Siemens Quartalszahlen: Hält das KI-Tempo an? Prognose und Überblick

Siemens-Pressekonferenz bei der Hannover Messe 2026 (Foto: Siemens AG, Marcus Kilian)

München – Siemens hat sich neu erfunden. Das Unternehmen agiert als KI-Infrastruktur-Konzern, und ist in US-amerikanischen Rechenzentren genauso erfolgreich wie in vernetzten Fabriken. Konzernchef Roland Busch hat den Technologieriesen auf Wachstumskurs gebracht. Der Auftragsbestand stieg auf den Rekordwert von 120 Milliarden Euro. Am Mittwoch zeigt sich, ob dieses Tempo im 2. Quartal anhält. Bremsen Währungseffekte, Regulierungen und globale Konflikte den Schwung?

Die Siemens-Aktie notiert am 12. Mai 2026 bei rund 265 Euro (13 Uhr MESZ). Im Februar war sie auf ein Rekordhoch bei über 275 Euro geklettert. Über 12 Monate legte das Papier rund 21 Prozent zu und schlug damit den Dax deutlich. bessere Leistung als der Dax. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf knapp 200 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel vor den Zahlen von 245 auf 255 Euro an. Sie beließ die Einstufung auf „Hold“.

Starkes Vorquartal – Prognose angehoben

In the 1. Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Oktober bis Dezember 2025) lieferte Siemens stark ab. Der Umsatz stieg nominal um 4 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang stieg um 7 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 2,60 Euro. Der Free Cash Flow betrug 0,7 Milliarden Euro.

Die starken Zahlen veranlassten Siemens im Februar, die Jahresprognose zu erhöhen. Das zentrale Ergebnis je Aktie vor Effekten aus der Kaufpreisallokation soll im Geschäftsjahr 2025/2026 auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen. Zuvor standen 10,40 bis 11 Euro im Plan. Siemens will den Konzernumsatz auf vergleichbarer Basis um 6 bis 8 Prozent steigern.

„Unsere starke Leistung im 1. Quartal zeigt, dass wir unsere Strategie erfolgreich umsetzen. Siemens ist in seinen Wachstumsmärkten sehr gut positioniert“, erklärte Konzernchef Roland Busch beim letzten Quartalsbericht. Künstliche Intelligenz sei ein starker Wachstumstreiber. Das Unternehmen skaliere industrielle KI in Kernbranchen zusammen mit “Weltklassepartnern” .

KI als Wachstumstreiber – aber Europa bleibt auf der Strecke

Der Boom kommt aus den USA und Asien. Das Rechenzentrumsgeschäft von Siemens wuchs im 1. Quartal um mehr als ein Drittel. Die US-Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur treibt die Entwicklung. Siemens reservierte für die kommenden 3 Jahre über 1 Milliarde Euro, um KI-Angebote auszubauen. In China erweitert das Unternehmen die Partnerschaft für industrielle KI mit Alibaba. CEO Busch lobte im April chinesische Open-Source-Modelle. Diese seien oft kostengünstiger und flexibler.

Hinter dieser Investitionslogik steckt eine klare politische Botschaft. Busch kritisierte auf der Hannover Messe den „AI Act“ und die Datenschutz-Grundverordnung der EU. Beide Regeln behandeln Industrie- und Maschinendaten ähnlich wie personenbezogene Daten. Dies erzeuge zusätzliche Bürokratie für industrielle KI-Anwendungen. Siemens hat bereits reagiert und mit den milliardenschweren US-Zukäufen Altair und Dotmatics ein neues Fundament gelegt.

 


Sparte Mobility auf Einkaufstour – Währungseffekte bleiben Risiko

Auch die Zugsparte Mobility bleibt auf Expansionskurs. Laut bloomberg.com prüft Siemens am 12. Mai 2026 eine Übernahme von Mer Mec SpA. Dies ist ein italienischer Spezialist für Signal- und Kommunikationstechnik im Schienenverkehr. Der potenzielle Kaufpreis liegt bei über 1 Milliarde Euro. Die Gespräche dauern an. Eine solche Transaktion würde den Technologie- und Softwareanteil von Mobility stärken.

Der Boom der US-Rechenzentren beschleunigt die Sparten Smart Infrastructure und Digital Industries. Der Auftragsbestand von 120 Milliarden Euro bietet Planungssicherheit. Gael de-Bray, Analyst bei der Deutschen Bank, geht davon aus, dass Digital Industries im 2. Quartal alle Erwartungen übertraf.

Die Risiken lassen sich nicht wegdiskutieren. Siemens selbst warnte vor Währungseffekten. Ein starker Euro wird das nominale Wachstum und das Ergebnis 2026 belasten. US-Handelszölle und geopolitische Unsicherheit könnten die Investitionsbereitschaft in Europa dämpfen. Hinzu kommt die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers, die De-Bray als Schwachstelle ausmacht.

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Prognosen der Analysten zu Gewinn und Umsatz

Der Gewinn pro Aktie soll nach der mittleren Prognose von 11 Analysten auf finanzen.net im 2. Quartal von Januar 2026 bis März 2026 bei rund 2,62 Euro liegen. Das ist ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorquartal, für das Siemens rund 2,60 Euro meldete. Rund 2,86 Euro betrug der Gewinn pro Aktie im Vorjahresquartal von Januar 2025 bis März 2025.

Beim Umsatz zeigt sich eine deutlichere Wachstumsdynamik. Laut finanzen.net soll der Umsatz im 2. Quartal bei rund 20,06 Milliarden Euro liegen. Das ist mehr als im Vorquartal (Oktober bis Dezember 2025) mit rund 19,1 Milliarden Euro. Es übertrifft auch das Vorjahresquartal (Januar bis März 2025) mit rund 19,8 Milliarden Euro. Das Geschäftsjahr von Siemens endet am 30. September.

 

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