Inflation Deutschland aktuell: Preistrend im Dezember 2025 und Ausblick 2026

Sewing-Prognose 2026: Inflation bei 2 Prozent (Foto: Freepik, sweet_tomato)

Wiesbaden – Good News in stürmischen Zeiten: Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Dezember stark abgeschwächt. Nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamts ging die Inflation von 2,3 auf 1,8 Prozent im Jahresvergleich zurück.

Wichtiger Faktor für den Preisauftrieb waren auch im Dezember die Dienstleistungspreise mit plus 3,5 Prozent im Jahresvergleich. Die Energiepreise hingegen gingen um 1,3 Prozent zurück, Lebensmittel legten um 0,8 Prozent zu. Um 0,3 auf 2,4 Prozent Jahresrate sank die Kerninflation ohne Nahrungsmittel und Energie.

Speziell bei Lebensmitteln gab es 2025 eine enorme Spanne. So mussten Verbraucher für Butter (minus 22 Prozent) und Kartoffeln (minus 16,1 Prozent) deutlich weniger aufbringen, andere Waren wie Schokolade (plus 25,9 Prozent) oder Bohnenkaffee (plus 22,5 Prozent) verteuerten sich stark.

Gründe für fallende Inflation – Preise auf Unternehmensebene

Für den Teuerungsrückgang im Dezember hat Bantleon-Chefvolkswirt Daniel Hartmann bereits im Vorfeld mehrere Gründe genannt: Der Preisdruck bei Lebensmitteln lasse nach, die Spritpreise sind gefallen, die Bahn habe die Fernverkehrspreise stabil gehalten und der Preisanstieg bei Pauschalreisen könnte moderat ausfallen.

Auch die Preistrends auf B2B-Ebene geben aktuell keinen Anlass zur Sorge. Die Großhandelspreise sind zwar im November um 1,5 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Erzeugerpreise mit minus 2,3 Prozent und die Importpreise mit minus 1,9 Prozent.

Konjunkturaussichten mäßig – Inflation in anderen Ländern

Dass übermäßiges Wirtschaftswachstum Druck auf die Preise in Deutschland ausübt, ist 2026 kaum zu erwarten. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft unter Wirtschaftsverbänden gibt es eine Spanne von 0,8 bis 1,4 Prozent bei den Prognosen für das BIP-Wachstum.

Im EU-Vergleich präsentiert sich die Inflation höchst unterschiedlich. Während Spanien für Dezember 2,9 Prozent im Jahresvergleich verzeichnete, lag die Teuerung in Frankreich mit 0,8 Prozent und in Italien mit 1,1 Prozent (November) weit niedriger. Die USA wiederum meldeten 2,7 Prozent für November.

Zinspolitik der EZB – Inflationsprognose von Christian Sewing

The Europäische Zentralbank sieht aktuell keinen Handlungsbedarf, auch im Dezember beließ sie den Einlagenzins im Euroraum bei 2 Prozent. Seit Juni 2025 sind die Leitzinsen stabil. Für 2026 prognostiziert die Notenbank eine Inflation von 1,9 Prozent, nahe am Zielwert von 2 Prozent.

Die Zeiten hoher Teuerung sind vorbei – davon ist auch Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing überzeugt. Eine Inflation um die 2 Prozent im Jahr 2026 postuliert der Top-Banker, der auch Präsident des Bankenverbands ist. Entsprechend rechne er auch mit weitgehend gleichbleibenden Leitzinsen.

Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsraten am 6. Januar 2026 um 14.15 Uhr (MEZ).

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