SAP Quartalszahlen aktuell: Cloud-Wachstum im Fokus – Prognose und Überblick

Alles Cloud oder was? SAP steht unter Druck, eine überzeugende Business-Story zu präsentieren. (Foto: Freepik, mohammadhridoy_11)

Walldorf – Kein Lichtblick an der Börse: Heute Morgen eröffnete die Aktie von SAP deutlich im Minus. Wenn der Software-Konzern am Abend seine Bücher öffnet, geht es um mehr als nackte Zahlen. Anleger blicken unter anderem auf die Cloud-Dynamik und die KI-Strategie. Kann CEO Christian Klein die Stimmung drehen?

Der Kurs von SAP notierte zum Börsenstart unter 145 Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 35 Prozent auf Jahressicht. Seit Jahresbeginn verlor das Papier mehr als 29 Prozent an Wert. Die schwache Performance unterstreicht die Unsicherheit der Anleger.

Für das 4. Quartal 2025 verzeichnete SAP einen Umsatz von 9,68 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von 1,58 Euro. Das Unternehmen erreichte damit die eigenen Umsatzziele, der Umsatz verfehlte aber die Prognose. Den Ausblick für das Betriebsergebnis und den Free Cashflow übertraf SAP. Das Betriebsergebnis legte im Jahresvergleich um 27 Prozent zu.

Unternehmens-Prognose für das Gesamtjahr 2026

Die Zielwerte für den Cloud-Umsatz für das Gesamtjahr 2026 beziffert das Unternehmen auf 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro. Zudem erwartet SAP einen Rekord-Free-Cashflow von rund 10 Milliarden Euro. Kostendisziplin und die gewählte Strategie sollen weiterhin für eine langfristige Wertschöpfung sorgen.

Vorstandsvorsitzender Christian Klein betonte zuletzt die Bedeutung der neuen Technologien. Er beim letzten Quartalsbericht: „SAP Business AI ist zu einem wichtigen Wachstumstreiber geworden und bereits in 2 Drittel unserer Cloud-Vertragsabschlüsse im 4. Quartal enthalten. Gleichzeitig verzeichnen wir eine starke Nutzung künstlicher Intelligenz in der gesamten ERP-Suite.“

Geopolitische Risiken – Chance durch neue Abrechnungsmodelle

SAP steht unter Druck, echten Mehrwert für Kunden zu schaffen und Künstliche Intelligenz in Produkte zu integrieren. Geopolitische Unsicherheiten und knappe Budgets in der Industrie bremsen einige Cloud-Projekte. Der Konzern versucht, durch neue Preismodelle für KI-Dienste höhere Umsätze zu erzielen. Ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 10 Milliarden Euro stützt den Kurs.

Der Umstieg auf wiederkehrende, cloudbasierte Erlöse bildet das Fundament der Strategie. Analysten betrachten den Cloud-Auftragsbestand als zentralen Gradmesser. KI-Funktionen sollen die Stellung sichern, doch Aktionäre bewerten die hohen Kosten dieser Initiativen oft skeptisch.

Was spricht für positive Überraschungen? Neue Abrechnungsmodelle bergen die Chance auf massiv steigende Einnahmen. Die geplante Übernahme des Daten-Spezialisten Reltio verspricht zudem Impulse. Die größten Risiken lauern im geopolitischen Umfeld. US-Handelsbeschränkungen verunsichern Großkunden. Ein schwaches Cloud-Wachstum würde die Aktie empfindlich treffen.

Schätzungen der Analysten zu Gewinn und Umsatz

Der Gewinn pro Aktie soll nach der mittleren Schätzung von 17 Analysten auf finanzen.net im 1. Quartal von Januar bis März 2026 bei rund 1,64 Euro liegen. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorquartal, für das SAP rund 1,58 Euro meldete. Rund 1,52 Euro betrug der Gewinn pro Aktie im Vorjahresquartal von Januar bis März 2025.

Starkes Wachstum verheißen die Umsatzprognosen – rund 9,56 Milliarden Euro schätzen die Analysten im Mittel für das 1. Quartal. Das ist mehr als im Vorjahresquartal (rund 9,01 Milliarden Euro), aber etwas weniger als im 4. Quartal (rund 9,68 Milliarden Euro). Das Geschäftsjahr endet am 31. Dezember.

 

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