Stromversorgung für Rechenzentren gehört zu den von Infineon genannten Wachstumstreibern. (KI-Symbolbild: ftd.de-Redaktion, Codex-Bildmodell)
Infineon hat im bisherigen Börsenjahr mehr als die Hälfte an Kurswert gewonnen. Dahinter folgen Symrise und die Deutsche Börse. Diese 10 DAX-Aktien verzeichneten vom Jahresende 2025 bis zum 12. Oktober 2026 die höchsten Kursgewinne.
Ausgewertet wurden alle 40 Aktien der aktuellen DAX-Mitgliederliste der Deutschen Börse. Maßgeblich sind einheitlich die Xetra-Schlusskurse vom 30. Dezember 2025 und vom 12. Oktober 2026.
Platz 1 steht für den höchsten prozentualen Xetra-Kursgewinn seit dem Schluss am 30. Dezember 2025. Dividenden gehen nicht in diese Kennzahl ein; Splits und Bezugsrechte sind bereinigt. Die ausgewählten Werte haben zwischen 17,03 und 51,66 Prozent zugelegt.
Der Vergleich betrachtet die heute im Index enthaltenen Aktien, einschließlich später aufgenommener Werte. Das unterscheidet die Auswahl von einem unverändert gehaltenen DAX-Depot ab Jahresbeginn. Ein ftd.de-Beitrag zum Begriff Aktienindex erläutert, wie solche Börsenbarometer Einzelwerte zusammenfassen.
| Colour | Pursue | Kursgewinn 2026 |
|---|---|---|
| 1 | Infineon | 51,66 Prozent |
| 2 | Symrise | 35,39 Prozent |
| 3 | Deutsche Börse | 33,35 Prozent |
| 4 | RWE | 30,93 Prozent |
| 5 | Brenntag | 24,78 Prozent |
| 6 | Siemens Energy | 21,91 Prozent |
| 7 | DHL | 21,42 Prozent |
| 8 | GEA | 18,94 Prozent |
| 9 | Bayer | 18,43 Prozent |
| 10 | Hochtief | 17,03 Prozent |
Kursgewinne der 10 stärksten DAX-Aktien 2026 bis 12. Oktober
Platz 10: Hochtief – Infrastrukturaufträge und Ergebnisziel wachsen
- Kursgewinn 2026: 17,03 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 337,00 Euro
- Schluss 12.10.2026: 394,40 Euro
Hochtief schließt die Liste der 10 Gewinner mit 17,03 Prozent ab. Aus den Notierungen von 337 und 394,40 Euro ergibt sich der Kursanstieg. Der Infrastrukturkonzern ist vor allem in Nordamerika, Australien und Europa tätig.
Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 27. Juli meldete Hochtief einen operativen Konzerngewinn von 480 Millionen Euro, 35 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro.
Neue Aufträge erreichten 31,5 Milliarden Euro, während der Auftragsbestand auf 84,8 Milliarden Euro wuchs. Den operativen Konzerngewinn für das Gesamtjahr erwartete Hochtief im Juli nun zwischen 1,025 und 1,1 Milliarden Euro. Zuvor hatte das Unternehmen 950 Millionen bis 1,025 Milliarden Euro angesetzt. Auch für die US-Tochter Turner hob es das Ergebnisziel an.
Platz 9: Bayer – Fortschritte bei hohen Finanzschulden
- Kursgewinn 2026: 18,43 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 37,01 Euro
- Schluss 12.10.2026: 43,83 Euro
Bayer hat sich um 18,43 Prozent verteuert. Der Schlusskursvergleich reicht von 37,01 Euro bis 43,83 Euro. Operativ zeigte der Konzern am 4. August ein gemischtes Bild.
Laut Bayers Quartalsmitteilung stieg der Umsatz im 2. Quartal währungs- und portfoliobereinigt um 2,2 Prozent auf 10,872 Milliarden Euro. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 1,9 Prozent auf 2,144 Milliarden Euro. Im Agrargeschäft wuchsen Umsatz und Ergebnis. Bei Pharma blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau, während das Ergebnis zurückging.
Der bereinigte Gewinn je Aktie sank um 16,7 Prozent auf 0,95 Euro. Zudem war der freie Cashflow mit minus 371 Millionen Euro negativ, teilweise wegen Zahlungen zur Beilegung von Rechtsstreitigkeiten. Ende Juni betrug die Nettofinanzverschuldung 33,647 Milliarden Euro. Die Verbesserung einzelner Geschäftsbereiche ging somit mit hohen Finanzschulden einher; für Ende 2026 peilt Bayer inzwischen 29 bis 30 Milliarden Euro an (zuvor 32 bis 33 Milliarden Euro).
Platz 8: GEA – Neue Anlagen und Servicegeschäft wachsen
- Kursgewinn 2026: 18,94 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 57,80 Euro
- Schluss 12.10.2026: 68,75 Euro
GEA liegt mit 18,94 Prozent auf dem achten Platz. Am Jahresende kostete die Aktie 57,80 Euro, am 12. Oktober 68,75 Euro. Bei dem Anlagenbauer zogen zuletzt sowohl Neuaufträge als auch Serviceleistungen an.
