Ranking Erzeugerpreise EU: Bulgarien und Rumänien im Juni 2026 mit höchster Rate

(KI-Bild: ftd-Redaktion, Codex-Bildmodell)

Eurostat meldet für Juni 2026 einen Anstieg der industriellen Erzeugerpreise auf dem EU-Inlandsmarkt um 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 10 höchsten Länderraten reichen von 18,2 Prozent in Bulgarien bis 6,8 Prozent in Italien. Energie verteuerte sich im EU-Durchschnitt um 10,0 Prozent, während der Index ohne Energie nur um 2,9 Prozent stieg.

Das Ranking zeigt Preisänderungen industrieller Verkäufe, nicht das Preisniveau und nicht die Verbraucherpreisinflation. Es folgt der harmonisierten Eurostat-Reihe. Abweichende nationale Statistiken erklären einzelne Energie- und Branchenbewegungen, ersetzen aber die Rangwerte nicht. Die Monatsrichtung setzt zudem einen Gegenakzent: 7 der 10  Länder meldeten im Juni fallende Erzeugerpreise gegenüber Mai.

Industrielle Erzeugerpreise im Juni 2026

Bulgarien liegt mit 18,2 Prozent 3,9 Prozentpunkte vor Rumänien. Irland auf Rang 3 und Litauen trennen nur 0,1 Prozentpunkte.

Rang Land Jahresrate
1 Bulgarien 18,2 Prozent
2 Rumänien 14,3 Prozent
3 Irland 11,4 Prozent
4 Litauen 11,3 Prozent
5 Sweden 9,2 Prozent
6 Dänemark 8,8 Prozent
7 Belgium 8,3 Prozent
8 Finnland 7,1 Prozent
9 Spain 7,0 Prozent
10 Italien 6,8 Prozent

Quelle: Eurostat

 

Platz 10: Italien – Unverändert im Monat Juni

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 6,8 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: 0,0 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 9,1 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 2,3 Prozentpunkte

Italien schließt die Top 10 mit 6,8 Prozent ab. Gegenüber Mai blieben die industriellen Erzeugerpreise unverändert. Die Jahresrate sank dennoch deutlich von 9,1 auf 6,8 Prozent. Zum EU-Gesamtwert bleibt ein Abstand von 2,1 Prozentpunkten.

Kroatien folgt mit 6,4 Prozent auf Rang 11. Der Abstand an der Grenze beträgt 0,4 Prozentpunkte. Die absteigende Eurostat-Reihe erfasst nur die Preisveränderung gegenüber dem Vorjahr. Industrieproduktion, Gewinnentwicklung und Wettbewerbsfähigkeit stehen auf einem anderen Blatt.

Platz 9: Spanien – Höchster Rückgang der Jahresrate

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 7,0 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: 0,1 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 10,5 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 3,5 Prozentpunkte

Spanien kommt auf 7,0 Prozent und liegt einen Zehntelpunkt hinter Finnland. Gegenüber Mai stiegen die Erzeugerpreise um 0,1 Prozent. Unter den Plätzen 8 bis 10 ist das der einzige positive Monatswert.

Trotzdem ging die Jahresrate gegenüber Mai von 10,5 auf 7,0 Prozent zurück. Mit minus 3,5 Prozentpunkten verzeichnet Spanien den stärksten Rückgang dieser Vergleichsrate innerhalb der 10 Länder mit der höchsten Teuerung. Die Erklärung liegt in der wechselnden Vorjahresbasis, nicht in einem ebenso großen Preissturz innerhalb eines Monats.

Platz 8: Finnland – vor Spanien trotz fallender Preise im Juni

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 7,1 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 1,0 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 8,2 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 1,1 Prozentpunkte

Finnland erreicht 7,1 Prozent gegenüber Juni 2025. Nur 0,1 Prozentpunkte trennen Rang 8 von Spanien. Zum EU-Gesamtwert bleibt ein Abstand von 2,4 Prozentpunkten.

