{"id":138866,"date":"2026-04-28T03:03:17","date_gmt":"2026-04-28T01:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/reformstau-der-merz-regierung-aufschrei-der-wirtschaft-der-hellmeyer-der-woche-kw18\/"},"modified":"2026-04-28T03:03:17","modified_gmt":"2026-04-28T01:03:17","slug":"reformstau-der-merz-regierung-aufschrei-der-wirtschaft-der-hellmeyer-der-woche-kw18","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/de\/reformstau-der-merz-regierung-aufschrei-der-wirtschaft-der-hellmeyer-der-woche-kw18\/","title":{"rendered":"Reformstau der Merz-Regierung: Aufschrei der Wirtschaft! Der Hellmeyer der Woche KW18"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Finanzm\u00e4rkte zeigen sich zum Wochenauftakt optimistisch, dass sich der Irankonflikt entsch\u00e4rfen l\u00e4sst. Daf\u00fcr spricht der enorme diplomatische Druck, denn die Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus bedroht die globale Energieversorgung, die Weltern\u00e4hrung und die Chipproduktion. In Deutschland zeigen die Wirtschaftskennzahlen nach unten, die Unternehmensverb\u00e4nde schlagen Alarm. Die aktuelle Woche ist voll mit wichtigen Terminen, darunter die Inflationsraten f\u00fcr Deutschland und die Eurozone sowie die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Fed und der Europ\u00e4ischen Zentralbank.<\/p>\n<h3>Der Iran-Konflikt als globaler Risikofaktor<\/h3>\n<p>Der Iran-Konflikt bleibt das bestimmende geopolitische Thema der Woche. Folker Hellmeyer verweist auf eine intensive, jedoch weitgehend unsichtbare Diplomatie: Irans Au\u00dfenminister reiste in den Oman, nach Pakistan und weiter nach Russland. Berichte des Portals axios.com deuten darauf hin, dass Teheran neue Vorschl\u00e4ge zur Deeskalation auf den Tisch gelegt hat.<\/p>\n<p>Hellmeyer bewertet den diplomatischen Druck als substanziell \u2013 gerade weil die Verhandlungen abseits der \u00d6ffentlichkeit stattfinden. Sein zentrales Argument: Die wirtschaftlichen Folgen einer weiteren Eskalation w\u00e4ren f\u00fcr die gesamte Weltgemeinschaft gravierend.<\/p>\n<h3>Warum die Stra\u00dfe von Hormuz so kritisch ist<\/h3>\n<p>Durch die Stra\u00dfe von Hormuz wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten \u00d6ls und Fl\u00fcssiggases transportiert. Eine Blockade w\u00fcrde vor allem den asiatisch-pazifischen Raum treffen, in der Folge aber auch Europa \u00fcber Wettbewerb um Alternativressourcen belasten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist der Golfraum ein zentraler Produzent von Stickstoffd\u00fcnger (Harnstoff\/Urea), der f\u00fcr die globale Nahrungsmittelproduktion unverzichtbar ist. Engp\u00e4sse w\u00fcrden insbesondere \u00e4rmere L\u00e4nder treffen und inflation\u00e4ren Druck im Lebensmittelsektor erzeugen.<\/p>\n<p>Auch die Heliumversorgung f\u00fcr die Chipproduktion \u2013 ein Schl\u00fcsselelement der laufenden industriellen Transformation \u2013 h\u00e4ngt partiell an dieser Region.<\/p>\n<h3>Ukrainekonflikt r\u00fcckt aus dem medialen Fokus<\/h3>\n<p>Weniger mediale Aufmerksamkeit erh\u00e4lt derzeit die Lage in der Ukraine. Hellmeyer warnt davor, diese Zuspitzung zu untersch\u00e4tzen. Innerhalb des russischen politischen Establishments gewinnen nach seiner Einsch\u00e4tzung jene Akteure an Einfluss, die eine h\u00e4rtere Gangart gegen\u00fcber der Europ\u00e4ischen Union bef\u00fcrworten. Er verweist auf die M\u00f6glichkeit, dass Russland \u00fcber Eskalationsoptionen verf\u00fcgt, die im \u00f6ffentlichen Diskurs bislang kaum thematisiert werden.<\/p>\n<h3>Deutschland: Stimmungsindikatoren auf Tiefstst\u00e4nden<\/h3>\n<p>Der Datenkranz aus Deutschland fiel in der vergangenen Woche durchweg entt\u00e4uschend aus. Der GfK-Konsumklimaindex sank von minus 28,1 auf minus 33,3 Punkte. Der ZEW-Index, der vor allem das Kapitalmarktsentiment abbildet, kollabierte von minus 0,5 auf minus 17,2 Punkte. Der ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex gab ebenfalls unerwartet deutlich nach: von 86,3 auf 84,4 Punkte.