(Foto: Magnific.com, zendaIA)
Ausgerechnet der Erfinder: PlanB, der pseudonyme Analyst hinter dem legendären Stock-to-Flow-Modell, stellt sein eigenes Erfolgsrezept vorerst ins Regal. Den Bitcoin-Preis schätze derzeit ein ganz anderer Indikator am besten – und der sieht eine eher hinkende Entwicklung. Selbst Top-On-Chain-Analyst Willy Woo pflichtet bei. Prognose: Was bedeutet das für den Bitcoin-Kurs bis 2028?
Kehrtwende: PlanB setzt auf anderes Modell
Jahrelang gilt Stock-to-Flow (S2F) als das Kult-Modell der Krypto-Welt: Es leitet den Bitcoin-Preis aus dessen Knappheit ab und macht seinen Schöpfer – einen ehemaligen institutionellen Investor – zu einem der meistzitierten Analysten der Branche. Umso bemerkenswerter seine jüngste Botschaft: „Der Bitcoin-Preis lässt sich derzeit am besten über die Difficulty schätzen – nicht über Stock-to-Flow, nicht über das ‚Power Law‘“, schreibt der populäre PlanB auf X. Hintergrund: Die Difficulty misst, vereinfacht gesagt, die Produktionskosten der Miner – also wie schwer es ist, neue Bitcoin zu schürfen. Diese Kosten bilden erfahrungsgemäß einen Boden für den Kurs: Fällt der Preis darunter, schalten Miner ihre Maschinen ab.
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Bitcoin Prognose: Zäher Kurs bis 2028?
Die Folge ist ernüchternd: Für 2026 impliziert der Indikator keinen starken Anstieg, sondern eine eher bescheidene Spanne von etwa 60.000 bis 80.000 Dollar. Auch in den Folgejahren geht’s demnach gemächlich voran: Für 2027 und 2028 steigt die Kurve nur langsam – grob in die Bereiche 70.000 bis 100.000 Dollar. Das ist enttäuschend, denn: Andere Modelle sehen für diesen Zyklus locker 500.000 Dollar und mehr. Aktuell notiert Bitcoin (BTC) bei rund 65.400 Dollar – nach dem Oktober-Hoch von 126.000 Dollar hat sich der Kurs fast halbiert.
Willy Woo stimmt zu – mit einem Haken
Zustimmung kommt von prominenter Stelle. Willy Woo, einer der renommiertesten On-Chain-Experten überhaupt, kommentiert direkt unter PlanBs Prognose: „Das ergibt viel Sinn, denn der Difficulty-Mechanismus wird primär vom Preis getrieben“. Es sei zwar kein Prognosemodell, aber nützlich, um Abweichungen zu erkennen, so der Neuseeländer. Der Haken daran: Die Difficulty folgt der Rechenleistung im Netzwerk, und die folgt langfristig dem Preis. Der Indikator läuft dem Markt also hinterher: Er vermittelt den Wert auf Basis der Produktionskosten – taugt aber nicht als Blick in die Zukunft.
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Prognose: Bitcoin auf Kurs gen 500.000 Dollar
So oder so: Ganz verabschiedet sich PlanB von seinem Lebenswerk nicht. Er unterscheidet zwischen Preis und Wert: Für den gegenwärtigen Preis hält er die Difficulty für das präzisere Werkzeug – für den langfristigen Wert bleibt Stock-to-Flow sein Maßstab. Alle Modelle seien falsch, manche aber nützlich, so sein Credo. Erst eine Woche vor der Kehrtwende bekräftigt er: „Auf Basis der Stock-to-Flow-Bewertung kann BTC in diesem Zyklus (2026–2028!) immer noch auf 500.000 Dollar steigen – in einer Spanne von 250.000 Dollar bis 1 Million. Geduld.“ Kurzfristig zäh, langfristig also mindestens sechsstellig.
Trumps Simulation: Der Präsident verkauft seine eigenen Kursbomben
Ein einziger „Truth Social“-Post von Donald Trump bewegt Ölpreise und Aktienkurse, kann ganze Portfolios pumpen oder crashen. Bislang geht das noch mit halbwegs rechten Dingen zu: Alle erfahren es gleichzeitig. Ab dem 1. August ändert sich das. Trump Media verkauft dann den Frühzugriff auf Beiträge des Präsidenten: Das Produkt heißt „Truth API“ und liefert zahlenden Kunden die kursbewegenden Posts Millisekunden, bevor der Rest der Welt sie zu sehen bekommt. Kosten: bis zu 100.000 Dollar pro Monat. Wer zahlt, bekommt einen Direktzugang zu den Posts des US-Präsidenten. Ein Informationsvorsprung, unmittelbar von der Quelle gekauft – völlig legal. Auf ein solches Geschäftsmodell muss die Wall Street erst mal kommen. Krypto-Kommentator Furkan Yildirim bringt es auf den Punkt: „Die Financial Times berichtet, dass die ‚Mitgliedschaft‘ $100.000 pro Monat kosten soll. Wir leben wahrlich in einer Simulation“, so der Analyst auf X.
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