The Zahlen vom 10. August zeigen für das 2. Quartal einen Auftragseingang von rund 1,495 Milliarden Euro, 14,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders gefragt waren Anlagen für Milcherzeugung, Milchverarbeitung und Lebensmittel. Der Umsatz stieg um 10 Prozent auf rund 1,442 Milliarden Euro. Das Servicegeschäft steuerte 39,6 Prozent des Konzernumsatzes bei und wuchs um 8,5 Prozent.
Auch die Zahlungsströme verbesserten sich. Der freie Cashflow erreichte im Quartal 151,1 Millionen Euro nach 38 Millionen Euro im Vorjahr. Damit erzielte GEA nach eigenen Angaben den höchsten freien Mittelzufluss in einem 2. Quartal seit 2020.
Platz 7: DHL – Mehr Umsatz und eine höhere Gewinnmarge
- Kursgewinn 2026: 21,42 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 46,73 Euro
- Schluss 12.10.2026: 56,74 Euro
Bei DHL stehen 21,42 Prozent Kursgewinn zu Buche. Die beiden Xetra-Schlusswerte lauten 46,73 und 56,74 Euro. Der Logistikkonzern erzielte im Frühjahr und Frühsommer wieder deutliches Wachstum, nachdem das Vorjahresquartal durch Zoll- und Handelspolitik belastet gewesen war.
After am 5. August veröffentlichten Zahlen stieg der Umsatz im 2. Quartal um 13 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich um 30 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Die Marge verbesserte sich von 7,2 auf 8,3 Prozent. Das Umsatzwachstum stützten laut DHL höhere Sendungsgewichte bei DHL Express, knappe Luftfrachtkapazitäten und die Weitergabe höherer Treibstoffkosten. Zugleich erhöhte DHL sein Aktienrückkaufprogramm um 500 Millionen Euro auf bis zu 6,5 Milliarden Euro und verlängerte es bis Ende 2027.
Platz 6: Siemens Energy – Bestellungen und Windsparte verbessern sich
- Kursgewinn 2026: 21,91 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 120,40 Euro
- Schluss 12.10.2026: 146,78 Euro
Siemens Energy kommt auf 21,91 Prozent Kursplus. Der Aktienkurs bewegte sich von 120,40 Euro am Jahresende auf 146,78 Euro am Vergleichsstichtag. Besonders stark entwickelte sich der Auftragseingang des Energietechnikkonzerns.
In the Bericht zum 3. Quartal des Geschäftsjahres vom 5. August standen Aufträge von 17,9 Milliarden Euro einem Umsatz von 11,4 Milliarden Euro gegenüber. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, nahm der Umsatz um 18,5 Prozent zu. Der Auftragsbestand erreichte 162 Milliarden Euro. Das Gasturbinengeschäft verzeichnete einen Rekord beim Auftragseingang; auch Netztechnik und Industrietransformation legten zu.
Die Windsparte Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder in einem Quartal ein positives Ergebnis. Das Ergebnis vor Sondereffekten stieg auf 1,623 Milliarden Euro, der Free Cashflow vor Steuern auf 2,319 Milliarden Euro. Zum starken Mittelzufluss trugen auch Anzahlungen von Kunden bei. Das verbindet die operative Verbesserung mit den hohen Bestellungen, aus denen erst später weitere Umsätze entstehen.
Platz 5: Brenntag – Preise steigen und interne Kosten sinken
- Kursgewinn 2026: 24,78 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 49,56 Euro
- Schluss 12.10.2026: 61,84 Euro
Für Brenntag ergibt die Berechnung aus den Schlusskursen einen Zuwachs von 24,78 Prozent: 49,56 Euro standen zum Jahresende 2025 den jüngsten 61,84 Euro gegenüber. Der Chemikalienhändler beschrieb im Sommer eine deutlich günstigere Preisentwicklung.
In seiner Ergebnismitteilung vom 12. August bezifferte Brenntag den Umsatz des 2. Quartals auf 4,3 Milliarden Euro. Das operative EBITDA erreichte 463 Millionen Euro. Die Bruttomarge stieg auf 26,9 Prozent; zugleich erzielte das Kostensenkungsprogramm im Quartal Einsparungen von 41 Millionen Euro. Organisatorische Vereinfachungen und die stärkere Betreuung großer Kunden gehörten zu den Maßnahmen.
Der Konflikt im Nahen Osten setzte globale Lieferketten unter Druck und erhöhte die Preise an den Chemikalienmärkten. Brenntag verwies dabei auf sein weltweites Vertriebsnetz zur Sicherung der Kundenversorgung. Die günstige Preisphase und die internen Einsparungen wirkten somit gleichzeitig auf das Geschäft.
Platz 4: RWE – Mehr Wind und Entschädigung heben den Gewinn
- Kursgewinn 2026: 30,93 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 45,26 Euro
- Schluss 12.10.2026: 59,26 Euro
RWE gewinnt im Jahresvergleich 30,93 Prozent. Die Xetra-Reihe führt 45,26 Euro als Ausgangskurs und 59,26 Euro als Schlusskurs am 12. Oktober. Im operativen Geschäft traf eine bessere Stromproduktion auf zusätzliche Ergebnisbeiträge.
