{"id":139888,"date":"2026-05-27T03:03:57","date_gmt":"2026-05-27T01:03:57","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/immer-abhaengiger-von-china-last-exit-reformen-der-hellmeyer-der-woche-kw22\/"},"modified":"2026-05-27T03:03:57","modified_gmt":"2026-05-27T01:03:57","slug":"immer-abhaengiger-von-china-last-exit-reformen-der-hellmeyer-der-woche-kw22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/de\/immer-abhaengiger-von-china-last-exit-reformen-der-hellmeyer-der-woche-kw22\/","title":{"rendered":"Immer abh\u00e4ngiger von China \u2013 Last Exit Reformen! Der Hellmeyer der Woche KW22"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Internationale Aktienm\u00e4rkte feierten \u00fcber das Wochenende neue H\u00f6chstst\u00e4nde \u2013 von New York \u00fcber Tokio bis Seoul. Doch Folker Hellmeyer warnt: Die Hoffnung auf eine L\u00f6sung des Iran-Konflikts, die die Rallye antreibt, steht auf wackeligen F\u00fc\u00dfen. Parallel dazu schlagen in Deutschland Industrieverb\u00e4nde Alarm, w\u00e4hrend die Abh\u00e4ngigkeit von China in strategischen Sektoren w\u00e4chst. In der laufenden Woche stehen unter anderem die zweite BIP-Sch\u00e4tzung f\u00fcr die USA, der Economic Sentiment Index der Eurozone sowie die deutsche Inflation f\u00fcr Mai auf dem Programm.<\/p>\n<h3>Hellmeyer: Rekorde an den B\u00f6rsen \u2013 aber auf welchem Fundament?<\/h3>\n<p>Zum Wochenauftakt gab es Rekorde an den Aktienm\u00e4rkten: S&amp;P 500, Dow Jones und Nasdaq 100 in den USA, der Nikkei in Japan sowie der Kospi in S\u00fcdkorea schlossen auf neuen Allzeith\u00f6chstst\u00e4nden. Auch der Dax n\u00e4herte sich historischen Bestmarken. Treiber dieser Bewegung waren Hoffnungen auf eine diplomatische Ann\u00e4herung im Iran-Konflikt.<\/p>\n<p>Diese Euphorie d\u00e4mpft Folker Hellmeyer in seiner Analyse sp\u00fcrbar. US-Pr\u00e4sident Donald Trump sendete zun\u00e4chst deeskalierende Signale, ruderte dann jedoch zur\u00fcck. Parallel dazu f\u00fchrten die USA trotz einer zwischenzeitlichen Waffenruhe erneut Milit\u00e4rangriffe gegen den Iran durch. Das zentrale Hindernis f\u00fcr eine L\u00f6sung bleibt das iranische Atomprogramm, \u00fcber das ein fundamentaler Disput fortbesteht. Die Marktbewegung preist nach Einsch\u00e4tzung des Analysten eine Entspannung ein, die in der Substanz noch nicht gesichert ist.<\/p>\n<h3>Geopolitische Hotspots: Iran und Ukraine als untersch\u00e4tzte Risiken<\/h3>\n<p>Der Iran-Konflikt bleibt nach Hellmeyers Einsch\u00e4tzung das dominierende Risikothema f\u00fcr die globalen Finanzm\u00e4rkte. Die Folgen einer weiteren Eskalation gingen weit \u00fcber \u00d6l- und Gaspreise hinaus: Auch die globale Ern\u00e4hrungssicherheit w\u00e4re betroffen. Als strukturell weniger anf\u00e4llig identifiziert er dabei die USA, Russland und China \u2013 der Rest der Welt tr\u00fcge bei einer weiteren Zuspitzung den Hauptteil des Kollateralschadens.<\/p>\n<p>Kaum weniger brisant: die Lage in der Ukraine. Russland warnte \u00f6ffentlich vor bevorstehenden Angriffen auf Kiew in einer Intensit\u00e4t, die den bisherigen Kriegsverlauf \u00fcbertreffen k\u00f6nnte. Au\u00dfenminister Lawrow f\u00fchrte dazu Gespr\u00e4che mit der US-Regierung. Hellmeyer sieht auch dieses Risiko an den M\u00e4rkten aktuell nicht angemessen eingepreist.<\/p>\n<h3>R\u00fcckblick Makro\u00f6konomie: Divergenz zwischen USA und Europa w\u00e4chst<\/h3>\n<p>Die Datenlage der vergangenen Woche best\u00e4tigte das gewohnte Muster: Die USA pr\u00e4sentieren sich solide, Europa und Deutschland hinken hinterher.<\/p>\n<p>In den USA fiel der Composite-Einkaufsmanagerindex mit 51,7 Punkten stabil aus und signalisiert weiterhin Wachstum. Kritisch ist allerdings das Verbrauchervertrauen nach dem Index der Universit\u00e4t Michigan, das auf den historisch tiefsten Stand aller Zeiten sank. Hellmeyer sieht dort jedoch einen politischen Bias und gewichtet den abweichenden Conference Board-Index h\u00f6her, der zuletzt bei 92,8 Punkten lag. Zudem tr\u00fcbte sich die Stimmung in der Region Philadelphia dramatisch ein: Der entsprechende Aktivit\u00e4tsindex fiel von plus 26,7 auf minus 9,4 Punkte.