Durch die Partnerschaft mit Amundi nutzt Victory Capital ein globales Vertriebsnetz in über 60 Ländern. (Foto: Freepik, kuprevich)
Wer sich im Bereich der Vermögensverwaltung umschaut, landet schnell bei den ganz großen Namen. Victory Capital (VCTR) ist hingegen ein kleinerer Player, der einiges anders als die Konkurrenz macht. Genau dadurch ist Victory so erfolgreich. Während Branchenriesen wie Vanguard und BlackRock den Markt mit passiven Indexfonds fluten, hat Victory Capital seit dem Management-Buy-out 2013 ein völlig anderes System perfektioniert. Das US-Unternehmen positioniert sich zwischen unbeweglichen Mega-Verwaltern und kleinen Investment-Boutiquen, die selbst am bürokratischen Aufwand ersticken.
Der Kern: Machen lassen statt reinreden
Das Erfolgsgeheimnis ist neben der mittleren Größe die Trennung von Verwaltung und Kernaufgabe. In der Zentrale werden Papierkram, IT und der Vertrieb übernommen. Die Zentrale ist auch für die Übernahmen und Synergieeffekte verantwortlich. Die Investment-Entscheidungen bleiben hingegen Sache von spezialisierten Teams. Die Logik dahinter ist simpel: Die Experten sollen sich auf die Aktien und die Rendite konzentrieren und sich nicht mit anderen Aufgaben befassen. Das ist ein riesiger Vorteil sowohl gegenüber den großen Playern mit ihren starren Apparaten als auch gegenüber kleineren, eigenständigen Firmen, die oft an der Bürokratie ersticken.
Effizienz, die sich in Zahlen niederschlägt
Dieser Aufbau führt auch dazu, dass Victory extrem profitabel arbeitet. Während alteingesessene Dickschiffe oft mit hohen Kosten für ihre riesige Verwaltung zu kämpfen haben, bleibt bei Victory deutlich mehr hängen. Die operative Marge liegt bei fast 50 Prozent. Das heißt: Von jedem Euro, den Victory an Gebühren einnimmt, bleibt die Hälfte als Gewinn vor Steuern und Zinsen übrig. Das ist Spitzenklasse in der Branche. Dieses Geld nutzt das Management im Zuge der Kapitalallokation für gezielte Zukäufe, Aktienrückkäufe und Dividende. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei 3,1 Prozent.
Wachstum durch Akquisitionen – Rückschlag bei Janus Henderson
Victory Capital hat sich in den letzten 11 Jahren als echte Übernahme-Maschine einen Namen gemacht und 8 Zukäufe erfolgreich durchgeführt. Doch beim Versuch, den Konkurrenten Janus Henderson zu schlucken, gab es nun einen Dämpfer. Obwohl Victory mit rund 8,6 Milliarden Dollar das deutlich höhere Angebot auf den Tisch legte, scheiterte der Deal am Widerstand mächtiger Portfoliomanager. Sie befürchteten, dass die strikte Kosteneffizienz von Victory ihre Investmentkultur einschränken könnte, und drohten mit Kündigungen. Victory zeigte sich enttäuscht über das Verhalten, betont aber gleichzeitig, dass die Akquisitionsstrategie fortgesetzt wird. Nun wird nach anderen Partnern gesucht.
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Ein Blick auf die Bewertung: Qualität zum fairen Preis?
Trotz des starken Laufs der letzten Jahre ist die Aktie von Victory Capital oft günstiger bewertet als viele Konkurrenten. Das liegt auch daran, dass der Markt Victory lange als reinen „Aufkäufer“ bewertet hat. Doch das Bild wandelt sich. Wenn man sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis anschaut, stellt man fest, dass Victory oft mit einem Abschlag gegenüber Firmen wie BlackRock gehandelt wird, obwohl die Gewinnmargen deutlich höher sind.
Anleger sollten jedoch im Hinterkopf behalten, dass Victory für weitere Übernahmen frisches Kapital benötigt und die Verschuldung kurzfristig immer steigen kann. Das Management setzt sich als Schuldenobergrenze etwa das 3,5-fache des Ebitda (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen). Das ist sportlich, aber durch die stabilen Cashflows aus den Verwaltungsgebühren in der Regel gut beherrschbar. Sobald die Übernahmesynergien greifen, erholt sich erfahrungsgemäß die Verschuldung aufgrund Kostendisziplin rasch wieder.
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Der Trumpf mit Amundi
Ein wichtiger Punkt, den oft übersehen wird ist, dass Victory nicht in jedem Land der Welt ein eigenes Büro eröffnen muss, um Fonds zu verkaufen. Durch die Partnerschaft mit Amundi hat das Unternehmen Zugriff auf ein riesiges Vertriebsnetz in über 60 Ländern. Wenn also ein Team von Victory einen richtig guten Job macht, kann dieses Produkt sofort weltweit angeboten werden. Dadurch haben sie einen Kostenvorteil gegenüber den Wettbewerbern und reduzieren Risiken in neuen Märkten.
Victory Capital beweist, dass man im modernen Finanzwesen nicht der lauteste oder größte Player sein muss, um zu gewinnen.
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Der Beitrag Victory Capital Aktie: Warum das Modell dieses US-Vermögenverwalters so gut funktioniert erschien zuerst auf ftd.de.