Die USA sind Nettoexporteur von Öl – trotzdem ziehen auch dort die Benzinpreise an. (Foto: Freepik, maxx-studio)
Washington – Die Lage im Iran-Konflikt ist verworren, aber eines ist klar: Der gestörte Rohöl-Nachschub sorgt für galoppierende Energiepreise – auch in den USA. Die Inflation ist im März auf 3,3 Prozent im Jahresvergleich hochgeschnellt, wie das US-Arbeitsministerium meldet – im Februar lag sie noch bei 2,4 Prozent. Experten hatten allerdings eine Teuerung von 3,7 Prozent prognostiziert.
Der Blick auf die Sparten zeigt: Die Energiepreise waren mit 12,5 Prozent der Inflationstreiber Nummer 1 im März. Die Lebensmittelpreise stiegen um 2,7 Prozent im Jahresvergleich, nach 3,1 Prozent im Februar. Nur leicht zugelegt um 0,1 Punkte auf 2,6 Prozent hat die Kernrate ohne Nahrungsmittel und Energie.
Weiterer Faktor Trump-Zölle – OECD korrigiert Schätzung
Hinzu kommt: „Der handelspolitische Druck ist trotz der Waffenstillstandsankündigung und der sinkenden Ölpreise nicht verschwunden“, meint Jeffrey Roach, Chefvolkswirt beim Finanzdienstleister LPL Financial. Und der Konflikt werde die Inflation in der ersten Jahreshälfte 2026 wohl weiter anheizen.
Eine massive Korrektur ihrer Vorhersage hat nun die OECD publiziert. Grund sind neben der Energie auch die Düngemittelpreise. 4,2 Prozent US-Teuerung prognostiziert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für 2026 – die vorangegangene Schätzung lag bei 3 Prozent.
Differenz zur Fed-Prognose – Erwartung der Konsumenten
4,2 Prozent Inflation – diese OECD-Schätzung liegt auch deutlich über der letzten Wirtschaftsprognose der US-Notenbank Federal Reserve, die von 2,7 Prozent Preisauftrieb im Jahr 2026 ausgeht. Sollte sich die Schätzung der OECD bewahrheiten, wären Zinssenkungen in naher Zukunft wohl unrealistisch.
Auch die Inflationserwartung der US-Verbraucher hat sich verschlechtert: Für die nächsten 12 Monate hat die New York Fed einen Anstieg um 0,4 Prozentpunkte ermittelt. Die Befragten rechnen mit 3,4 Prozent Teuerung, höhere Preise bei Benzin und Lebensmitteln sind die Hauptgründe.
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Zinswende im Gespräch – Stellenzuwachs schwankt stark
Erste Entscheider der Notenbank Federal Reserve haben bereits über Zinserhöhungen nachgedacht, um den Preisdruck zu kontern. So sagte die Präsidentin der Fed Cleveland Beth Hammack, sie könne sich vorstellen, “dass wir die Zinsen anheben müssten, wenn die Inflation dauerhaft über unserem Zielwert bleibt”.
Für stärkeren Inflationsdruck könnte auch der enorme Anstieg der Beschäftigung im März sprechen: 178.000 neue Jobs sind außerhalb der Landwirtschaft entstanden, Experten hatten nur 60.000 prognostiziert. Doch der Stellensaldo schwankt aktuell stark, im Februar lag er bei minus 133.000.
Keine Zinsänderung 2026? Prognose des FedWatch Tools
2026 haben die Währungshüter den Leitzins bislang nicht angetastet, nachdem sie die Zinsen in der 2. Jahreshälfte 2025 dreimal um je 25 Basispunkte herabgesetzt hatten. Zuletzt beließen die Fed-Entscheider angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten die Zinsspanne bei 3,5 bis 3,75 Prozent.
Die Ankündigung der Waffenruhe im Iran hatte an den Märkten zwar kurz neue Hoffnung auf eine Zinssenkung der Fed entfacht. Doch mittlerweile ist der Ausblick 2026 verhalten.
Bis Ende 2026 sehen die Händler an den Terminmärkten laut FedWatch Tool eine Chance von 34,2 Prozent für mindestens eine Zinssenkung. Dass es nach der nächsten Fed-Sitzung am 29. April und am 17. Juni bei der aktuellen Zinsspanne von 350 bis 375 Basispunkten bleibt, ist praktisch Konsens, mit Wahrscheinlichkeiten von 98,4 beziehungsweise 96,8 Prozent. (Stand: 10. April, 14.45 Uhr MEZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 10. April 2026 um 14.45 Uhr (MEZ)
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