025. Bis 2030 werde der Defense-Anteil auf rund 90 Prozent steigen.

Am Hauptsitz in Augsburg will Renk die Produktion hochfahren, von der Manufaktur zur Kleinserie übergehen. Dazu hat das Unternehmen unter anderem einen Experten von Mercedes engagiert. Künftig soll die Zahl der jährlich in Augsburg gefertigten Getriebe von 700 auf über 1.800 ansteigen.

 


Ebenso kräftig expandiert Renk in den USA, wo die Streitkräfte ein wichtiger Abnehmer sind. In Michigan hat CEO Sagel jüngst den Startschuss für 150 Millionen Euro Investitionen gegeben. Auch in Osteuropa baut der Konzern Kapazitäten aus, richtet in Polen einen Montage- und Service-Werk ein.

Gewinn und Umsatz: Schätzungen der Analysten

Das Renk-Ergebnis pro Aktie im 4. Quartal erwarten die Prognosen besser als im Vorquartal: Rund 0,41 Euro beträgt die mittlere Schätzung von 3 Experten laut finanzen.net. Im 3. Quartal hatte das Ergebnis pro Aktie bei rund 0,24 Euro gelegen. Ein Jahr zuvor waren es rund 0,46 Euro.

Auch beim Umsatz rechnen die Experten mit einem Anstieg. Bei rund 422 Millionen Euro liegt die Schätzung im Schnitt, gegenüber rund 308 Millionen Euro im 3. Quartal. Im Vorjahresquartal erlöste Renk rund 362 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember.

 

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