Die Discounter-Kette Action punktet durch effiziente Logistik und reichhaltiges Sortiment. (Foto: Freepik, grustock)
Die 3i Group ist für viele Anleger ein unbeschriebenes Blatt. Dabei hält die britische Gesellschaft die Mehrheit an einem der erfolgreichsten Einzelhändler der letzten Jahre. Es handelt sich um den niederländischen Discounter Action. Wer heute in die 3i Group investiert, setzt zu einem großen Teil auf die beispiellose Erfolgsgeschichte des größten Non-Food-Einzelhändlers Europas. (Hinweis: Für österreichische Anleger stellt die 3i Group als Nichtmeldefonds keine sinnvolle Investitionsgrundlage dar).
Die Rolle der 3i Group und der Fokus auf Action
Die 3i Group ist ein spezialisiertes Private-Equity-Haus. Historisch war 3i ein „normales“ Private Equity Unternehmen, welches mit externen Mitteln in Unternehmen investiert, sie optimiert und letztlich mit Gewinn verkauft. Unter dem CEO Simon Borrows wurde dieses Modell bewusst beendet. Er reduzierte die Schuldenlast massiv und konzentrierte sich auf die operative Verbesserung der Portfolio-Unternehmen. Das gesamte Management-Team unterstützt diesen Kurs und beteiligt sich mit eigenem Kapital an der 3i Group. Heute wird ausschließlich aus der Bilanz investiert und der Erfolg wird nur am Net-Asset-Value (NAV) pro Aktie gemessen.
3i ist daher eher ein börsennotierter Eigentümer als ein klassisches Private-Equity-Unternehmen. Das absolute Herzstück bildet dabei die Beteiligung an Action. Dieser Bereich macht mittlerweile 93 Prozent des gesamten Nettoinventarwerts der Gruppe aus. Das restliche Portfolio umfasst Projekte im Bereich Infrastruktur. Der Fokus liegt auf das Erzielen attraktiver Renditen für Aktionäre. Bei Action sieht das Management die hohen Wachstumschancen. Kapital wird daher immer wieder in Action reinvestiert und die Beteiligung ausgebaut. Action ist für 3i also kein Exit-Kandidat, sondern der Kapitalmotor des Konzerns.
Beteiligung und die Vision hinter Action
Die 3i Group erwarb die Mehrheit an Action bereits im Jahr 2011. Zu diesem Zeitpunkt war Action erst in den Niederlanden, Belgien und Deutschland mit lediglich 269 Filialen vertreten. 3i erkannte jedoch früh das enorme Potenzial für eine internationale Skalierung. Die Idee war bestechend einfach. Ein funktionierendes Konzept sollte schnell und effizient auf ganz Europa übertragen werden. 3i übernahm dabei die Rolle des kapitalstarken und strategischen Partners.
Heute betreibt das Unternehmen mehr als 2.700 Standorte in 14 verschiedenen Ländern (2025 kamen die Schweiz und Rumänien dazu). Die Beteiligungsquote von 3i liegt aktuell bei rund 62,3 Prozent. Das Management verfolgt weiterhin ehrgeizige Wachstumsziele für die kommenden Jahrzehnte, denn das Wachstumspotential liegt derzeit bei zusätzlich weiteren 4.850 Läden in Europa. Bis 2035 könnte die Anzahl der Stores um jährlich rund 10 Prozent auf 7.700 Länden anwachsen.
Das Action Erfolgskonzept
Das Geschäftsmodell von Action besticht durch seine hohe Effizienz. Die Kunden finden in den Läden ein Sortiment von etwa 6.000 Artikeln vor. Nur ein kleiner Teil dieser Produkte gehört zum festen Kernbestand. Der Großteil der Waren wechselt dagegen ständig. Dies erzeugt bei den Käufern eine besonders hohe Besuchsfrequenz. Viele Kunden betreten die Läden ohne eine konkrete Einkaufsliste. Sie lassen sich stattdessen von den wöchentlich neuen Angeboten inspirieren. Die Preise liegen dabei auf einem extrem niedrigen Niveau. Der Durchschnittspreis der Artikel liegt bei unter 2 Euro und damit typischerweise 60 bis 95 Prozent unter denen der Wettbewerber wie etwa TEDI, KiK oder Woolworth.