Im Juni sanken die Erzeugerpreise um 1,0 Prozent zum Vormonat. Zugleich fiel die Jahresrate von 8,2 auf 7,1 Prozent. Finnland gehört damit zu den Ländern, deren hoher Vorjahresabstand bereits sichtbar nachlässt. Der knappe Rangvorsprung sollte nicht als strukturelle Stärke gelesen werden: Schon kleine Monatsrevisionen oder neue Vergleichsbasen können Finnland und Spanien neu sortieren.

Platz 7: Belgien – Deutlicher Monatsrückgang dämpft die Jahresrate

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 8,3 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 1,2 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 9,0 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 0,7 Prozentpunkte

Belgien belegt mit 8,3 Prozent den siebten Platz. Im Mai hatte die Jahresrate noch 9,0 Prozent betragen. Der Rückgang um 0,7 Prozentpunkte passt zum Monatswert: Gegenüber Mai sanken die Erzeugerpreise um 1,2 Prozent.

Damit bleibt Belgien zwar 3,6 Prozentpunkte über dem EU-Gesamtwert von 4,7 Prozent, die aktuelle Richtung deutet aber auf einen Rückgang der Rate hin.

Platz 6: Dänemark – Fernwärme und Strom prägen das Preisbild

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 8,8 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 0,5 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 8,9 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 0,1 Prozentpunkte

Dänemark liegt mit 8,8 Prozent auf Rang 6. Gegenüber Mai fielen die industriellen Erzeugerpreise um 0,5 Prozent. Die Jahresrate bewegte sich kaum und gab von 8,9 auf 8,8 Prozent nach.

The dänische Statistikbehörde meldet für ihr eigenes Aggregat der Warenproduktion 6,5 Prozent. Strom, Gas und Fernwärme lagen dagegen 51,0 Prozent über dem Vorjahr und stiegen im Juni um 5,8 Prozent. Das nationale Aggregat unterscheidet sich vom Eurostat-Wert. Es zeigt aber, wie stark einzelne Energiegruppen den industriellen Preisvergleich verzerren können.

Platz 5: Schweden – Energie hebt den Index deutlich über die Kernreihe

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 9,2Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 0,3 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 8,0 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: 1,2 Prozentpunkte

Schweden erreicht bei Eurostat 9,2 Prozent. Das sind 2,1 Prozentpunkte weniger als Litauen, aber 0,4 Punkte mehr als Dänemark. Gegenüber Mai gingen die Erzeugerpreise leicht um 0,3 Prozent zurück. Die Jahresrate stieg dennoch von 8,0 auf 9,2 Prozent.

Statistics Sweden meldet für Inlandsverkäufe 8,9 Prozent. Im breiteren nationalen Erzeugerpreisindex lagen energiebezogene Produkte 37,7 Prozent über dem Vorjahr; ohne Energie betrug die Rate 3,3 Prozent. Diese Reihen haben nicht exakt denselben Zuschnitt wie Eurostat, belegen aber die ungewöhnlich große Energiedifferenz. Schwedens 5. Platz zeigt einen starken industriellen Preisimpuls, der zu einem erheblichen Teil von Energie geprägt ist.

Platz 4: Litauen – Stärkster Monatsrückgang der 10 Ranking-Länder

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 11,3 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 1,7 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 13,0 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 1,7 Prozentpunkte

Litauen kommt auf 11,3 Prozent im Jahresvergleich und verfehlt Platz 3 um 0,1 Prozentpunkte. Im Mai hatte die Rate noch 13,0 Prozent erreicht.

Gegenüber Mai sanken die Erzeugerpreise um 1,7 Prozent. Das ist der stärkste Monatsrückgang innerhalb der 10 Länder mit den größten Zuwächsen und zugleich der stärkste Rückgang der Jahresrate. Der 4. Platz beschreibt ein weiterhin hohes Niveau gegenüber dem Vorjahr, aber keinen aktuellen Beschleunigungsschub.