<\/p>\n<p>In der Eurozone blieb das Bild ged\u00e4mpft. Das Verbrauchervertrauen verbesserte sich marginal, verharrt aber auf schwachem Niveau. Der Handels\u00fcberschuss schrumpfte sp\u00fcrbar \u2013 von zuvor 6,5 Milliarden auf zuletzt 3,5 Milliarden Euro. Die Verbraucherpreise best\u00e4tigten in der Endabrechnung ein Jahresplus von 3 Prozent.<\/p>\n<h3>Finanzm\u00e4rkte: Anleiherenditen sinken \u2013 aber das Risiko bleibt<\/h3>\n<p>Parallel zur Aktienrally zogen sich die Renditen an den Rentenm\u00e4rkten etwas zur\u00fcck. Die zehnj\u00e4hrige Bundesanleihe handelt nun bei 2,95 Prozent, nachdem sie zuletzt die Marke von 3 Prozent \u00fcberschritten hatte \u2013 ein R\u00fcckgang von rund einem Viertel Prozentpunkt. In Frankreich fiel der Renditer\u00fcckgang noch st\u00e4rker aus, was Hellmeyer angesichts der anhaltend angespannten Haushaltslage und der schwachen Konjunktur im Land f\u00fcr nicht nachvollziehbar h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Das Thema systemisches Risiko an den Rentenm\u00e4rkten bleibe trotz der kurzfristigen Entspannung bestehen. F\u00fcr Anleger bedeute das: Die Kuh ist noch nicht vom Eis.<\/p>\n<h3>Deutschland: Exporterwartungen \u2013 Abh\u00e4ngigkeit von China<\/h3>\n<p>Besonders besorgniserregend fielen die deutschen Daten aus. Das ifo-Barometer der Exporterwartungen sackte auf den tiefsten Stand seit April des vergangenen Jahres ab. Das stellt ein Problem dar, da das schwache Wachstum im ersten Quartal \u2013 ein Plus von rund 0,4 Prozent gegen\u00fcber dem Vorquartal \u2013 ma\u00dfgeblich auf st\u00e4rkere Exporte zur\u00fcckzuf\u00fchren war.<\/p>\n<p>Auf der Stimmungsseite zeigte sich ebenfalls kein Aufhellungssignal: Der ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex legte minimal auf 84,9 Punkte zu, das GfK-Konsumklima verbesserte sich auf minus 29,8 Punkte \u2013 beides weiterhin Werte, die Hellmeyer als historisch schwach und als klares Misstrauensvotum gegen\u00fcber der Wirtschaftspolitik einordnet. Der Einkaufsmanagerindex f\u00fcr die Gesamtwirtschaft verharrt mit 48,6 Punkten im kontraktiven Bereich. Bei den Erzeugerpreisen zeigte sich die Iran-Krise erstmals deutlich: Nach minus 0,2 Prozent im Vorjahresvergleich sprangen die Preise auf plus 1,7 Prozent.<\/p>\n<p>Hinzu kommt eine strukturelle Warnung: Eine Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung dokumentiert die wachsende wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von China. Bei Antibiotika liegt der Abh\u00e4ngigkeitsgrad bei \u00fcber 70 Prozent, bei bestimmten Seltenen Erden bei 100 Prozent. Gleichzeitig warnt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) vor einer weiteren Erosion des Gesch\u00e4ftsmodells. Hellmeyer sieht darin ein systemisches Risiko und fordert entschieden eine wirtschaftspolitische Wende: Solange keine wettbewerbsf\u00e4higen Rahmenbedingungen f\u00fcr Produktion in Deutschland geschaffen werden, seien weitere Verlagerungen ins Ausland \u2013 und damit eine Vertiefung der Abh\u00e4ngigkeiten \u2013 programmiert.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<h4>Kernaussagen aus dem Video<\/h4>\n<p><strong>Geopolitik:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Iran-Konflikt noch nicht gel\u00f6st: Aktienm\u00e4rkte preisen eine Deeskalation ein, die nicht gesichert ist<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Ukraine-Konflikt eskaliert \u2013 Russland warnt vor einer neuen Angriffsdimension auf Kiew<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Bei weiterer Ausweitung beider Krisen tragen die USA, Russland und China die geringsten Sch\u00e4den<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Finanzm\u00e4rkte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Deutschlands Exporterwartungen auf tiefstem Stand seit April 2025<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Die Abh\u00e4ngigkeit von China in kritischen Sektoren erreicht strukturell bedenkliche Ausma\u00dfe<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Die Chemieindustrie warnt vor weiterer Erosion des Gesch\u00e4ftsmodells<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Konjunktur:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Rentenm\u00e4rkte haben sich kurzfristig entspannt, das systemische Risiko bleibt jedoch pr\u00e4sent<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">Japan zeigt moderates Wachstum; Deutschland bleibt Schlusslicht unter den gro\u00dfen Industriel\u00e4ndern<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-weight: 400;\">US-Verbrauchervertrauen sendet widerspr\u00fcchliche Signale \u2013 Conference Board-Index vs.