{"id":139303,"date":"2026-05-12T03:06:49","date_gmt":"2026-05-12T01:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/aktienmaerkte-auf-rekordjagd-deutschland-im-abseits-der-hellmeyer-der-woche-kw20\/"},"modified":"2026-05-12T03:06:49","modified_gmt":"2026-05-12T01:06:49","slug":"aktienmaerkte-auf-rekordjagd-deutschland-im-abseits-der-hellmeyer-der-woche-kw20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/de\/aktienmaerkte-auf-rekordjagd-deutschland-im-abseits-der-hellmeyer-der-woche-kw20\/","title":{"rendered":"Aktienm\u00e4rkte auf Rekordjagd \u2013 Deutschland im Abseits! Der Hellmeyer der Woche KW20"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend MSCI World, Nasdaq und S&amp;P 500 neue Allzeith\u00f6chstst\u00e4nde markieren, verharren die europ\u00e4ischen Leitindizes im Hintertreffen. Der Iran-Konflikt bleibt das dr\u00e4ngendste geopolitische Risiko. Im Inland gibt das ifo-Institut alarmierende Signale: Ein erheblicher Anteil der deutschen Unternehmen bangt um die eigene Existenz. Wichtige Termine der laufenden Woche f\u00fcr Anleger und M\u00e4rkte sind unter anderem die US-Verbraucherpreise am Dienstag, die ZEW-Konjunkturerwartungen f\u00fcr Deutschland sowie die Industriedaten f\u00fcr die Eurozone und die USA.<\/p>\n<h3>Globale Aktienm\u00e4rkte: Rekorde trotz Krisenlage<\/h3>\n<p>Die internationalen B\u00f6rsen zeigen sich zum Wochenauftakt in bemerkenswerter Verfassung. MSCI World, Nasdaq, S&amp;P 500 und der s\u00fcdkoreanische KOSPI haben in der abgelaufenen Woche neue Bestmarken erreicht. Folker Hellmeyer wertet diese Bewegung als Ausdruck eines doppelten Optimismus: Die starken Unternehmensergebnisse liefern die fundamentale Grundlage, w\u00e4hrend die Hoffnung auf eine geopolitische Entspannung die Risikobereitschaft der Anleger st\u00fctzt.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Leitindizes blieben dagegen ohne vergleichbare Impulse. Hellmeyer sieht darin weniger eine faktische Schw\u00e4che der betroffenen Konzerne \u2013 viele von ihnen sind global gut aufgestellt \u2013 als eine psychologische Belastung durch die strukturelle Wirtschaftspolitik des Kontinents. Die Divergenz zwischen globaler Marktdynamik und europ\u00e4ischer Indexperformance spricht nach seiner Einsch\u00e4tzung eine deutliche Sprache.<\/p>\n<h3>Geopolitische Lage: Ukraine und Iran im Fokus der Analyse<\/h3>\n<p>Im Ukraine-Konflikt zeichnen sich nach langer Stagnation vorsichtige Bewegungen ab. Putin signalisiere laut Hellmeyer eine erh\u00f6hte Gespr\u00e4chsbereitschaft. Ausschlaggebend daf\u00fcr seien massive Ersch\u00f6pfungserscheinungen auf beiden Seiten des Konflikts. Hinzu kommt ein struktureller Faktor auf US-Seite: Der amerikanische Senator Kelly verwies \u00f6ffentlich darauf, dass die Waffenarsenale der Vereinigten Staaten auf einem kritisch niedrigen Niveau angekommen sind \u2013 was die F\u00e4higkeit zur dauerhaften Unterst\u00fctzung einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Beim Iran-Konflikt war zum Ende der Vorwoche noch Optimismus angebracht \u2013 Berichte deuteten auf eine m\u00f6gliche Akzeptanz des vorliegenden Friedensplans hin. US-Pr\u00e4sident Trump wertete diesen Plan am Sonntagabend jedoch als nicht akzeptabel und verhinderte damit eine schnelle Einigung. Der internationale Druck auf Washington w\u00e4chst laut Hellmeyer, denn der Iran-Konflikt entfaltet eine globale wirtschaftliche Sprengkraft, die weit \u00fcber jene des Ukraine-Kriegs hinausgeht.