Wie RWE am 13. August berichtete, stieg das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr von 2,1 auf 3 Milliarden Euro. Normalisierte Windbedingungen erhöhten die Produktion auf See. An Land und bei Solar kamen neu errichtete Kapazitäten hinzu. Seit Jahresbeginn hatte RWE Anlagen mit 752 Megawatt Erzeugungsleistung in Betrieb genommen; weitere 10,3 Gigawatt befanden sich im Bau.
Zum Ergebnissprung gehörte auch eine Entschädigung von 332 Millionen Euro für frühere Einschränkungen des niederländischen Kraftwerks Eemshaven. Dieser Einmaleffekt ist bei der Einordnung des Wachstums wesentlich. Gleichzeitig stieg die Nettoverschuldung bis Ende Juni auf 15 Milliarden Euro, vor allem wegen hoher Investitionen und saisonaler Zahlungsströme.
Platz 3: Deutsche Börse – Nettoerlöse wachsen ohne Treasury-Beitrag
- Kursgewinn 2026: 33,35 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 223,70 Euro
- Schluss 12.10.2026: 298,30 Euro
Die Aktie der Deutschen Börse liegt mit 33,35 Prozent vorn im Feld. Ihre Schlussnotierung erhöhte sich von 223,70 auf 298,30 Euro.
The Mitteilung zum 2. Quartal vom 22. Juli weist Nettoerlöse mit und ohne Treasury-Ergebnis aus. Ohne Treasury-Ergebnis stiegen die Nettoerlöse um 9 Prozent auf 1,412 Milliarden Euro. Einschließlich dieses Beitrags erreichten sie 1,617 Milliarden Euro, 7 Prozent mehr als im Vorjahr. Das den Aktionären zurechenbare Periodenergebnis wuchs um 12 Prozent auf 569 Millionen Euro.
Platz 2: Symrise – Aromen und Düfte beschleunigen das Wachstum
- Kursgewinn 2026: 35,39 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 68,88 Euro
- Schluss 12.10.2026: 93,26 Euro
Der Duft- und Geschmacksstoffhersteller Symrise erreicht Rang 2. Aus 68,88 Euro zu Jahresende und 93,26 Euro am Stichtag ergibt sich ein Kursplus von 35,39 Prozent. Das Geschäft umfasst Aromen, Duftstoffe sowie kosmetische und funktionale Inhaltsstoffe.
In the Halbjahresbericht vom 30. Juli meldete Symrise einen Umsatz von 2,539 Milliarden Euro und 2 Prozent organisches Wachstum. Im 2. Quartal beschleunigte sich dieses Wachstum auf 4,5 Prozent. Lebensmittel und Getränke, Verbraucherdüfte sowie Aromamoleküle trugen zur Entwicklung bei. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erreichte im Halbjahr 553 Millionen Euro; die Marge lag bei 21,8 Prozent.
Höhere Logistikkosten infolge der Spannungen im Nahen Osten belasteten zugleich das Segment Scent & Care. Investitionen in das Umbauprogramm beanspruchten ebenfalls Mittel. Der Konzern verbindet Effizienzmaßnahmen deshalb mit gezielten Investitionen in sein weiteres Wachstum.
Platz 1: Infineon – Stromversorgung für Rechenzentren gefragt
- Kursgewinn 2026: 51,66 Prozent
- Schluss 30.12.2025: 37,73 Euro
- Schluss 12.10.2026: 57,22 Euro
51,66 Prozent Kursgewinn machen Infineon zum Spitzenreiter. Der Xetra-Schlusskurs stieg von 37,73 Euro zum Jahresende auf 57,22 Euro. Der Halbleiterhersteller hat damit stärker zugelegt als jeder andere aktuell im DAX enthaltene Wert.
Operativ rückt die Stromversorgung von Rechenzentren in den Mittelpunkt. Infineon bezeichnete Lösungen für künstliche Intelligenz im Bericht vom 5. August als wichtigsten Wachstumstreiber. Im 3. Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte der Umsatz 4,172 Milliarden Euro. Das Segmentergebnis betrug 797 Millionen Euro, die entsprechende Marge 19,1 Prozent. Zugleich berichtete der Konzern von wieder anziehenden Aufträgen aus der Automobilindustrie und zusätzlichen Investitionen in Stromnetze.
Für die Planung der Fertigung werden langfristige Kundenvereinbarungen bedeutsamer. Abgeschlossene oder noch verhandelte Kapazitätsreservierungen mit führenden KI-Kunden bezifferte Infineon auf ein kumuliertes Umsatzvolumen im hohen einstelligen Milliardenbereich. Damit geht es zugleich um die Nutzung bestehender Fabriken und die Planung weiterer Fertigung. Die wieder anziehenden Aufträge aus der Automobilindustrie erweitern die Nachfragebasis über KI-Anwendungen hinaus.
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