Platz 3: Irland – Energie treibt die Jahresrate, gegenüber Mai rückläufig

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 11,4 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 1,5 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 10,0 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: 1,4 Prozentpunkte

Irland verzeichnet mit 11,4 Prozent eine höhere Erzeugerpreis-Teuerung als Litauen. Der Abstand beträgt nur 0,1 Prozentpunkte, ein Gleichstand besteht aber nicht. Gegenüber Mai fielen die industriellen Erzeugerpreise um 1,5 Prozent. Trotzdem stieg die Jahresrate von 10,0 auf 11,4 Prozent, weil Monatsbewegung und Vorjahresvergleich unterschiedliche Bezugspunkte haben.

The irische Statistikbehörde CSO zeigt einen starken Energieeffekt in eigenen Teilreihen: Großhandelsstrom lag 42,2 Prozent, Energie-Brennstoffe 24,5 Prozent über Juni 2025. Im Monat sanken diese Preise allerdings um 6,2 beziehungsweise 9,0 Prozent. Für im Inland verkaufte verarbeitete Waren meldet das CSO nur 4,1 Prozent.

Die nationalen Aggregate sind nicht deckungsgleich mit Eurostats harmonisiertem Gesamtindex. Sie erklären jedoch, warum eine hohe Jahresrate neben einem deutlichen Monatsminus stehen kann.

Platz 2: Rumänien – Ein Monatsplus hebt die Jahresrate weiter an

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 14,3 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: 1,0 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 13,1 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: 1,2 Prozentpunkte

Rumänien erreicht 14,3 Prozent gegenüber Juni 2025. Im Mai hatte die Jahresrate noch 13,1 Prozent betragen. Gleichzeitig stiegen die Erzeugerpreise im Juni um 1,0 Prozent zum Vormonat, der zweithöchste Wert ist damit nicht nur ein Basiseffekt aus dem Vorjahr.

Der Abstand zu Bulgarien bleibt mit 3,9 Prozentpunkten groß, der Vorsprung auf Irland beträgt 2,9 Punkte. Für die EU insgesamt meldet Eurostat 4,7 Prozent. Rumäniens Rate liegt also weit über dem Blockwert. Trotzdem misst sie eine Preisänderung im industriellen Inlandsabsatz. Sie sagt nichts über Produktionsmenge, Gewinnmargen oder die vollständige Verbraucherpreisentwicklung aus.

Platz 1: Bulgarien – Die höchste Jahresrate sinkt im Monatsvergleich

  • Erzeugerpreise gegenüber Juni 2025: 18,2 Prozent
  • Erzeugerpreise gegenüber Mai 2026: minus 1,3 Prozent
  • Jahresrate im Mai 2026: 19,3 Prozent
  • Veränderung der Jahresrate zum Mai: minus 1,1 Prozentpunkte

Bulgarien führt die Eurostat-Statistik mit 18,2 Prozent an. Gegenüber Mai gingen die Erzeugerpreise jedoch um 1,3 Prozent zurück; auch die Jahresrate sank von 19,3 Prozent. Hoher Vorjahresabstand und aktuelle Monatsrichtung erzählen also verschiedene Geschichten.

The bulgarische Statistikamt weist national 18,3 Prozent aus, einen Zehntelpunkt mehr als Eurostat. Für das EU-Ranking gilt der harmonisierte Eurostat-Wert. Die nationale Detailreihe zeigt zugleich, wo der Druck sitzt: Bergbau verteuerte sich im Jahresvergleich um 27,5 Prozent, Strom und Gas um 18,3 Prozent, das verarbeitende Gewerbe um 7,5 Prozent.

Der Index misst industrielle Verkaufspreise auf dem Inlandsmarkt, keine Ladenpreise.

 

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