<\/p>\n<p>Die Folgewirkungen reichen von Engp\u00e4ssen bei Stickstoffd\u00fcnger (Urea) f\u00fcr die Weltern\u00e4hrung \u00fcber Helium f\u00fcr die Halbleiterproduktion bis hin zu \u00d6l- und LNG-Versorgungsengp\u00e4ssen. Die saudi-arabische \u00d6lgesellschaft Aramco beziffert das aktuelle globale Defizit auf rund eine Milliarde Barrel \u00d6l. Der CIA sch\u00e4tzt unterdessen, dass der Iran die bestehende Blockadepolitik noch etwa vier weitere Monate durchhalten kann.<\/p>\n<h3>R\u00fcckblick: Datenlage der vergangenen Woche<\/h3>\n<h4>Weltwirtschaft zeigt St\u00e4rke \u2013 Deutschland f\u00e4llt zur\u00fcck<\/h4>\n<p>Der von JP Morgan berechnete globale Einkaufsmanagerindex f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe stieg im April auf 52,6 Punkte \u2013 nach 51,3 im Vormonat und damit auf den h\u00f6chsten Wert seit Mai 2023. \u00dcber der Marke von 50 Punkten signalisiert der Index Wachstum. Das illustriert eindr\u00fccklich, dass die Weltwirtschaft trotz aller Krisen funktioniert.<\/p>\n<p>Deutschland steht dem gegen\u00fcber wie ein Fremdk\u00f6rper. Das ifo-Institut meldet, dass jedes zw\u00f6lfte Unternehmen im Land die eigene Existenz gef\u00e4hrdet sieht. Die Industrieproduktion ist im Jahresvergleich um 3 Prozent eingebrochen. Der Einkaufsmanagerindex f\u00fcr die Gesamtwirtschaft liegt bei 48,3 Punkten \u2013 klar im kontraktiven Bereich. Der Bausektor weist mit einem PMI von 42,1 Punkten bittere Schrumpfungstendenzen auf, auch Frankreich schneidet mit 38,1 Punkten kaum besser ab.<\/p>\n<h4>USA: Robuster Arbeitsmarkt, gespaltenes Konsumklima<\/h4>\n<p>In den Vereinigten Staaten fiel der Auftragseingang im letzten Berichtsmonat um 1,5 Prozent st\u00e4rker aus als erwartet. Der Gesamtwirtschafts-PMI notiert mit 51,7 deutlich im Wachstumsbereich. Besonders auff\u00e4llig: Die Besch\u00e4ftigtenzahlen au\u00dferhalb der Landwirtschaft \u00fcbertrafen die Erwartungen mit 115.000 neu geschaffenen Stellen deutlich \u2013 fast doppelt so viele wie prognostiziert. Das Verbrauchervertrauen nach dem Michigan-Index erreichte allerdings einen historischen Tiefpunkt. Das Pendant des Conference Board zeigt dagegen mit 92,8 Punkten den h\u00f6chsten Stand seit Oktober 2025. Hellmeyer verweist auf die politische F\u00e4rbung beider Indizes und verortet die Wahrheit irgendwo dazwischen.<\/p>\n<h4>Eurozone und China im Vergleich<\/h4>\n<p>In der Eurozone liegt der Gesamtwirtschafts-PMI bei 48,8 Punkten, der Bausektor kollabiert auf 41,7 Punkte. Die Erzeugerpreise zogen kr\u00e4ftig an \u2013 von minus 3 Prozent auf plus 2,1 Prozent im Jahresvergleich \u2013, ein Vorlaufindikator, der sich mit Verz\u00f6gerung in den Verbraucherpreisen niederschlagen wird.