Welche Steuern fallen beim Altersvorsorgedepot an? Was gilt in der Ansparphase und welche Möglichkeiten gibt es bei der späteren Auszahlung?
Das neue Altersvorsorgedepot soll den langfristigen Vermögensaufbau für die private Altersvorsorge erleichtern. Neben staatlichen Zulagen spielen dabei auch steuerliche Vorteile eine wichtige Rolle. Doch wann müssen Sparer ihre Erträge versteuern? Und was passiert mit dem angesparten Geld im Ruhestand?
In Folge 7 der Videoreihe „Finanzen verstehen“ auf ftd.de erklären wir, wie die Besteuerung des Altersvorsorgedepots funktioniert, welche Auszahlungsmodelle vorgesehen sind und unter welchen Voraussetzungen verbleibendes Vermögen vererbt werden kann.
Schnell informiert
- Ansparphase: Erträge innerhalb des geförderten Altersvorsorgedepots können zunächst ohne laufende Besteuerung wieder angelegt werden.
- Umschichtung: Anlagen können innerhalb der vorgesehenen Produktregeln während der Sparphase gewechselt werden.
- Auszahlungsphase: Leistungen aus geförderten Beiträgen werden grundsätzlich nachgelagert besteuert.
- Steuersatz: Maßgeblich ist der persönliche Einkommensteuersatz im Zeitpunkt der Auszahlung.
- Auszahlungsmodelle: Zur Wahl stehen eine lebenslange Rente oder ein langfristiger Auszahlungsplan.
- Vererbung: Bei einem Auszahlungsplan kann noch nicht ausgezahltes Vermögen grundsätzlich vererbbar bleiben.
Altersvorsorgedepot: Welche Steuern fallen in der Ansparphase an?
Ein wesentlicher Vorteil des geförderten Altersvorsorgedepots liegt in der steuerlichen Behandlung während der Sparphase.
Während bei einem gewöhnlichen Wertpapierdepot auf bestimmte Kapitalerträge Steuern anfallen können, werden Erträge innerhalb des geförderten Altersvorsorgevertrags grundsätzlich nicht laufend besteuert.
Das Geld kann dadurch über viele Jahre innerhalb des Vertrags weiter angelegt werden. Auch Umschichtungen zwischen zulässigen Anlagen sind möglich, ohne dass dabei unmittelbar dieselben steuerlichen Folgen wie bei einem normalen Wertpapierdepot entstehen.
Dieser Effekt wird als Steuerstundung bezeichnet. Er kann insbesondere bei einem langen Anlagehorizont von 20, 30 oder 40 Jahren eine Rolle spielen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die spätere Auszahlung steuerfrei ist.
Nachgelagerte Besteuerung: Wann wird das Altersvorsorgedepot versteuert?
Beim neuen Altersvorsorgedepot bleibt die sogenannte nachgelagerte Besteuerung ein zentrales Prinzip.
Beiträge, die während der Ansparphase staatlich gefördert wurden, werden grundsätzlich erst bei der späteren Auszahlung besteuert. Das gilt auch für die darauf entfallenden Erträge und Wertsteigerungen.
Die Auszahlungen unterliegen dann dem persönlichen Einkommensteuersatz des Empfängers.
Wie hoch die tatsächliche Steuerbelastung ausfällt, hängt deshalb von der individuellen Einkommenssituation im Ruhestand ab.
Wichtig ist jedoch eine Unterscheidung: Nicht alle Beiträge innerhalb eines Altersvorsorgevertrags müssen steuerlich gleich behandelt werden.
Geförderte und ungeförderte Beiträge: Wo liegt der Unterschied?
Für die spätere Besteuerung kommt es darauf an, ob die eingezahlten Beiträge während der Ansparphase staatlich gefördert wurden.
Bei geförderten Beiträgen werden die darauf beruhenden späteren Leistungen grundsätzlich vollständig nachgelagert besteuert.
