CF Industries Share: Why CF Industries Remains Cheap Despite Record Profits

Geopolitische Faktoren im Nahen Osten und Exportbeschränkungen in China führen weltweit zu einer spürbaren Verknappung von Harnstoff und steigenden Düngemittelpreisen. (Foto: Magnific.com, Oleksandr Ryzhkov)

Während Teile der Wirtschaft unter den Störungen rund um die Straße von Hormus leiden und globale Ammoniak- sowie Harnstoffkapazitäten beeinträchtigt sind, gibt es auch Unternehmen, die davon profitieren können. CF Industries ist als nordamerikanischer Produzent eines davon, da es von niedrigen Erdgaskosten und einer sicheren Lieferkette profitiert.

Die Aktie ist in einem volatilen langjährigen Aufwärtstrend, notiert aber mit einem price-earnings ratio (KGV) von nur 6 im Vergleich zum Wettbewerb, bei stärkerer Nachfrage, sehr günstig. Für Anleger stellt sich die Frage, ob diese Bewertung aufgrund möglicher Gewinneinbrüche gerechtfertigt ist, oder ob sich hier eine Chance ergibt.

Das Geschäft: Ammoniak als Grundstoff der Landwirtschaft

CF Industries wurde 1946 gegründet und stellt in einem britischen Werk, 6 Werken in den USA und in Kanada ein einziges Grundprodukt her: Ammoniak. Ammoniak ist ein industriell erzeugter Grunddünger, um die Erträge zu optimieren. Für die Herstellung von Ammoniak wird jedoch reichlich Erdgas benötigt, um aus dem Erdgas im ersten Schritt Wasserstoff zu gewinnen, welcher im Anschluss mit dem Stickstoff aus der Luft zu Ammoniak reagiert. 75 Prozent der Produktionskosten entfallen daher alleine auf Erdgas. Aus dem Ammoniak stellt CF Industries verschiedene Düngerformen her. Diese sind körniger Harnstoff, UAN und Ammoniumnitrat. Körniger Harnstoff lässt sich direkt auf dem Feld ausstreuen und liefert rund 43 Prozent Marge, UAN ist eine flüssige Lösung aus Harnstoff und weiteren Stickstoffsalzen und wird mit Wasser vermischt und versprüht. Hier liegt die Marge nur bei rund 30 Prozent. Ammoniumnitrat wird ähnlich eingesetzt.

Wettbewerbsposition: Der nordamerikanische Kostenvorteil

Der Erdgaspreis ist wettbewerbsentscheidend. CF Industries bezieht über die New York Mercantile Exchange günstiges US-Erdgas. Der US-Leitpreis Henry Hub lag zuletzt bei rund 3 US-Dollar pro MMBtu (Maßeinheit für Energiemenge). Im 1. Quartal 2026 erreichte der Henry Hub aufgrund der geopolitischen Spannungen kurzzeitig sogar 4,57 US-Dollar.

Europäische Wettbewerber wie Yara International zahlen für den europäischen Leitpreis TTF deutlich mehr: Der Irankonflikt ließ den Preis zuletzt auf rund 20 US-Dollar pro MMBtu steigen. Inzwischen liegt der TTF zwar wieder bei rund 14 US-Dollar, damit aber weiterhin rund 366 Prozent über dem Henry-Hub-Preis. Daraus ergibt sich für CF Industries ein struktureller Kosten- und Margenvorteil gegenüber europäischen Wettbewerbern.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Fehlende Kapazitäten und El-Niño treiben Düngemittelpreise an

Im Nahen Osten sind rund 60 Prozent der Ammoniak- und Harnstoffkapazitäten ausgefallen. Russland exportiert weiterhin unterhalb des Vorkriegsniveaus, China beschränkt seine Ausfuhren, um die Versorgung im Binnenmarkt sicherzustellen und Belarus und Russland sind mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig fehlt es an neuen Produktionskapazitäten die frühestens 2030 aufgebaut sein sollen. Infolgedessen erreichten selbst die US-Ammoniakpreise zuletzt 750 bis 850 US-Dollar pro Tonne. Hinzu kommt ein risikobedingter Nachfrageschub von Landwirten. Viele Bauern lassen in mehreren Anbauregionen zusätzlich düngen, um sinkende Flächenerträge durch das aufziehende El-Niño-Phänomen zu kompensieren.

Mehr Cashflow und Umsatz aufgrund Dekarbonisierung

Bei der Herstellung von Ammoniak entsteht das Nebenprodukt CO2. Im Zuge des Inflation Reduction Act wurde von der US Regierung beschlossen, dass für die dauerhafte Speicherung von CO2 (CCS Verfahren) jede Tonne CO2 über 12 Jahre mit 85 US-Dollar pro Tonne vergütet wird. CF Industries hat im Juli 2025 am Standort Donaldsonville ein CCS-Projekt in Betrieb genommen und kann damit nun rund 2 Millionen Tonnen CO2 unterirdisch lagern und von der Förderung bis ins Jahr 2033 profitieren. Zusätzlich gibt es europäische Kunden, die für klimafreundlicheres Ammoniak 20 bis 25 US-Dollar pro Tonne mehr bezahlen, weil sie ihre eigene CO2-Bilanz verbessern müssen.

 


Ein noch größeres Projekt stellt Blue Point dar, bei welchem gemeinsam mit JERA und Mitsui eine komplett neue Anlage erbaut wird, die von Anfang an besonders klimaschonend produziert. CF besitzt daran 40 Prozent und bekommt dafür eine feste Menge des dort hergestellten Ammoniaks, nämlich 560.000 Tonnen pro Jahr. Aktuell geht dieses Ammoniak nach Japan und wird zur Stromerzeugung in der Stahlproduktion eingesetzt. Beide Projekte zusammen sollen CF Industries bis 2030 jährlich 150 bis 200 Millionen US-Dollar zusätzlichen an freien Cashflow einbringen.

Letztlich entsteht auch ein neuer Absatzmarkt für Ammoniak. Nämlich als CO2-freier Schiffstreibstoff und Wasserstoffträger. Das Pilotprojekt startet mit dem Bau des weltweit ersten ammoniakbetriebenen Großtransporters durch HD Hyundai Heavy Industries. Als größter Ammoniakproduzent der Welt mit umfangreichen Investitionen in klimaschonende Produktion ist CF Industries für die Belieferung dieses entstehenden neuen Markts ebenfalls gut positioniert.

Günstig bewertet, aber zyklisch

CF Industries wird mit einem KGV von 6 bewertet und liefert eine Cashflow-Rendite von 16 Prozent. Die weitere Bewertung hängt von den Erdgaspreisen und der allgemeinen Nachfrage ab. Einige Markttrends sprechen für einen anhaltende Nachfrage nach Düngemittel. Hinzu kommt die Chance auf neue Absatzmärkte. Die Risiken ergeben sich aus volatilen Erdgaspreisen.

Die Aktie eignet sich vor allem für Anleger, die zyklische Rohstoffwerte mit einer Sondersituation suchen und Kursschwankungen aushalten können. Die Kombination aus hohen Cashflow-Renditen, einer Eigenkapitalrendite von 27,3 Prozent und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm von 1,7 Milliarden US-Dollar spricht für Value-Investoren mit mittelfristigem Horizont. Wer hingegen auf stabile, von geopolitischen Ereignissen unabhängige Erträge setzt, sollte Zykliker wie CF Industries meiden.

 

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