<\/p>\n<p>China sendet dagegen vergleichsweise starke Signale. Die Handelsbilanz weist einen \u00dcberschuss von 84,8 Milliarden US-Dollar aus \u2013 nach zuvor 51,1 Milliarden. Exporte legten um gut 14 Prozent zu, Importe sogar um mehr als 25 Prozent. Steigende Importe und Exporte gleichzeitig signalisieren eine erh\u00f6hte wirtschaftliche Aktivit\u00e4t insgesamt. Die Wirtschaftsleistung Chinas w\u00e4chst mit rund 4,5 Prozent solide.<\/p>\n<h4>Reformdebatte in Deutschland<\/h4>\n<p>Die Reformdiskussion in Deutschland nimmt aus Hellmeyers Sicht die falsche Richtung. Statt Leistungsanreize zu setzen, w\u00fcrden Leistungstr\u00e4ger zus\u00e4tzlich belastet. Der Handwerkspr\u00e4sident habe sich explizit gegen Pl\u00e4ne ausgesprochen, die viele Handwerksbetriebe \u2013 die Einkommensteuer zahlen, keine Unternehmenssteuer \u2013 \u00fcberproportional treffen w\u00fcrden. Hellmeyer mahnt eine grunds\u00e4tzliche Neuausrichtung an: Das Leistungsprinzip m\u00fcsse wieder zur tragenden S\u00e4ule der Wirtschaftspolitik werden. Die Energie-Wettbewerbsf\u00e4higkeit nennt er als entscheidenden Hebel f\u00fcr den industriellen Standort.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<h4>Kernaussagen der Woche im \u00dcberblick<\/h4>\n<p><strong>Positive Faktoren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Neue Allzeith\u00f6chstst\u00e4nde bei MSCI World, Nasdaq, S&amp;P 500 und KOSPI<\/li>\n<li>Globaler Manufacturing-PMI auf h\u00f6chstem Stand seit Mai 2023<\/li>\n<li>US-Arbeitsmarkt weit \u00fcber Erwartung; US-Gesamtwirtschafts-PMI im Wachstumsbereich<\/li>\n<li>China: starkes Handelsbilanzplus, robuste Import- und Exportdynamik<\/li>\n<li>Gespr\u00e4chssignale im Ukraine-Konflikt; wachsender internationaler Druck auf Einigung im Iran<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Risikofaktoren:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Trump lehnte Irans Friedensplan ab \u2013 Eskalationsrisiko bleibt hoch<\/li>\n<li>Globale Versorgungsrisiken: \u00d6l, LNG, D\u00fcnger, Helium<\/li>\n<li>Jedes zw\u00f6lfte deutsche Unternehmen in existenzieller Lage<\/li>\n<li>Eurozone- und Deutschland-PMI im kontraktiven Bereich<\/li>\n<li>Reformpolitik in Deutschland dreht falsche Stellschrauben<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Hellmeyers Ausblick auf die Berichtswoche<\/h3>\n<p><strong>Dienstag<\/strong> bringt die finale Berechnung der deutschen Verbraucherpreise f\u00fcr April \u2013 erwartet wird eine Best\u00e4tigung des Anstiegs auf 2,9 Prozent. Zudem ver\u00f6ffentlicht das ZEW-Institut seine monatlichen Konjunkturerwartungen: Die Prognosen rechnen mit einem weiteren R\u00fcckgang nach minus 17,2 im Vormonat.. Ebenfalls am Dienstag erscheinen die US-Verbraucherpreise (zuletzt 3,7 Prozent) \u2013 hier wird ein Anstieg erwartet. Solange der Iran-Konflikt zeitlich begrenzt bleibt, d\u00fcrften diese Daten an den M\u00e4rkten bereits eingepreist sein.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch<\/strong> steht im Zeichen der zweiten BIP-Sch\u00e4tzung f\u00fcr die Eurozone (erwartet: plus 0,1 Prozent im Quartalsvergleich), der Industrieproduktion der Eurozone (plus 0,2 Prozent im Monatssvergleich erwartet) sowie der US-Erzeugerpreise, die mit einem Anstieg auf 4,9 Prozent nach zuvor 4,0 Prozent prognostiziert werden. Hellmeyer mahnt: Sollte der Iran-Konflikt l\u00e4nger andauern, werde sich dieser Druck durch alle Lieferketten fortpflanzen.