Festung in Suwong: Korea ist aus Asienportfolios nicht mehr wegzudenken. (Foto: Magnific.com, tawatchai07)
Lange galt Südkorea an der Börse als ewiger Außenseiter: technologisch brillant, wirtschaftlich stark – aber am Kapitalmarkt chronisch unterbewertet. Jetzt dreht der Markt plötzlich auf. Anleger entdecken ein Land neu, das Chips, Batterien, KI und globale Industriegiganten liefert.
Der Kospi explodiert, Investmentbanken erhöhen reihenweise ihre Kursziele, und internationale Fondsmanager sprechen bereits vom spannendsten Markt Asiens. Die Frage lautet nur noch: Ist das der Beginn eines neuen Superzyklus – oder bereits die nächste Übertreibung?
Vom Problemfall zum Momentum-Markt
Noch vor 2 Jahren wollte kaum jemand koreanische Aktien anfassen. Der Markt galt als billig – und genau das war das Problem. Trotz solider Gewinne vieler Unternehmen dümpelten die Kurse vor sich hin. Internationale Investoren mieden Seoul, während viel Kapital in die USA oder nach Indien floss. Der sogenannte „Korea Discount“ wurde zum Symbol für einen Markt, der technologisch zwar Weltklasse war, aber an der Börse kaum Anerkennung fand.
Dann kam die Wende: Der südkoreanische Leitindex Kospi startete eine der spektakulärsten Aufholjagden der vergangenen Jahre. In nur einem Jahr schoss der Markt um weit mehr als 200 Prozent nach oben. Mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen rund vier Billionen US-Dollar zog Südkorea sogar an Großbritannien vorbei. Aus dem schwächsten Markt Asiens wurde plötzlich dessen Börsenstar.
Angeführt wird die Rallye natürlich von Samsung Electronics und SK Hynix. Beide Konzerne dominieren den globalen Markt für DRAM-Speicherchips und kontrollieren zusammen einen Großteil der weltweiten Produktion. Und genau diese Chips sind derzeit das Herzstück des KI-Booms. Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur explodiert. Rechenzentren, Cloud-Anbieter und KI-Modelle benötigen gigantische Mengen an Hochleistungsspeichern.
JPMorgan, Goldman Sachs und Citi überbieten sich inzwischen mit immer höheren Kurszielen für koreanische Tech-Werte. Goldman Sachs erwartet für 2026 ein Gewinnwachstum, das selbst für asiatische Verhältnisse historisch wäre. Citi wiederum sieht Südkorea als einen der größten Profiteure des globalen KI-Investitionszyklus.
Die neue Industrie-Supermacht aus Seoul
Doch der Boom reicht längst weit über Halbleiter hinaus. Südkorea sitzt plötzlich genau an jener Schnittstelle, an der sich die Weltwirtschaft neu sortiert. Der globale Ausbau von Stromnetzen und Energieinfrastruktur sorgt für volle Auftragsbücher in der Industrie. Gleichzeitig treibt die geopolitische Unsicherheit die Nachfrage nach Verteidigungstechnologie massiv nach oben. Gerade asiatische Rüstungsaktien gehören inzwischen zu den stärksten Titeln weltweit.
Unternehmen wie Hanwha Aerospace oder Korea Aerospace Industries profitieren enorm davon. Korea Aerospace sicherte sich zuletzt milliardenschwere Regierungsaufträge für Kampfflugzeuge. Während Europa über Produktionskapazitäten diskutiert, liefern koreanische Unternehmen bereits.
Hinzu kommt die Stärke der Finanzbranche. Banken wie die KB Financial Group oder die Shinhan Financial Group erleben eine Renaissance. Höhere Zinsen, steigende Kapitalmarktaktivität und eine robustere Binnenwirtschaft treiben die Gewinne.
Und mit Naver besitzt Südkorea sogar eine eigene Techplattform, die oft als koreanisches Google bezeichnet wird. Suchmaschine, Cloudanbieter, Bezahlsystem, KI-Plattform und E-Commerce-Ökosystem in einem – genau jene digitale Infrastruktur, die Anleger derzeit weltweit suchen.
Die vielleicht größte Überraschung: Viele koreanische Aktien wirken trotz der Rallye im internationalen Vergleich noch immer günstiger bewertet als ihre amerikanischen Pendants. Genau das macht den Markt für globale Investoren plötzlich so attraktiv.
Aber Vorsicht: Korea bleibt ein Hochrisiko-Markt
Natürlich klingt die Story beinahe zu perfekt. Genau deshalb wächst inzwischen auch die Nervosität. Denn Südkorea bleibt ein hochzyklischer Markt. Wer Korea kauft, kauft indirekt Halbleiter, Exportindustrie und globale Konjunktur. Kippt die Nachfrage nach Chips oder schwächelt die Weltwirtschaft, kann die Euphorie schnell verschwinden.
Dazu kommen geopolitische Risiken. Die Spannungen mit Nordkorea gehören ebenso zum Dauerrauschen wie der strategische Konflikt zwischen China und den USA. Südkorea sitzt genau zwischen beiden Machtblöcken – wirtschaftlich abhängig von China, sicherheitspolitisch eng an Washington gebunden. Und schließlich bleibt die enorme Konzentration des Marktes ein Problem. In vielen Korea-ETFs dominieren wenige Schwergewichte. Samsung allein macht teilweise fast ein Drittel der Portfolios aus. Wer in Korea investiert, wettet letztlich stark auf einige wenige Konzerne.
