{"id":145095,"date":"2026-10-20T05:04:14","date_gmt":"2026-10-20T03:04:14","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/us-wirtschaft-vs-deutschland-vergleichs-check-der-hellmeyer-der-woche-kw43\/"},"modified":"2026-10-20T05:04:14","modified_gmt":"2026-10-20T03:04:14","slug":"us-wirtschaft-vs-deutschland-vergleichs-check-der-hellmeyer-der-woche-kw43","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/de\/us-wirtschaft-vs-deutschland-vergleichs-check-der-hellmeyer-der-woche-kw43\/","title":{"rendered":"US-Wirtschaft vs. Deutschland \u2013 Vergleichs-Check! Der Hellmeyer der Woche KW43"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Beim russischen Krieg in der Ukraine gibt es etwas Bewegung, im Gespr\u00e4ch ist jetzt ein Treffen zwischen Trump, Putin und dem chinesischen Machthaber Xi Jinping. Unterdessen steht die EU finanziell unter Druck, die Verhandlungen f\u00fcr das n\u00e4chste 7-Jahres-Budget werden kontrovers gef\u00fchrt. In der laufenden Woche stehen unter anderem die Einkaufsmanager-Indizes in den f\u00fchrenden Industriestaaten im Fokus. Zudem schauen Anleger auf die ZEW-Konjunkturerwartungen sowie auf neue Daten zum Verbrauchervertrauen aus den USA und der Eurozone.<\/p>\n<h3>Geopolitische Risiken und Energiem\u00e4rkte: Eskalation im Nahen Osten<\/h3>\n<p>Die Geopolitik bleibt ein dominanter Belastungsfaktor f\u00fcr die Wirtschaft. Im Nahen Osten setzt sich die Zerst\u00f6rung von Schiffstonnage fort, da Tanker vermehrt Seeminen und Angriffen zum Opfer fallen. Diplomatische Vermittlungsversuche, brachten bislang keine sp\u00fcrbare Entspannung. Am Montag wurde gemeldet, dass der russischen Au\u00dfenminister in den Iran reist.<\/p>\n<p>Infolgedessen kletterten die Roh\u00f6lpreise auf fast 110 US-Dollar pro Barrel. Gravierender ist die Lage bei den Destillaten: Wegen knapper Raffineriekapazit\u00e4ten weisen verarbeitete Treibstoffe enorme Aufschl\u00e4ge auf, was den industriellen Kostendruck massiv versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Parallel bahnt sich im Ukraine-Konflikt eine heikle Phase an. US-Au\u00dfenminister Marco Rubio forderte einen Friedensschluss, wobei ein von Putin vorgeschlagenes trilaterales Treffen zwischen Donald Trump, Xi Jinping und Wladimir Putin ohne Wolodymyr Selenskyj debattiert wird.<\/p>\n<p>Zudem verlangt Kiew von der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr 2027 zus\u00e4tzliche Hilfen \u00fcber 70 Milliarden Euro, nachdem bereits 90 Milliarden Euro f\u00fcr 2026\/2027 vereinbart wurden.<\/p>\n<h3>Makro\u00f6konomie: Europa verliert im Standortwettbewerb den Anschluss<\/h3>\n<p>Die Finanzforderungen treffen die Europ\u00e4ische Union inmitten ungel\u00f6ster Beratungen \u00fcber das n\u00e4chste siebenj\u00e4hrige Budget. Friedrich Merz lehnt irische Vorschl\u00e4ge ab, da Deutschlands j\u00e4hrlicher Beitrag von 40 Milliarden auf \u00fcber 60 Milliarden Euro steigen k\u00f6nnte. Zugleich entl\u00e4dt sich der Unmut der B\u00fcrger in Unruhen in Frankreich sowie Protesten in Spanien, Portugal, Italien und Belgien.<\/p>\n<p>Laut IWF-Prognose wachsen die USA 2026 und 2027 um jeweils 2,3 Prozent, w\u00e4hrend Deutschland nur 1,3 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent erreicht \u2013 gest\u00fctzt allein durch staatliche Hilfen. Ohne diese l\u00e4ge das Wachstum laut Hellmeyer im laufenden Jahr bei lediglich 0,3 Prozent.<\/p>\n<p>Alarmierend sind auch die Realzinsen: W\u00e4hrend die USA am Geldmarkt plus 0,18 Prozent aufweisen, liegen deutsche Realzinsen mit minus 0,8 Prozent tief im Minus.<\/p>\n<p>Auch die Investitionen brechen ein: Private Investitionen stiegen in den USA seit 2019 um 54 Prozent, sanken in Deutschland aber um 10 Prozent. US-Industriestrom kostet 8 Cent pro Kilowattstunde gegen\u00fcber 18 Cent in Deutschland. Erdgas an der TTF-B\u00f6rse ist in Europa rund achtmal so teuer wie in den USA. Eine Staatsquote von 52 Prozent sowie steigende Steuern und Abgaben belasten die Wirtschaft zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<h3>Konjunkturdaten: Divergenz zwischen USA, Europa und China<\/h3>\n<p>Die Konjunkturdaten der Vorwoche verdeutlichen die globale Spaltung. In den USA wuchs die Industrieproduktion um 0,7 Prozent im Monatsvergleich und um 2,25 Prozent im Jahresvergleich, w\u00e4hrend die Eurozone um 0,5 Prozent im Monatsvergleich und 1,1 Prozent im Jahresvergleich schrumpfte. Der US-Einzelhandel legte real um rund 2,5 Prozent zu.