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag<\/strong> folgen die US-Einzelhandelsums\u00e4tze, f\u00fcr die ein Plus von 0,5 Prozent im Monatsvergleich erwartet wird \u2013 nach zuvor 1,7 Prozent. Ein erheblicher Teil des Anstiegs d\u00fcrfte auf h\u00f6here Benzinpreise zur\u00fcckzuf\u00fchren sein, sodass die inflationsbereinigte Realentwicklung weniger \u00fcberzeugend ausfallen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p><strong>Freitag<\/strong> schlie\u00dft die Woche mit den US-Industrieproduktionszahlen ab, f\u00fcr die ein leichtes Plus von rund 0,3 Prozent im Monatsvergleich erwartet wird. Auch hier zeichnet sich ein klarer Vorsprung der USA gegen\u00fcber Deutschland ab.<\/p>\n<h3>Hellmeyer der Woche KW20: Relevanz f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>Die Analyse von Hellmeyer der Woche KW20 zeigt eine Welt in 2 Geschwindigkeiten. Die globalen M\u00e4rkte preisen Hoffnung ein \u2013 auf eine diplomatische L\u00f6sung im Nahen Osten und auf anhaltend starke Unternehmensergebnisse. Diese Hoffnung ist nicht unbegr\u00fcndet, aber sie ist fragil.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anleger bedeutet das: Die rekordhohen Kurse in den USA und Asien reflektieren ein Szenario, das noch nicht eingetreten ist. Wer davon profitieren will, muss bereit sein, das Risiko einer Entt\u00e4uschung \u2013 insbesondere durch eine Verl\u00e4ngerung des Iran-Konflikts \u2013 zu tragen. Europ\u00e4ische und deutsche Werte bleiben strukturell unter Druck, solange die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen nicht grundlegend \u00fcberarbeitet werden. Einigen wirtschaftspolitischen Daten der Woche kommt dabei erh\u00f6hte Aufmerksamkeit zu: US-Inflationsdaten und Erzeugerpreise k\u00f6nnten bei anhaltenden Versorgungsengp\u00e4ssen schneller zum Stressfaktor werden als von vielen Marktteilnehmern erwartet.<\/p>\n<p>Der Wirtschafts\u00fcberblick mit aktueller Einsch\u00e4tzung kurz und pr\u00e4gnant \u2013 nur hier beim <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer der Woche<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00f6chten Sie jede Woche mit Folker Hellmeyer starten? Einfach den ftd.de-Newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> abonnieren!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nDieser Artikel basiert ausschlie\u00dflich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/aktienmaerkte-auf-rekordjagd-deutschland-im-abseits-der-hellmeyer-der-woche-kw20\/\">Aktienm\u00e4rkte auf Rekordjagd \u2013 Deutschland im Abseits! Der Hellmeyer der Woche KW20<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/\">ftd.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 W\u00e4hrend MSCI World, Nasdaq und S&amp;P 500 neue Allzeith\u00f6chstst\u00e4nde markieren, verharren die europ\u00e4ischen Leitindizes im Hintertreffen. Der Iran-Konflikt bleibt das dr\u00e4ngendste geopolitische Risiko. Im Inland gibt das ifo-Institut alarmierende Signale: Ein erheblicher Anteil der deutschen Unternehmen bangt um die eigene Existenz. 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