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Die Erosion des Vertrauens in die deutsche Wirtschaftspolitik hat eine historische Dimension \u2013 und \u00fcbersetzt sich direkt in eine Investitionszur\u00fcckhaltung der Unternehmen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Hinzu kommt der Einkaufsmanagerindex (PMI) f\u00fcr die Gesamtwirtschaft, der mit 48,3 Punkten klar im kontraktiven Bereich liegt \u2013 nach noch 51,9 Punkten im Vormonat. Hellmeyer sieht in dieser Gemengelage ein eindeutiges Misstrauensvotum gegen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen Deutschlands und fordert eine grundlegende Neuausrichtung \u2013 insbesondere in der Energiepolitik, die er als entscheidende Stellschraube f\u00fcr die Wettbewerbsf\u00e4higkeit des Industriestandorts identifiziert.<\/p>\n<h3>Eurozone: \u00c4hnliche Muster, \u00e4hnliche Probleme<\/h3>\n<p>Auch f\u00fcr die Eurozone insgesamt zeichnet die Datenlage ein ged\u00e4mpftes Bild. Der PMI f\u00fcr die Gesamtwirtschaft sank von 50,7 auf 48,6 Punkte. Die Bauleistung blieb im Februar mit minus 1,9 Prozent im Monatsvergleich schwach. Das Verbrauchervertrauen rutschte von minus 16,4 auf minus 20,6 ab. Hellmeyer interpretiert diese Signale als Appell an die europ\u00e4ische Politik, die gesetzten wirtschaftspolitischen Priorit\u00e4ten kritisch zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<h3>USA: Industrielle St\u00e4rke, aber verunsicherte Verbraucher<\/h3>\n<p>In den Vereinigten Staaten zeigt sich ein differenziertes Bild. Der Gesamtwirtschafts-PMI stieg von 50,3 auf 52,0 Punkte, die Einzelhandelsums\u00e4tze legten im Jahresvergleich um knapp vier Prozent zu. Damit performen die USA makro\u00f6konomisch deutlich besser als die westlichen Industrienationen in Europa. Allerdings tr\u00fcbt das Verbrauchervertrauen nach dem Michigan-Index das Bild: Mit 49,8 Punkten liegt es auf dem historisch niedrigsten Stand \u00fcberhaupt.<\/p>\n<h3>China: Industriegewinne auf Mehrjahreshoch<\/h3>\n<p>China sendet dagegen klare positive Signale: Die Industriegewinne stiegen um 15,5 Prozent \u2013 der beste Wert seit Dezember 2021. Die Leitzinsen blieben unver\u00e4ndert bei drei und 3,5 Prozent. Hellmeyer sieht China in einer robusten Verfassung und wertet die Entwicklung als Beleg f\u00fcr die strukturelle Resilienz der chinesischen Industrie.<\/p>\n<h3>B\u00f6rsen Ausblick: Aktienm\u00e4rkte preisen Deeskalation ein<\/h3>\n<p>Trotz der geopolitischen Unsicherheiten lieferten die internationalen Aktienm\u00e4rkte in der Berichtswoche starke Signale. Der S&amp;P 500 schloss am Freitag auf einem neuen Allzeithoch, ebenso der Nasdaq. Auch der s\u00fcdkoreanische KOSPI und der Nikkei verzeichneten neue H\u00f6chstst\u00e4nde. Hellmeyer interpretiert diese Bewegung als implizite Markterwartung einer Deeskalation im Iran-Konflikt: Die Finanzm\u00e4rkte preisen demnach einen moderaten Ausgang ein \u2013 und w\u00fcrden bei einer tats\u00e4chlichen \u00d6ffnung der Stra\u00dfe von Hormuz nochmals positiv reagieren.<\/p>\n<p>Der Dax blieb demgegen\u00fcber zur\u00fcck, was Hellmeyer vor dem Hintergrund der schwachen deutschen Konjunkturdaten nicht \u00fcberrascht. Strukturelle Erholungspotenziale sieht er auch hier, sofern die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen angepasst werden.