Für Leistungen aus nicht geförderten Beiträgen gelten dagegen andere steuerliche Regeln. Je nach Auszahlungsform kann beispielsweise eine Ertragsanteilsbesteuerung zur Anwendung kommen.
Wurden sowohl geförderte als auch ungeförderte Beiträge eingezahlt, müssen die daraus entstehenden Leistungen steuerlich entsprechend zugeordnet werden.
Deshalb lässt sich nicht pauschal sagen, dass jeder ausgezahlte Euro aus einem Altersvorsorgedepot auf dieselbe Weise versteuert wird.
Altersvorsorgedepot: Lebenslange Rente oder Auszahlungsplan?
Neben der Besteuerung stellt sich eine weitere wichtige Frage: Wie erhalten Sparer ihr angespartes Vermögen im Ruhestand zurück?
Das neue System sieht grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten vor.
Lebenslange Rente: Bei diesem Modell erhalten Versicherte regelmäßige Zahlungen bis zum Lebensende. Der Vorteil liegt in einer lebenslangen Einkommensquelle.
Langfristiger Auszahlungsplan: Alternativ ist ein Auszahlungsplan vorgesehen, der mindestens bis zur Vollendung des 85. Lebensjahres reicht. Dabei wird das angesparte Vermögen über einen festgelegten Zeitraum ausgezahlt.
Welche Variante besser geeignet ist, hängt unter anderem von den persönlichen finanziellen Bedürfnissen und dem gewünschten Maß an Planungssicherheit ab.
Kann das Altersvorsorgedepot vererbt werden?
Auch die Vererbung ist bei der Entscheidung für eine Auszahlungsform relevant.
Bei einem langfristigen Auszahlungsplan kann noch nicht ausgezahltes Vermögen grundsätzlich vererbbar bleiben. Entscheidend sind die jeweiligen Vertragsbedingungen und die geltenden Förderregeln.
Bei einer lebenslangen Rente hängt eine mögliche Hinterbliebenenleistung dagegen von der vertraglichen Gestaltung ab.
Wer Wert darauf legt, verbleibendes Kapital an Angehörige weiterzugeben, sollte diesen Aspekt deshalb bereits vor der Auswahl des Auszahlungsmodells prüfen.
Wann lohnt sich das Altersvorsorgedepot steuerlich?
Ob sich ein Altersvorsorgedepot gegenüber anderen Sparformen lohnt, lässt sich nicht allein anhand der staatlichen Zulagen beurteilen.
Entscheidend sind insbesondere die Höhe der Förderung, die Kosten des Vorsorgeprodukts, die steuerliche Situation und der Zeitpunkt, zu dem auf das Geld zugegriffen werden soll.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Flexibilität: Geförderte Altersvorsorgeprodukte sind auf die finanzielle Absicherung im Ruhestand ausgerichtet. Ein gewöhnlicher ETF-Sparplan kann dagegen andere Möglichkeiten beim Zugriff auf das angesparte Vermögen bieten.
Bei der Entscheidung sollten deshalb steuerliche Vorteile, Anlagekosten, Risiken und persönliche Vorsorgeziele gemeinsam betrachtet werden.
Finanzen verstehen: Steuern und Auszahlung einfach erklärt
In Folge 7 unserer Videoreihe „Finanzen verstehen“ zeigen wir, welche steuerlichen Regeln beim Altersvorsorgedepot gelten und worauf Sparer bei der späteren Auszahlung achten sollten.
Dabei erklären wir die Unterschiede zwischen Ansparphase und Auszahlungsphase, die nachgelagerte Besteuerung, verschiedene Auszahlungsmodelle und die mögliche Vererbung von Restvermögen.
Jetzt Folge 7 ansehen und erfahren, wie das Altersvorsorgedepot besteuert wird.
Weitere Informationen finden Sie in unserer Videoreihe „Finanzen verstehen“ rund um das neue Altersvorsorgedepot auf ftd.de.
The contribution Altersvorsorgedepot: Wann fallen Steuern an? appeared first ftd.de.