\u00a0 Michigan-Index<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Hellmeyers Ausblick auf die Berichtswoche<\/h3>\n<p>Am Mittwoch folgt zun\u00e4chst der Richmond Fed Composite Index, dem keine gro\u00dfe Signalwirkung beigemessen wird.<\/p>\n<p>Mehr Aufmerksamkeit verdient der Donnerstag: F\u00fcr den Economic Sentiment Index der Eurozone \u2013 quasi das ifo-Pendant auf europ\u00e4ischer Ebene \u2013 wird ein R\u00fcckgang auf 92,8 Punkte erwartet, nach 93,0 Punkten zuvor. Die neutrale Marke liegt bei 100 Punkten. Ebenfalls am Donnerstag werden in den USA die Auftragseing\u00e4nge f\u00fcr langlebige Wirtschaftsg\u00fcter erwartet, mit einem Plus von 3,5 Prozent im Monatsvergleich nach plus 0,8 Prozent. Die zweite BIP-Sch\u00e4tzung f\u00fcr die USA auf annualisierter Basis soll den vorl\u00e4ufigen Wert von minus 2,0 Prozent best\u00e4tigen \u2013 was einem Quartalswachstum von rund 0,5 Prozent entspr\u00e4che.<\/p>\n<p>Am Freitag richtet sich der Blick nach Deutschland: Die Importpreise d\u00fcrften deutlich angezogen sein, die Prognose lautet plus 5,3 Prozent nach plus 2,3 Prozent im Vormonat. Die saisonal bereinigte Arbeitslosenquote wird bei 6,4 Prozent erwartet, die Zahl der Arbeitslosen soll um 10.000 steigen \u2013 die Aufw\u00e4rtstendenz setzt sich fort. Die vorl\u00e4ufigen deutschen Verbraucherpreise f\u00fcr Mai werden mit einem Jahresanstieg von 2,9 Prozent erwartet \u2013 ein vor dem Hintergrund der Rohstoffpreisentwicklung noch vertretbarer Wert. Den Abschluss bildet der Chicago-Einkaufsmanagerindex, f\u00fcr den 50,3 Punkte prognostiziert werden, nach 49,2 Punkten zuletzt.<\/p>\n<h3>Fazit und Ausblick f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>Die Analyse der aktuellen Hellmeyer-der-Woche-Ausgabe mahnt zur Vorsicht gegen\u00fcber der oberfl\u00e4chlichen Markteuphorie. Die Rekordjagd an den B\u00f6rsen spiegelt eine Hoffnungspr\u00e4mie wider \u2013 keine konjunkturelle Realit\u00e4t. Solange weder der Iran-Konflikt noch die Ukraine-Krise nachhaltig entsch\u00e4rft sind, bleibt das geopolitische Risikoumfeld hoch.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anleger gilt: Globale Diversifikation bleibt das Gebot der Stunde. Die strukturellen Schw\u00e4chen des deutschen und europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums sprechen gegen eine \u00dcbergewichtung inl\u00e4ndischer Industriewerte. Regionen mit g\u00fcnstigeren Energiekosten, stabiler Infrastruktur und klarer Investitionspolitik \u2013 allen voran die USA \u2013 bieten mittelfristig ein robusteres Fundament. Ob Deutschland den n\u00f6tigen wirtschaftspolitischen Kurswechsel vollzieht, wird in den kommenden Quartalen zur entscheidenden Weichenstellung f\u00fcr den Standort.<\/p>\n<p>Der Wirtschafts\u00fcberblick mit aktueller Einsch\u00e4tzung kurz und pr\u00e4gnant \u2013 nur hier beim <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer der Woche<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00f6chten Sie jede Woche mit Folker Hellmeyer starten? Einfach den ftd.de-Newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> abonnieren!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nDieser Artikel basiert ausschlie\u00dflich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.<\/p>\n<p>Der Beitrag <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/immer-abhaengiger-von-china-last-exit-reformen-der-hellmeyer-der-woche-kw22\/\">Immer abh\u00e4ngiger von China \u2013 Last Exit Reformen! Der Hellmeyer der Woche KW22<\/a> erschien zuerst auf <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/\">ftd.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Internationale Aktienm\u00e4rkte feierten \u00fcber das Wochenende neue H\u00f6chstst\u00e4nde \u2013 von New York \u00fcber Tokio bis Seoul. 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