Der direkte Weg: Korea-ETFs
Für Anleger stellt sich deshalb vor allem die Frage nach dem richtigen Zugang. Wer gezielt auf den Boom setzen möchte, landet schnell bei Korea-ETFs. Produkte von iShares, Xtrackers oder Amundi bilden den koreanischen Markt passiv ab und bündeln die wichtigsten Unternehmen des Landes.
Besonders preiswert ist der Korea-ETF von Franklin Templeton. Der Franklin FTSE Korea ETF (ISIN: IE00BHZRR030) kostet lediglich 0,09 Prozent TER p. a., investiert in große und mittelgroße koreanische Unternehmen und setzt auf physische Replikation. Samsung Electronics und SK Hynix dominieren auch hier das Portfolio, ergänzt um Autohersteller wie Hyundai und Kia sowie Finanzwerte wie KB Financial.
Das macht den ETF, wie auch die Produkte der Mitbewerber, zu einer Art konzentrierter Wette auf die Zukunftstechnologien Asiens. Anleger investieren damit indirekt in KI, Halbleiter, Batterien, Industrieautomation und digitale Infrastruktur.
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Der Vorteil liegt auf der Hand: niedrige Kosten, hohe Transparenz und direkte Partizipation am Boom. Der Nachteil ist allerdings ebenso offensichtlich: hohe Volatilität, Währungsrisiken und eine extreme Abhängigkeit von wenigen Branchen.
Ein Korea-ETF ähnelt deshalb nicht einem klassischen Schwellenländerportfolio. Er ist eher ein Turbo auf den asiatischen Technologiesektor.
Die intelligentere Variante: Asienfonds mit Korea-Schwerpunkt
Für viele Anleger könnte deshalb ein anderer Weg sinnvoller sein: breit gestreute Asienfonds mit hohem Korea-Anteil. Gerade Fonds ohne China-Fokus gewinnen derzeit enorm an Bedeutung. Viele Investoren möchten an Asiens Wachstum partizipieren, gleichzeitig aber die politischen und regulatorischen Risiken Chinas reduzieren.
The Allianz Global Investors Asia Ex China Equity Fund (ISIN: LU0348788117) gehört zu den derzeit performancestärksten Vertretern dieser Kategorie. Seit Jahresbeginn liegt der Fonds über 50 Prozent im Plus. Fondsmanager Yu Zhang investiert aktiv in Südkorea (35 Prozent), Taiwan (34 Prozent), Indien (25 Prozent) und Südostasien und gewichtet Länder und Branchen flexibel. Dabei spielt Korea derzeit eine zentrale Rolle, ohne dass Anleger alles auf einen einzigen Markt setzen müssen.
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Zu den typischen Schwergewichten zählen neben Samsung und SK Hynix auch Taiwan Semiconductor sowie große indische Finanz- und Plattformunternehmen wie die ICICI Bank. Das Ergebnis ist eine Art asiatischer Technologiemix mit breiterer Risikostreuung.
Eine ähnliche Positionierung weist der Fidelity Asian Special Situations Fund (ISIN: LU1575864084) auf. Hier steht aktives Stock-Picking im Mittelpunkt. Fondsmanager Teera Chanpongsang sucht gezielt nach Sondersituationen, Turnarounds und Wachstumsunternehmen in ganz Asien. Mit einer Gewichtung von 21 Prozent spielt Korea auch hier eine bedeutende Rolle, bleibt aber in ein größeres Asienportfolio inklusive chinesischer Werte eingebettet. Zu den Top-Holdings zählen neben Samsung und SK Hynix beispielsweise Alibaba oder TSMC. Die Performance liegt im laufenden Jahr bei annähernd 40 Prozent.
Der Vorteil solcher Fonds liegt in mehr Diversifikation und größerer Flexibilität. Die Manager können Risiken aktiv steuern, Länder umgewichten oder defensivere Branchen stärker berücksichtigen. Nachteilig sind hingegen die höheren Gebühren und die Abhängigkeit vom Können des Managements.
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Fazit: Südkorea ist keine Randnotiz mehr
Südkorea hat sich vom unterschätzten Nebenmarkt zu einem strategischen Schlüsselmarkt der Weltwirtschaft entwickelt. Kaum ein anderes Land profitiert derzeit so stark vom Zusammenspiel aus KI-Boom, Industrieumbau, Aufrüstung und Digitalisierung. Für Anleger eröffnet das enorme Chancen. Doch genau wie bei allen Boomgeschichten gilt auch hier: Je größer die Euphorie, desto höher die Fallhöhe.
Wer gezielt auf Korea setzen will, findet in ETFs einen direkten, aber volatilen Zugang. Wer breiter denken möchte, fährt mit aktiv gemanagten Asienfonds oft ruhiger. In beiden Fällen gilt jedoch: Südkorea ist längst kein exotischer Außenseiter mehr. Das Land spielt inzwischen in der technologischen Champions League – und die Börse beginnt gerade erst, das wirklich einzupreisen.
Disclaimer:
No investment advice. No solicitation to buy or sell securities.
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