Defence ETFs 2026: Is the boom over – or is the second wave just beginning?

Der Verteidigungssektor entwickelt sich durch den Einsatz von KI und Drohnen zu einer technologisch getriebenen Zukunftsbranche. (Bild: Magnific AI)

Wer auf ein schnelles Ende des Rüstungsbooms gesetzt hat, dürfte enttäuscht werden. Der Nato-Gipfel in Ankara macht deutlich: Die westliche Welt stellt ihre Verteidigung dauerhaft auf neue Füße. Für Anleger ist das eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich. Denn die große Euphorie ist vorbei – der Superzyklus womöglich noch lange nicht.

Rüstungsaktien im Wandel: Die neue Realität an der Börse

Rüstung ist ein schwieriges Investment. Moralisch sowieso. Börsentechnisch inzwischen ebenfalls. Vor 2 Jahren reichte noch eine Schlagzeile über neue Waffenlieferungen und Rheinmetall legte 5 Prozent zu. Heute reagieren die Kurse deutlich gelassener. Nicht weil die Welt friedlicher geworden wäre – sondern weil Anleger verstanden haben, dass zwischen politischen Versprechen und steigenden Unternehmensgewinnen oft Jahre liegen.

Genau das zeigte auch der Nato-Gipfel Anfang Juli in Ankara. Mehr als 50 Milliarden US-Dollar sollen zusätzlich in neue Verteidigungsprogramme fließen. Weitere 40 Milliarden Dollar sind allein für Drohnenabwehr vorgesehen. Europas Verteidigungsausgaben steigen 2026 voraussichtlich um weitere 11 Prozent, nachdem sie bereits im Vorjahr um rund 20 Prozent zugelegt hatten. Die Botschaft ist eindeutig. Die Friedensdividende der vergangenen Jahrzehnte ist Geschichte.

Das eigentliche Wettrüsten findet in den Fabriken statt

Der größte Irrtum vieler Anleger lautet, dass künftig einfach mehr Panzer gebaut werden. Tatsächlich verändert sich die Branche gerade grundlegend. Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, dass Drohnen für wenige Tausend Dollar millionenschwere Waffensysteme ausschalten können. Gleichzeitig gewinnen künstliche Intelligenz, Satellitenkommunikation, elektronische Kampfführung, Cyberabwehr und autonome Systeme rasant an Bedeutung.

Der Verteidigungssektor wird immer mehr zur Technologiebranche. Die Gewinner der kommenden 10 Jahre könnten deshalb weniger Panzerbauer sein als Softwareentwickler, Sensorhersteller oder Spezialisten für Drohnenabwehr.

Warum die Börse keine Absichtserklärungen mehr honoriert

Das erklärt auch, warum viele Rüstungsaktien trotz voller Auftragsbücher zuletzt korrigiert haben. Die Börse bezahlt keine politischen Absichtserklärungen. Sie bezahlt Gewinne. Und genau dort beginnt das Problem.

Neue Produktionslinien kosten Milliarden, Fachkräfte fehlen, Genehmigungen dauern, Ausschreibungen ziehen sich über Jahre. Selbst riesige Sondervermögen fließen nur langsam in den Unternehmensbilanzen an. Der Superzyklus läuft also weiter. Nur deutlich langsamer, als viele Investoren gehofft hatten.

 

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Das größte Risiko für den Rüstungssektor: Frieden

Natürlich kann die Investmentstory scheitern. Sollte der Ukrainekrieg enden, sich der Nahe Osten stabilisieren und gleichzeitig die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China nachlassen, würde auch der politische Druck sinken. Genau deshalb bleibt Rüstung ein außergewöhnlich politisches Investment.

Allerdings spricht derzeit wenig dafür, dass die Verteidigungsausgaben wieder auf das Niveau der 2010er-Jahre zurückkehren. Europa will unabhängiger werden. Die Nato fordert dauerhaft höhere Verteidigungsbudgets. Lieferketten sollen wieder ins eigene Bündnis verlagert werden. Militärische Produktion entwickelt sich zunehmend zu einer strategischen Industriepolitik. Der eigentliche Trend heißt deshalb nicht Krieg. Er heißt Abschreckung.

Diese ETFs setzen auf den neuen Sicherheitszyklus

VanEck Defense UCITS ETF

The Vaneck Defense ETF (ISIN: IE000YYE6WK5) ist der Klassiker unter den Rüstungs-ETFs und mit Abstand der größte Fonds seiner Kategorie. Er investiert weltweit in etablierte Verteidigungskonzerne und verbindet klassische Rüstung mit moderner Verteidigungstechnologie.

