Amazon Aktie nach Quartalszahlen: Verfehlte Erwartungen – Kurs bricht ein

Amazon-Campus in Seattle (Foto: Amazon.com)

Seattle – Der E-Commerce-Riese Amazon verfehlt im abgelaufenen Jahresviertel die Erwartungen der Wall Street. Mit einem vorsichtigen Ausblick auf das wichtige Weihnachtsgeschäft trübt das Unternehmen die Stimmung der Investoren. Massive Investitionen in Künstliche Intelligenz belasten zudem den Cashflow.

  • Revenue: 201,9 Milliarden US-Dollar (unter der Analystenprognose)
  • Earnings per share (EPS): 1,89 US-Dollar (verwässert; unter der Analystenprognose)

Operativ lief es dagegen gut: Der operative Gewinn stieg auf 28,1 Milliarden US-Dollar, die operative Marge erreichte mit 13,9 Prozent einen Rekordwert. Der Gewinn je Aktie sank vor allem wegen eines Sondergewinns aus Anthropic-Beteiligungen im Vorjahresquartal.

Die wichtigste Ertragssäule bleibt das Cloud-Geschäft Amazon Web Services. Die Sparte verzeichnete ein rasantes Umsatzwachstum von 39,3 Prozent auf 46 Milliarden US-Dollar. Damit erreichte das Segment die höchste Wachstumsrate seit fast 5 Jahren. Der operative Gewinn von AWS kletterte auf 17,8 Milliarden US-Dollar.

Für das 4. Quartal dämpft der Konzern die Hoffnungen. Amazon rechnet mit einem Umsatz zwischen 240 Milliarden und 247 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 12 bis 16 Prozent. Die Mitte der Spanne liegt knapp unter den Erwartungen der Analysten. Das Unternehmen peilt einen operativen Gewinn zwischen 28,5 Milliarden und 33,5 Milliarden US-Dollar an.

 

„Unsere AWS-Investitionen in Funktionalität und Infrastruktur zahlen sich aus, mit einem Umsatzwachstum im Jahresvergleich von über 39 Prozent im 3. Quartal (184 Milliarden US-Dollar Umsatz-Run-Rate) und prognostizierten Wachstumsraten von über 40 Prozent sowohl in 2027 als auch in 2028“, erklärte Andy Jassy, President und CEO, bei Veröffentlichung des Berichts.

Die Börse reagierte umgehend auf die verfehlten Ziele. Im nachbörslichen Handel stürzte die Amazon-Aktie ab. Zuletzt notierte das Papier mit einem Minus von knapp 7 Prozent bei rund 227 US-Dollar. Investoren sorgen sich über die explodierenden Kosten für neue Rechenzentren.

Amazon liefert ein gemischtes Bild ab. Das boomende Cloud-Geschäft unterstreicht die technologische Stärke. Gleichzeitig belasten die immensen Kapitalausgaben von geplanten 220 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr die freie Liquidität. Der Markt fordert nun klare Beweise für den langfristigen Erfolg der gigantischen KI-Wetten.

 

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