Storebrand Aktie: Vermögensverwalter mit Pflichtvorsorge als Burggraben

Opernhaus in Oslo: Die betriebliche Altersvorsorge in Norwegen ist der Burggraben von Storebrand. (Foto: Magnific.com, Alena Stalmashonak)

Arbeitnehmer, die in Norwegen einen Arbeitsvertrag unterschreiben, tun damit ganz automatisch etwas für die Zeit nach dem Erwerbsleben. Seit 2006 ist dort nämlich die betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitgeber gesetzlich verpflichtend. Von dieser rechtlichen Besonderheit profitiert wohl kaum jemand so konsequent wie Storebrand. Das 1767 gegründete Unternehmen ist Norwegens größter Vermögensverwalter und zählt in puncto Altersvorsorgelösungen zu den ersten Adressen in der gesamten nordischen Region.

Größe schützt – kein reiner Rentenverwalter

Mehr als 1.600 Milliarden Norwegische Kronen (NOK, rund 148 Milliarden Euro) managt Storebrand heute im Auftrag seiner Mandanten. Eine derart immense Vermögensbasis baut selbstredend kein neuer Marktteilnehmer aus dem Stand auf. Auch Storebrand hat dafür Jahrzehnte sowie ein ausgeklügeltes Risikomanagement und vertrauensvolle Kundenbeziehungen gebraucht, erntet dafür aber jetzt die Früchte.

Storebrand ist allerdings kein reiner Rentenverwalter, sondern bietet ein ganzes Leistungsspektrum an, angefangen bei Fondsprodukten über Sachversicherungen bis hin zur digitalen Sparplattform Kron, die vorrangig auf die junge Generation abzielt. Mit dieser breiten Ausrichtung setzt der Konzern einerseits auf ein stabiles Fundament, hält sich andererseits aber Wachstumshebel an gleich mehreren Fronten offen.

Ein Unternehmen in Fahrt – aktuelle Zahlen

Wie gut das Geschäftsmodell funktioniert, belegen die Zahlen des abgelaufenen Jahres. 2025 steigerten die Norweger ihren operativen Gewinn um mehr als ein Viertel und konnten gerade im Versicherungsbereich eine dynamische Entwicklung verzeichnen.

Dank eines disziplinierten Underwriting und konsequenten Preisanpassungen verbesserte sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote auf 92 Prozent. Solange diese Kennzahl unterhalb der Marke von 100 Prozent verbleibt, verdienen Versicherer, und so auch Storebrand, mit jedem abgeschlossenen Vertrag Geld.

Im ersten Quartal 2026 setzte sich der positive Trend weiter fort. Erneut legte der operative Gewinn kräftig zu, dieses Mal um satte 28 Prozent im Jahresvergleich. Vor allem das Versicherungs- und Spargeschäft erwiesen sich dabei als Treiber des Wachstums.

 


Zukunft fest im Blick – wachsende Geschäftsfelder

Bis 2028 hat das Management die Ziele und Strategien bereits klar formuliert: So soll der Konzerngewinn die Grenze von 7 Milliarden NOK (circa 650 Millionen Euro) erreichen, die Eigenkapitalrendite derweil auf 17 Prozent klettern. Zwar klingt das zunächst ehrgeizig, ist vor dem Hintergrund der speziellen Rahmenbedingungen aber gut machbar.

Immerhin wächst die betriebliche Altersvorsorge in Norwegen und Schweden strukturell, weil die Menschen mehr sowie länger einzahlen, und das verwaltete Vermögen mit den Aufwärtstendenzen der Märkte stetig mit anschwillt. Storebrand muss das Wachstum also nicht erzwingen – es kommt zu einem großen Teil von selbst.

Darüber hinaus setzt das Unternehmen auf den Ausbau seiner Asset-Management-Plattform und will im Retailversicherungsgeschäft weiteres Terrain gewinnen. Letzteres ist der dynamischste Teil des Portfolios und hat in den vergangenen 2 Jahren überproportional zum Ergebnis beigetragen.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Dividende und Rückkauf – Aktionäre profitieren doppelt

Für 2025 hat Storebrand eine Dividende von 5,40 NOK je Aktie (knapp 50 Cent) vorgeschlagen, was einer neuerlichen Erhöhung gegenüber dem Vorjahr gleichkäme. Allein bei der Dividende soll es aber nicht bleiben. Bis 2030 plant Storebrand, über ein laufendes Rückkaufprogramm mehr als 12 Milliarden NOK (etwa 1,1 Milliarden Euro) an seine Anteilseigner zurückzugeben. Fasst man beide Maßnahmen zusammen, resultiert daraus eine Ausschüttungsrendite, die für einen nordischen Finanzwert dieser Qualität attraktiv ist.

Doch eine zentrale Frage bleibt: Wie steht es um die Bewertung der Aktie? Aktuell bewegt sich der Titel in einer Spanne zwischen 15 Euro und 16 Euro. Dies entspricht ungefähr auch dem Niveau des von mehreren Analysten ermittelten fairen Wertes. Spektakuläre Kursanstiege sollten Anleger von Storebrand demnach nicht erwarten. Zu finden ist bei den Norwegern stattdessen eher ein verlässlich wachsendes Unternehmen, das neben Kontinuität auch eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik verfolgt.

Am Rande erwähnt – Regulatorik und Wechselkurse

Wenngleich Storebrand als vergleichsweise defensive Aktie eingestuft werden darf, sind gewisse Risiken auch hier nicht auszuschließen. Insbesondere Wechselkursschwankungen und die starke Abhängigkeit von regulatorischen Rahmenbedingungen müssen diesbezüglich genannt werden. Daneben können Zinsveränderungen negativen Einfluss auf das ältere Garantiegeschäft nehmen, auch wenn sich dieses planmäßig im Abbau befindet.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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