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<p><strong>Positive Faktoren<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Diplomatische Fortschritte im Iran-Konflikt m\u00f6glich<\/li>\n<li>US-PMI deutlich im expansiven Bereich<\/li>\n<li>Chinas Industriegewinne auf Mehrjahreshoch<\/li>\n<li>M\u00e4rkte preisen bereits Deeskalation ein<\/li>\n<li>Fed und EZB halten Zinsen stabil<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Risikofaktoren<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Stra\u00dfe von Hormuz bleibt kritischer Engpass<\/li>\n<li>Deutsche Stimmungsindikatoren auf Mehrjahrestiefs<\/li>\n<li>Ukrainekonflikt unter dem Radar eskalierend<\/li>\n<li>Eurozone-PMI unter Kontraktionsschwelle<\/li>\n<li>US-Verbrauchervertrauen historisch schwach<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Hellmeyers Ausblick auf die Berichtswoche<\/h3>\n<p>Die kommende Handelswoche bietet eine Vielzahl marktrelevanter Datenpunkte. Besonders im Fokus stehen die erste Sch\u00e4tzung des deutschen BIP f\u00fcr das erste Quartal sowie die Erstsch\u00e4tzung der Verbraucherpreise f\u00fcr Deutschland und die Eurozone. Hellmeyer erwartet f\u00fcr Deutschland ein leicht positives Quartalswachstum \u2013 weist aber auf eine erh\u00f6hte Revisionsanf\u00e4lligkeit hin, da die M\u00e4rz-Daten noch nicht vollst\u00e4ndig eingeflossen sind.<\/p>\n<p>F\u00fcr die USA wird das annualisierte BIP-Wachstum auf 2,2 Prozent gesch\u00e4tzt \u2013 ein Wert, der die Outperformance der US-Wirtschaft gegen\u00fcber Europa unterstreicht. Sowohl die Federal Reserve als auch die Europ\u00e4ische Zentralbank werden ihre Zinsentscheidungen treffen \u2013 in beiden F\u00e4llen gilt eine unver\u00e4nderte Politik als ausgemachte Sache.<\/p>\n<h3>Hellmeyer der Woche: Fazit f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>Die Analyse von Hellmeyer der Woche KW 18 zeichnet ein vielschichtiges Bild: Wer ausschlie\u00dflich auf die Aktienm\u00e4rkte schaut, k\u00f6nnte verleitet werden, die aktuellen Risiken zu untersch\u00e4tzen. Die neue Rekordjagd an den B\u00f6rsen spiegelt weniger die konjunkturelle Realit\u00e4t wider als vielmehr eine vorweggenommene Hoffnung auf eine diplomatische L\u00f6sung im Iran-Konflikt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anleger bedeutet das: Selektive Risikoneigung ist angebracht. Die strukturellen Schw\u00e4chen des deutschen und europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums sprechen daf\u00fcr, global diversifiziert positioniert zu bleiben \u2013 mit Blick auf robustere M\u00e4rkte wie die USA oder ausgew\u00e4hlte asiatische Volkswirtschaften.<\/p>\n<p>Mittelfristig entscheidet die Frage, ob Deutschland und die Eurozone die n\u00f6tigen wirtschaftspolitischen Weichenstellungen vornehmen \u2013 insbesondere in der Energiepolitik. Ohne sp\u00fcrbare Korrekturen droht die schleichende Erosion des industriellen Kerns, die in den Daten dieser Woche bereits sichtbar ist.<\/p>\n<p>Der Wirtschafts\u00fcberblick mit aktueller Einsch\u00e4tzung kurz und pr\u00e4gnant \u2013 nur hier beim <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer der Woche<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00f6chten Sie jede Woche mit Folker Hellmeyer starten? Einfach den ftd.de-Newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> abonnieren!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nDieser Artikel basiert ausschlie\u00dflich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/reformstau-der-merz-regierung-aufschrei-der-wirtschaft-der-hellmeyer-der-woche-kw18\/\">Reformstau der Merz-Regierung: Aufschrei der Wirtschaft! Der Hellmeyer der Woche KW18<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/\">ftd.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Die Finanzm\u00e4rkte zeigen sich zum Wochenauftakt optimistisch, dass sich der Irankonflikt entsch\u00e4rfen l\u00e4sst. 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