 


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Zu den größten Positionen gehört Palantir, das sich vom Datenanalyse-Spezialisten zum wichtigsten Softwarelieferanten westlicher Streitkräfte entwickelt hat. Ebenfalls hoch gewichtet ist RTX, einer der weltweit führenden Hersteller von Flugabwehrsystemen und Lenkwaffen. Hinzu kommt Thales, Europas Technologiekonzern für Radarsysteme, Elektronik und militärische Kommunikation.

Mit einem Plus von lediglich 1,6 Prozent gehört der ETF im laufenden Jahr zwar zu den Nachzüglern, langfristig bleibt die Bilanz mit über 155 Prozent in 3 Jahren jedoch beeindruckend.

Wisdomtree Europe Defence UCITS ETF

Wer ausschließlich auf Europas Wiederbewaffnung setzen möchte, landet zwangsläufig beim Wisdomtree Europe Defence ETF (ISIN: IE0002Y8CX98). Die Schwergewichte heißen hier Thales, BAE Systems und Rheinmetall. Während Thales nahezu die gesamte militärische Elektronik abdeckt, gilt BAE Systems als Europas größter Rüstungskonzern. Rheinmetall wiederum profitiert vor allem vom Ausbau der Munitionsproduktion und moderner Landsysteme.

 


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Der ETF ist die wohl konsequenteste Wette auf Europas sicherheitspolitische Neuordnung. Die Performance im laufenden Jahr liegt bei 4,72 Prozent.

Amundi STOXX Europe Defense UCITS ETF

The Amundi Stoxx Europe Defence ETF (ISIN: LU3038520774) ähnelt dem WisdomTree-ETF, setzt die Schwerpunkte jedoch etwas anders. Die größten Positionen sind Airbus, Rolls-Royce und Safran. Airbus profitiert nicht nur vom zivilen Flugzeuggeschäft, sondern auch vom militärischen Transport- und Satellitensegment. Rolls-Royce liefert Triebwerke für zahlreiche militärische Anwendungen, während Safran zu den weltweit führenden Herstellern von Navigations-, Sensor- und Antriebstechnologien zählt.

 


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Damit investiert der ETF stärker in die industrielle Basis der europäischen Verteidigung als in reine Waffenhersteller. Die Performance liegt mit plus 4,2 Prozent im laufenden Jahr in etwa auf dem Niveau des WisdomTree Europe Defence ETFs.

HANetf Future of Defense UCITS ETF

The HANetf Future of Defense UCITS ETF (ISIN: IE000OJ5TQP4) bildet den eigentlichen Strukturwandel der Branche ab. Neben klassischen Rüstungswerten gehören Palo Alto Networks und CrowdStrike zu den größten Positionen. Beide Unternehmen zählen weltweit zu den Marktführern im Bereich Cybersecurity. Ergänzt werden sie durch Palantir, dessen KI- und Datenplattformen längst zum Standard vieler Verteidigungsorganisationen geworden sind. Wer glaubt, dass der Krieg der Zukunft vor allem digital geführt wird, findet hier den modernsten ETF der Branche. Die Performance in 2026: plus 15,9 Prozent.

 


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Invesco Defence Innovation UCITS ETF

The Invesco Defence Innovation UCITS ETF (ISIN: IE000BRM9046) ist der Außenseiter – und gleichzeitig der Überflieger. Statt auf die großen Rüstungskonzerne setzt der Fonds gezielt auf kleinere Innovationsführer. Rocket Lab entwickelt Trägersysteme und Satelliteninfrastruktur für den Weltraum. Kratos Defense gilt als Spezialist für autonome Drohnen und unbemannte Kampfsysteme. AeroVironment gehört zu den weltweit führenden Herstellern militärischer Drohnen und Loitering-Munition. Mit fast 27 Prozent Plus im laufenden Jahr ist der ETF der klare Performance-Sieger. Gleichzeitig müssen Anleger allerdings die höchsten Kursschwankungen einkalkulieren.

 


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Fazit: Investments im Verteidigungssektor

Der größte Fehler wäre heute, Rüstung ausschließlich mit Panzern und Raketen gleichzusetzen. Die Verteidigungsindustrie entwickelt sich zur Hightech-Branche. Software, Künstliche Intelligenz, Satelliten, Drohnen und Cybersecurity dürften künftig einen immer größeren Teil der Verteidigungsbudgets verschlingen.

Genau deshalb unterscheiden sich die ETFs inzwischen erheblich. Der VanEck eignet sich als globales Basisinvestment. WisdomTree und Amundi setzen konsequent auf Europas Aufrüstung. Der Future of Defense investiert in die Digitalisierung der Verteidigung. Und der Invesco Defence Innovation ist die spekulative Wette auf die nächste Generation militärischer Technologien. Die Börse hat den Hype inzwischen hinter sich gelassen. Vielleicht beginnt genau deshalb jetzt die interessantere Phase.

 

Disclaimer:
No investment advice. No solicitation to buy or sell securities.

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