Amundi Aktie: Europas Vorzeige-Asset Manager?

Trotz schwacher Börsenperformance: Amundi ist aus der Vermögensverwaltungsbranche inzwischen nicht mehr wegzudenken. (Foto: Freepik, pikisuperstar)

Bis Mitte des vergangenen Jahres waren weltweit rund 16 Billionen US-Dollar in ETFs investiert. Um diese riesige Summe einmal einordnen zu können: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt lag zuletzt bei etwas unter 4,5 Billionen Euro. Der Markt für Indexfonds boomt seit geraumer Zeit. Das spült auch den Anbietern viel Geld in die Unternehmenskassen. Für einen der größten Branchenplayer, Amundi, sieht die Börsenperformance dennoch wenig spektakulär aus.

Crédit Agricole plus Société Générale gleich Amundi

Heute positioniert sich Amundi an der Spitze der europäischen Vermögensverwalter. Die Franzosen bringen es mittlerweile auf gut 2,3 Billionen Euro Assets under Management. Damit spielt man auch auf globaler Ebene in der obersten Liga der Money Manager mit, zählt also zu den 10 größten Unternehmen dieser Art. Das kann kein anderer europäischer Vertreter von sich behaupten.

Amundi beschäftigt rund 5.500 Mitarbeiter in 35 Ländern und ist Ansprechpartner für 100 Millionen Kunden, die sich aus Privatinvestoren, institutionellen Anlegern sowie Unternehmen zusammensetzen. In seiner heutigen Form existiert der Asset Manager übrigens erst seit 2010, als die Vermögensverwaltungssparten der Crédit Agricole und Société Générale fusionierten. Im Februar 2015 wagte man schließlich den Börsengang in Paris.

Durch eine Reihe von Übernahmen in unterschiedlichen Ländern, darunter etwa im November 2024 der deutsche Softwareentwickler aixigo, konnte Amundi in den vergangenen Jahren seine globale Präsenz weiter aufbauen. Aus der Vermögensverwaltungsbranche sind die Franzosen inzwischen nicht mehr wegzudenken. Das dürfte vielleicht auch Ihnen bei der Suche nach einem ETF bereits aufgefallen sein – der Name ist quasi allgegenwärtig.

Umfassende Lösungen für anspruchsvolle Kunden

Mit seinen Dienstleistungen spricht Amundi grob 3 Zielgruppen an: individuelle Investoren, Vermögensverwalter sowie institutionelle Anleger. Privatpersonen können die Produkte entweder direkt oder alternativ über Berater erwerben. Die Investmentservices sind darauf ausgelegt, dass persönliche Ziele, Anlagehorizonte oder Risikopräferenzen bestmögliche Berücksichtigung finden.

Daneben vertreibt Amundi seine Dienstleistungen unter anderem an Privatbanken, unabhängige Finanzberater, Familiy Offices, aber auch Online-Broker und diverse digitale Plattformen. Innerhalb der Sparte institutionelle Investoren stehen wiederum Versicherer, Pensions- und Staatsfonds, Zentralbanken sowie Unternehmen und deren betrieblichen Altersvorsorgelösungen im Fokus.

Das konkrete Leistungsportfolio von Amundi ist äußerst breit und reicht von Research-Tätigkeiten – durchgeführt von mehreren 100 Ökonomen und Analysten in aller Welt – über die Bereitstellung von Portfoliomanagementsystemen und Vertriebsplattformen bis hin zu den vielfältigen Investmentangeboten.

Letztere beinhalten beispielsweise Fixed Income ebenso wie Infrastrukturanlagen, Private debt oder Strategiefonds, um nur einen Ausschnitt zu nennen. Zusätzlich deckt Amundi natürlich auch passive Investments ab. So finden Anleger bereits über 300 ETFs, die in Summe ein Volumen von inzwischen fast 290 Milliarden Euro aufweisen. Amundi gilt mit diesen Kennzahlen als führender ETF-Anbieter in Europa.

10 Prozent der Marktkapitalisierung an Aktionäre

Im zurückliegenden Jahr konnte Amundi Nettozuflüsse von 88 Milliarden Euro verbuchen, ein neuer Rekord. Ermöglicht wurde dieses starke Ergebnis vor allem durch den schnell wachsenden Drittvertrieb im Privatkundengeschäft sowie die Gewinnung einiger wichtiger Mandate im institutionellen Bereich.

Dank dieser Entwicklung und der starken finanziellen Position möchte Amundi für 2025 eine Dividende von immerhin 4,25 Euro je Aktie ausschütten. Zusätzlich dürften die Anleger von einem Rückkaufprogramm im Wert von 500 Millionen Euro profitieren, das vor wenigen Wochen bekanntgegeben wurde. Fasst man beide Maßnahmen zusammen, fließen knapp 1,4 Milliarden Euro, oder circa 10 Prozent der gegenwärtigen Marktkapitalisierung, an die Anteilseigner zurück.

 


Digitale Plattformen werden immer wichtiger

Rund 10 Milliarden Euro an neuen Nettozuflüssen konnte Amundi 2025 über digitale Anbieter einsammeln. Das entspricht knapp der Hälfte der gesamten Zuflüsse aus dem Privatkundengeschäft. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete Moneybox, eine Vermögensverwaltungsplattform aus Großbritannien, die sich auf Altersvorsorgeangebote spezialisiert.

Geografisch erwies sich insbesondere Nordeuropa zuletzt als wichtiger Zukunftsmarkt, der für das Unternehmen einiges an Potenzial verspricht. Amundi rechnet damit, dass diese Region 2025 Nettozuflüsse in Höhe von 40 Milliarden Euro einbringen könnte, der Großteil davon aus Großbritannien. Aus Deutschland flossen dem Vermögensverwalter im zurückliegenden Jahr übrigens 8 Milliarden Euro zu, wobei 5 Milliarden Euro wiederum auf digitale Plattformen entfielen.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Aktie dümpelt vor sich hin

Während es Amundi in den letzten Jahren schaffte, sich als globaler Asset Manager zu etablieren und dabei auch ordentliche Wachstumsraten zu verzeichnen, sieht es für die Aktionäre seit einiger Zeit weniger erfreulich aus. Über die vergangenen 5 Jahre hätten sie mit einem Investment in Amundi sogar einen kleinen Verlust erlitten.

Wichtiger als die Vergangenheit ist jedoch die Zukunft. Hier zeigen sich die Analysten nach den unerwartet positiven Ergebnissen des 4. Quartals zunehmend optimistisch. Die UBS etwa bekräftigte vor wenigen Wochen ihre Kaufempfehlung und stufte das Kursziel der Amundi Aktie auf 88 Euro hoch. Insbesondere das angekündigte Aktienrückkaufprogramm sowie eine prognostizierte Beschleunigung der Mittelzuflüsse in aktive Fonds stützten diese Einschätzung. Auch RBC passte sein Kursziel für die Aktie zuletzt von 71 Euro auf 76 Euro an.

 

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