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Dieser Preisvorteil ist möglich, weil Action seine Skaleneffekte ausschöpft und nicht alle Gewinne einbehält, sondern an die Kunden weitergibt. Mit hohen und steigenden Abnahmemengen, optimierten Logistikprozessen und stark standardisierten Filialen können die besten Preise erzielt werden. Zudem liegen Filialen oft an kostengünstigen Randlagen mit niedrigen Mietkosten, während der Wettbewerb auch teure Stadtzentren anmietet.
Die Ausstattung in den Action-Läden ist ebenfalls auf Effizienz ausgelegt und schlicht gehalten. Im Fokus stehen Produkt und Preis. In vielen Ländern gilt Action als einer der beliebtesten Einzelhändler überhaupt. Diese Kombination aus Preisführerschaft und hoher Markenbeliebtheit schützt das Geschäft vor neuen Angreifern. Neue Marktteilnehmer finden kaum noch freie Nischen für ein ähnliches Modell.
Herausforderungen und Risiken im Markt
Dennoch gibt es ernstzunehmende Gefahren für die weitere Entwicklung. Ein potenzieller Konkurrent ist die dänische Kette Normal. Diese expandiert derzeit ebenfalls sehr aggressiv in vielen europäischen Ländern. Zudem rückt das Thema Nachhaltigkeit immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit. Viele Billigprodukte stehen wegen ihrer ökologischen Bilanz in der Kritik, obwohl Action einer der größten Einzelabnehmer von FSC-zertifiziertem Holz in Europa ist.
Geopolitische Spannungen und globale Lieferketten könnten zu höheren Kosten in der Beschaffung führen. In einigen Kernmärkten nähert sich die Zahl der Filialen zudem einer natürlichen Sättigungsgrenze. Das zukünftige Wachstum muss daher verstärkt in neuen Regionen wie Italien oder Spanien stattfinden. Das Geschäftsmodell lebt vom „Stöbererlebnis“, weshalb bewusst auf den Onlinehandel verzichtet wird. Das Onlinegeschäft wäre bei den geringen Stückpreisen auch unrentabel. Wenn sich hier der Trend hin zum Onlineshopping weiter verschiebt, könnte das für Action eine weitere Bedrohung darstellen.
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Aktuelle Performance und Geschäftszahlen
Wie viele Branchenriesen hat Action natürlich ein wesentliches LFL-Wachstum (flächenbereinigtes Wachstum) aus der Inflation generieren können. Dieses inflationsgestützte Wachstum nimmt nun ab. Das LFL-Wachstum lag zuletzt nur bei 5,7 Prozent. Die Aktie der 3i Group legte nach dieser Meldung eine Talfahrt von 30 Prozent in wenigen Handelstagen hin. Insbesondere der bedeutende französische Markt enttäuschte die Anleger mit einem LFL-Wachstum von nur 2,1 Prozent.
Es stellt sich die Frage, ob in den reifen Märkten bereits eine Sättigungsgrenze erreicht wird und das Wachstum früher als bisher angenommen abnimmt. Nichtsdestotrotz glänzen die weiteren Zahlen. Der Gesamtumsatz legte aufgrund Ladeneröffnung in Summe um 16,5 Prozent zu und die EBITDA-Marge erreichte einen neuen Rekord mit 17 Prozent (2022: 13,6 Prozent).
Insider kaufen zu 34 britische Pfund nach
Seit der Übernahme durch Simon Borrow hat sich der Net Asset Value (NAV) von 3i um jährlich 19,8 Prozent erhöht. Zusätzlich wurden auch Dividenden an Aktionäre ausbezahlt. Die Aussichten auf weiteres Wachstum mit Action sind trotz temporären Herausforderungen in Schlüsselmärkten erheblich und auch die Profitabilität steigt kontinuierlich weiter an. Nach der jüngsten Kurskorrektur könnte sich für Anleger ein attraktiver Einstieg ergeben.
Die Bewertung im relativen Vergleich zu Wettbewerbern verdeutlicht den aktuellen Bewertungsabschlag. Während Action mit einem EV/EBITDA von 15,1 bewertet wird, werden Costco (27,9 EV/EBITDA) oder Dollarama (25,9 EV/EBITDA) deutlich höher bepreist. Nur wachstumsschwache Einzelhändler wie Dollar Generals werden günstiger bewertet. Selbst das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt für die gesamte 3i Group bei nun 1,09 und liegt deutlich unter dem historischen Mittel von 1,25. Selbst Insider haben zu Kursen von 34 britische Pfund zugegriffen und ihre Zuversicht in das Aufwärtspotenzial der 3i Group Aktie zum Ausdruck gebracht.
Disclaimer:
No investment advice. No solicitation to buy or sell securities.
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