BMW Aktie nach Quartalszahlen: Prognose erneut gekappt – Kurs erholt sich

Ältere BMW-Modelle laufen früher aus, weil die Neue Klasse schneller hochfährt. (Symbolbild, Foto: Magnific.com, freepik)

München – BMW bezahlt den Umbau mit seiner Marge. Der Autobauer legte am 4. November die Zahlen für das 3. Quartal vor und kappte schon am Vorabend zum zweiten Mal in diesem Jahr die Prognose. In China schrumpft der Markt, Preiskriege verschärfen sich. Dort brach der Absatz der Münchner um rund ein Viertel ein.

  • Revenue: 30,5 Milliarden Euro (knapp unter der Analystenprognose)
  • Earnings per share (EPS): 2,46 Euro (Ergebnis je Stammaktie, unter der Analystenprognose)

Die Kennzahl, auf die Autoinvestoren am stärksten achten, ist die EBIT-Marge im Automobilgeschäft. Sie zeigt, wie viel operativer Gewinn vor Zinsen und Steuern von jedem Euro Umsatz bleibt. Im 3. Quartal sank sie um 1,8 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Analysten hatten im Schnitt nur 2,3 Prozent erwartet. Die Auslieferungen fielen um 6,3 Prozent. Zuwächse in Europa und den USA federten das Minus in China ab.

Für 2026 erwartet BMW im Autogeschäft jetzt eine Marge zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bisher lag das Ziel bei 1 bis 3 Prozent. Ohne die Kosten für Umbau- und Portfoliomaßnahmen rechnet BMW weiter mit mehr als 2 Prozent. Die Auslieferungen sollen um 5 bis 9,9 Prozent unter die 2,46 Millionen Fahrzeuge des Vorjahres fallen. Der Konzern bestätigt 2 Ziele: Der Vorsteuergewinn soll um mehr als 15 Prozent sinken, der Free Cashflow (frei verfügbarer Mittelzufluss) im Autogeschäft soll über 2,5 Milliarden Euro liegen.

„Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung“, betonte Vorstandschef Milan Nedeljković bei Veröffentlichung des Berichts. Finanzvorstand Walter Mertl ergänzte: „Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor.“

 

Die Gewinnwarnung kam am Dienstag nach Xetra-Schluss. Nachbörslich gab die Aktie zeitweise knapp 2 Prozent nach. Am Mittwochmorgen nach Handelsstart erholt sich die Notierung und legte um 1,25 Prozent auf 58,52 Euro zu (9.52 Uhr MEZ). Seit Jahresbeginn hat das Papier 37,19 Prozent verloren.

Das Quartal fiel besser aus als befürchtet, doch Anleger schauen nach vorn. Ein Abfindungsprogramm war schnell ausgebucht, die Kosten lagen laut früheren Angaben bei gut 1 Milliarde Euro. Ältere Modelle laufen früher aus, weil die Neue Klasse schneller hochfährt. Das verursacht zusätzliche Kosten. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi erwartet, dass Investoren nun auf die Restrukturierung achten. Er belässt die Aktie auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 82 Euro.

 

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