<\/p>\n<p>Die US-Erzeugerpreise kletterten um 6,3 Prozent bei einer Inflationsrate von 3,7 Prozent. Der Empire State Index sprang auf 25,5 Punkte, w\u00e4hrend der Philly Fed Index bei 20,9 Punkten notierte. In der Eurozone betrug die Teuerung final 3,8 Prozent und in Deutschland 3,3 Prozent. Die europ\u00e4ische Handelsbilanz rutschte mit einem Defizit von minus 6,8 Milliarden Euro tief ins Minus.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber \u00fcberzeugt China im 3. Quartal mit einem BIP-Wachstum von 1,2 Prozent zum Vorquartal und 4,5 Prozent zum Vorjahr. Die Industrieproduktion legte um 5,5 Prozent zu, der Einzelhandel wuchs um 1,1 Prozent und die Handelsbilanz wies einen \u00dcberschuss von 133,5 Milliarden US-Dollar bei nur 0,9 Prozent Inflation auf.<\/p>\n<h3>B\u00f6rse und Finanzm\u00e4rkte: Analyse warnt vor Euro-Risiken<\/h3>\n<p>An den Finanzm\u00e4rkten brachte die Vorwoche eine Beruhigung der europ\u00e4ischen Rentenm\u00e4rkte, doch strukturell droht weiterer Vertrauensverlust. Verdeckte Notenbankinterventionen k\u00f6nnten m\u00f6glicherweise den Zinsanstieg d\u00e4mpfen, da die aktuellen Kurse die realen Risiken der politischen Unruhen kaum widerspiegeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Gemeinschaftsw\u00e4hrung Euro zeichnen sich gravierende Risiken ab. Mangels einheitlicher Fiskalpolitik droht die W\u00e4hrungsunion auseinanderzudriften. Nach Hellmeyers Einsch\u00e4tzung ist das Risikopotenzial f\u00fcr den Euro gegenw\u00e4rtig bedrohlicher als w\u00e4hrend der Euro-Schuldenkrise Anfang der 2010er-Jahre, weil mit Deutschland und Frankreich beide wirtschaftlichen Schwergewichte schlecht dastehen.<\/p>\n<h3>Ausblick auf die Berichtswoche: Wichtige Termine an den Finanzm\u00e4rkten<\/h3>\n<p>Am Dienstag stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen f\u00fcr Deutschland an: Die Erwartungen d\u00fcrften von 34,7 auf 32 Punkte nachgeben, w\u00e4hrend die Lage bei minus 45 Punkten erwartet wird. In den USA r\u00fccken die anh\u00e4ngigen Hausverk\u00e4ufe in den Fokus, die mit 71,2 Punkten nahe dem Allzeittief notieren.<\/p>\n<p>Am Donnerstag folgen das Verbrauchervertrauen der Eurozone mit einem erwarteten R\u00fcckgang auf minus 17 Punkte sowie die US-Fr\u00fchindikatoren.<\/p>\n<p>Am Freitag erscheinen die vorl\u00e4ufigen Einkaufsmanagerindizes: F\u00fcr die Eurozone wird beim Gesamtindex ein R\u00fcckgang von 53,1 auf 52,7 Punkte prognostiziert, w\u00e4hrend der US-Index trotz leichter Abschw\u00e4chung auf hohem Niveau um 58,4 Punkte verharrt. Zudem wird das US-Verbrauchervertrauen der Universit\u00e4t Michigan erwartet, das bei 46,3 Punkten verharrt.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<p><strong>Der Hellmeyer der Woche: Kernaussagen der Analyse<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Geopolitik und Energie<\/strong>: Angriffe im Nahen Osten treiben Destillat- und \u00d6lpreise; Friedensgespr\u00e4che f\u00fcr die Ukraine drohen ohne Kiew stattzufinden.<\/li>\n<li><strong>Standortkrise Europa<\/strong>: Extreme Energiekosten, negative Realzinsen und 52 Prozent Staatsquote beschleunigen die Deindustrialisierung Deutschlands.<\/li>\n<li><strong>Makro-Divergenz<\/strong>: Starke US-Industrie und stabiles Wachstum in China stehen schrumpfender Produktion und Handelsdefiziten in Europa gegen\u00fcber.<\/li>\n<li><strong>Finanzm\u00e4rkte im Stresstest<\/strong>: Rentenm\u00e4rkte und der Euro stehen vor Zerrei\u00dfproben, die jene der Staatsschuldenkrise der 2010er-Jahre \u00fcbertreffen k\u00f6nnten.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Fazit und Relevanz f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>F\u00fcr Anleger erfordert dieses makro\u00f6konomische Umfeld eine defensive Ausrichtung. Die Mischung aus geopolitischer Unsicherheit, hohen Energiekosten und erodierender europ\u00e4ischer Wettbewerbsf\u00e4higkeit belastet europ\u00e4ische Aktienwerte. Investoren sollten Schwerpunkte auf international diversifizierte Konzerne mit solider Preissetzungsmacht legen.<\/p>\n<p>An den Rentenm\u00e4rkten entwerten negative deutsche Realzinsen das Anlagekapital, w\u00e4hrend US-Papiere stabilere Ertr\u00e4ge bieten. Solange in Berlin und Br\u00fcssel keine nachhaltigen Strukturreformen zur Senkung von Kosten und Abgaben greifen, bleibt das Potenzial f\u00fcr eine Erholung der europ\u00e4ischen B\u00f6rsen und des Euro eng begrenzt.<\/p>\n<p>Der Wirtschafts\u00fcberblick mit aktueller Einsch\u00e4tzung kurz und pr\u00e4gnant \u2013 nur hier beim <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer der Woche<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">M\u00f6chten Sie jede Woche mit Folker Hellmeyer starten? 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