BIT Global Technology Leaders: The AI champion now comes as an ETF

Neben verringerten laufenden Verwaltungskosten enthält die Gebührenstruktur des aktiven ETFs eine erfolgsabhängige Performance Fee für das Management. (Bild: Magnific AI)

Mehr als verzehnfacht seit 2019, Milliardenvermögen und ein klarer Fokus auf die Gewinner der KI-Revolution: BIT Capital bringt sein Flaggschiff jetzt als ETF an die Börse. Für Anleger wird der Einstieg einfacher – doch der spektakuläre Track Record gehört zunächst einmal nicht dem neuen Produkt.

Ein Erfolgsfonds wechselt die Börsenhülle

Jan Beckers öffnet sein Flaggschiff für die Börse. Seit dem 3. August ist der BIT Global Technology Leaders Active UCITS ETF handelbar. Er trägt die ISIN DE000A4231H9 und ist unter anderem über Xetra verfügbar. Das Bemerkenswerte: Hinter dem ETF steckt kein neu zusammengestelltes Portfolio. Der ETF bildet die bestehende BIT-Global-Technology-Leaders-Strategie ab. Zusammensetzung, Investmentprozess und Fondsmanagement bleiben identisch. Anleger bekommen damit die bewährte Strategie in einer neuen Verpackung – kombiniert mit der Handelbarkeit eines ETFs.

Und die Vorlage ist stark. Die 2019 gestartete Strategie verwaltet rund 1,6 Milliarden Euro und hat sich seit ihrer Auflegung zwischenzeitlich mehr als verzehnfacht. Mehrfach wurde sie ausgezeichnet, zuletzt unter anderem mit dem LSEG Lipper Fund Award 2026.

Keine KI-Gießkanne, sondern gezielte Wetten

BIT Capital setzt dabei nicht einfach auf alles, was irgendwie nach KI klingt. Das Team sucht gezielt nach Unternehmen, die von den nächsten Wellen der KI-Adoption profitieren könnten. Dafür kommt die hauseigene Human-x-AI-Investmentplattform zum Einsatz. Nach Angaben von BIT Capital verarbeitet sie täglich mehr als 100 Terabyte Rohdaten und wertet zahlreiche nahezu in Echtzeit verfügbare Signale sowie KI-gestützte Prozesse aus. Das Ziel: Veränderungen möglichst früh zu erkennen – und Chancen zu nutzen, bevor sie im breiten Markt vollständig eingepreist sind.

Die daraus abgeleitete Strategie ist konzentriert und benchmarkunabhängig. Statt den Technologiesektor möglichst breit abzubilden, setzt das Management auf Unternehmen, von deren Chancen es besonders überzeugt ist. Dieser High-Conviction-Ansatz kann die Rendite kräftig anschieben, wenn die Wetten aufgehen. Er erhöht allerdings ebenso die Fallhöhe, wenn sich eine Investmentthese als falsch erweist.

Amazon, Micron und IREN an der Spitze

Ein Blick ins Portfolio zeigt, wie konsequent BIT Capital auf die Infrastruktur der KI-Revolution setzt. Größte Position ist mit rund 10,4 Prozent Amazon, gefolgt von den Speicherchip-Spezialisten Micron mit 8,6 Prozent und dem Rechenzentrumsbetreiber IREN mit 8,5 Prozent. Dahinter folgen SanDisk mit rund 6 Prozent, Robinhood mit 5 Prozent sowie Marvell Technology mit 4,8 Prozent. TSMC und Infineon kommen auf 4,6 beziehungsweise 4,4 Prozent. Die acht größten Positionen vereinen damit gut die Hälfte des Portfolios auf sich.

Auffällig ist die Mischung. Neben klassischen Technologiewerten setzt BIT Capital auf Unternehmen, die an unterschiedlichen Stellen der KI-Wertschöpfungskette verdienen – von Rechenleistung und Speicherchips über Halbleiterfertigung bis hin zu digitalen Plattformen. Informationstechnologie bildet entsprechend den Schwerpunkt. Ergänzt wird das Portfolio unter anderem durch zyklischen Konsum, Finanzwerte, Gesundheitsunternehmen und Rohstofftitel. KI ist für BIT Capital damit weniger ein einzelnes Investmentthema als eine Wette auf den Aufbau einer komplett neuen industriellen Infrastruktur.

