Der US-Arbeitsmarkt bleibt robust. (Foto: Magnific.com, arsal)
Washington – Dieser kräftige Stellenzuwachs macht eine Zinserhöhung der Fed im September wahrscheinlicher und könnte die Rendite auf Staatsanleihen antreiben. Der Arbeitsmarktbericht der US-Regierung meldet heute 162.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft im August – Volkswirte hatten nur mit 65.000 zusätzlichen Stellen gerechnet.
Die Arbeitslosenquote stagniert bei 4,1 auf 4,2 Prozent. Korrekturen gab es bei den Stellenzuwächsen der beiden Vormonate: Den Juli-Wert revidierten die Statistiker von minus 23.000 auf plus 21.000, die Zahl für Juni von 20.000 auf 31.000 neue Arbeitsverhältnissen.
ADP-Report unter Erwartungen – Richardson: Prognosen schwierig
Der ADP-Report zeigt für August lediglich 38.000 neue Jobs im Privatsektor, nach 46.000 im nach oben revidierten Juli – der schwächste Zuwachs seit Januar, deutlich unter der Prognose von 47.000. Bildung und Gesundheitswesen tragen mit 45.000 neuen Stellen, während Industrie und Unternehmensdienste bremsen.
„Der Lohnverlauf verrät viel über das derzeit wechselhafte Einstellungsverhalten“, sagt ADP-Chefökonomin Nela Richardson. Um Muster zu erkennen, brauche es einen genauen Blick darauf, wo Löhne anziehen und wo sie nachlassen, ergänzt sie – demografischer Wandel, Inflation und die Folgen der Künstlichen Intelligenz durchkreuzten inzwischen jede verlässliche Prognose.
Kaum Bewegung bei offenen Stellen – Leitzinsen seit Dezember stabil
Die Juli-Daten des Jolts-Reports vom Dienstag zeichnen ein nahezu unverändertes Bild: 7,3 Millionen offene Stellen bei einer Quote von 4,4 Prozent, 5,1 Millionen Neueinstellungen und eine Kündigungsquote von 1,9 Prozent – ein Indiz dafür, dass Arbeitnehmer kaum den Job wechseln wollen. Die Juni-Zahlen wurden zudem nach unten korrigiert, auf 7,2 Millionen offene Stellen.
Die US-Notenbank bewegt sich in einem komplizierten Umfeld: Der Leitzins verharrt seit Dezember 2025 in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent, wurde im Juli zum fünften Mal in Folge gehalten – bei 3 Gegenstimmen für eine Erhöhung. Die von der Fed bevorzugte Kernrate PCE lag im Juli bei 3,3 Prozent, weit über dem Zielwert von 2 Prozent, während der Arbeitsmarkt als stabil gilt.
Warsh für Zinserhöhung offen – Prognose des FedWatch-Tools
Fed-Chef Kevin Warsh brachte beim Notenbanker-Treffen in Jackson Hole Bewegung in die Zinsdebatte: Nähere sich die zugrunde liegende Teuerung dem 2-Prozent-Ziel nicht klar und schnell genug, habe die Notenbank „noch Arbeit vor sich“ – die deutlichste Andeutung bislang, dass er eine weitere Zinserhöhung nicht ausschließt.
Was sagen die Märkte? Das FedWatch Tool der Terminbörse CME taxiert die Chance für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung 52,6 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen nach der Sitzung am 28. Oktober über dem aktuellen Stand von 350 bis 375 Basispunkten liegen, beträgt 64,2 Prozent. (Stand: 3. September, 16.20 Uhr MESZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am 4. September 2026 um 14.48 Uhr (MESZ).
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