Kein klassischer Tech-ETF

Wer einen möglichst günstigen ETF auf den Nasdaq oder den globalen Technologiesektor sucht, ist hier falsch. Der BIT Global Technology Leaders ist ein aktiv gemanagter High-Conviction-Ansatz. Das Investmentteam entscheidet selbst über Aktienauswahl, Gewichtung und Haltedauer. Damit ähnelt der ETF eher einem klassischen Aktienfonds als einem herkömmlichen Index-ETF. Der Unterschied liegt vor allem im Zugang: Anleger können die Strategie börsentäglich handeln und damit auch kurzfristiger auf ihre Positionierung reagieren. Genau diese Kombination macht das Produkt interessant. BIT Capital versucht, die Vorteile des aktiven Managements mit der Flexibilität der ETF-Hülle zu verbinden.

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Günstiger – aber nicht umsonst

Auch beim Gebührenmodell geht BIT Capital einen eigenen Weg. Die laufende Managementgebühr liegt bei rund 0,40 Prozent, insgesamt werden aktuell rund 0,46 Prozent Produktkosten ausgewiesen. Hinzu kommt eine Performance Fee von 15 Prozent. Damit fällt die laufende Vergütung niedriger aus als bei der bisherigen R-I-Anteilklasse der Strategie.

Im Gegenzug beteiligt sich BIT Capital im Erfolgsfall stärker an der Wertentwicklung. Für Anleger ist das ein Tauschgeschäft: weniger laufende Kosten gegen eine erfolgsabhängige Vergütung. Ob sich dieser Deal lohnt, hängt letztlich davon ab, ob das Management auch künftig genügend Mehrwert gegenüber günstigeren passiven Alternativen liefert.

Der entscheidende Haken: Die Vergangenheit gehört dem Fonds

So überzeugend die bisherige Geschichte klingt, einen Punkt sollten Anleger nicht übersehen: Der ETF selbst hat noch keinen langen Track Record. Die neue Anteilklasse wurde erst am 3. August 2026 aufgelegt. Die spektakulären Wertentwicklungen seit 2019 beziehen sich auf die bestehende Fondsanteilklasse – auch wenn beide dasselbe Portfolio und denselben Investmentprozess nutzen. Die bisherige Performance ist deshalb ein starkes Argument für die Strategie, aber kein bereits erzielter Wertzuwachs des neuen ETFs. Das schmälert die Leistung des Managements nicht. Es verhindert aber, dass aus einer erfolgreichen Fondsvergangenheit vorschnell eine Erfolgsgarantie für das neue Börsenprodukt wird.

Fazit: Der KI-Champion geht an die Börse

Der neue BIT Global Technology Leaders Active UCITS ETF ist damit mehr als ein weiterer KI-ETF. Er bringt eine etablierte, konzentrierte Technologie-Strategie in ein Format, das Anleger bereits aus dem ETF-Markt kennen. Der große Pluspunkt ist der bewährte Investmentprozess. BIT Capital muss nicht erst beweisen, dass das Team Technologie- und KI-Trends analysieren kann – die bisherige Entwicklung der Strategie spricht eine deutliche Sprache. Doch die Messlatte liegt nun hoch.

Die KI-Rally hat viele Gewinner hervorgebracht, gleichzeitig sind die Erwartungen an Technologieaktien enorm gestiegen. Die entscheidende Frage wird deshalb sein, ob BIT Capital auch die nächste Generation der Gewinner findet. Für Anleger, die an eine Fortsetzung des Technologie- und KI-Booms glauben und einem aktiven Manager zutrauen, die Gewinner herauszufiltern, ist der ETF durchaus interessant. Nur eines sollte man nicht vergessen: Der ETF muss seinen eigenen Track Record erst noch schreiben.

 

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