Sprouts Farmers Market Aktie: Einmaleffekt oder Wachstumsflaute?

Dank exklusiver Bio-Produkte und einer starken Eigenmarke sichert sich Sprouts Farmers Market klare Sortimentsvorteile im Einzelhandel. (Foto: Magnific.com, Fantastic Studio)

Sprouts Farmers Market war in den letzten Jahren für sein starkes Wachstum bekannt. Seit 2025 befindet sich die US-amerikanische Bio-Supermarktkette in einer Normalisierungsphase. 2025 konnten zwar noch zweistellige Wachstumsraten bei den Vergleichsumsätzen (LFL) erzielt werden, doch nun stagnieren die Vergleichsumsätze. Da auch das Gewinnwachstum 2025 mit 42 Prozent außerordentlich hoch war, fallen die Vergleichszahlen 2026 ebenfalls schwächer aus. Die Frage für Anleger lautet, ob das aktuelle Kursniveau attraktiv ist oder ob das Zahlenwerk eine strukturelle Wachstumsschwäche widerspiegelt.

2. Quartal 2026: Quartalszahlen und Prognose

Im 2. Quartal 2026 stieg der Umsatz zwar um 4,7 Prozent auf 2,33 Milliarden US-Dollar, doch die entscheidenden Vergleichsumsätze gingen um 1 Prozent zurück. Die Bruttomarge konnte stabil bei 38,7 Prozent gehalten werden, doch die Nettomarge sank um 100 Basispunkte auf 5,9 Prozent. Aufgrund von Aktienrückkäufen legte der verwässerte Gewinn je Aktie im zweiten Quartal von 1,35 US-Dollar auf 1,37 US-Dollar zu. Das Management senkte die Prognose für das Gesamtjahr auf einen Gewinn je Aktie zwischen 5,32 und 5,40 US-Dollar, was einem price-earnings ratio von 15 für 2026 entspricht.

Einmalige Rückenwinde liefen aus

Die jüngsten Zahlen wirken im Vergleich zum Vorjahr düster, doch zwischen dem 4. Quartal 2024 und dem 2. Quartal 2025 profitierte Sprouts von einer seltenen Häufung einmaliger Rückenwinde. Ein viraler Social-Media-Trend um Meeresalgen-Präparate ließ die Nachfrage explodieren, während der Wettbewerb erst mit Verzögerung nachliefern konnte. Zudem profitierte Sprouts von temporär stark ansteigenden Eierpreisen bei Wettbewerbern.

Sprouts konnte dank eigener Lieferantenbeziehungen deutlich günstiger anbieten und zog dadurch Kunden von Wettbewerbern an. Ein Streik bei einem regionalen Wettbewerber und ein Cybervorfall bei einem großen Distributor rundeten den ungewöhnlichen Rückenwind ab. All das ließ die vergleichbaren Umsätze 2024 und 2025 deutlich ansteigen, drückt nun die Vergleichszahlen nach unten und sollte sich über die nächsten Quartale wieder relativieren.

Sortimentsvorteil und Kundenbindung

Der wesentliche Differenzierungsfaktor von Sprouts bleibt bestehen. Sprouts erhält jährlich rund 65.000 Produktbewerbungen, wovon nur 7.500 neue Artikel in die Filialen kommen. Entscheidendes Auswahlkriterium ist laut Management nicht in erster Linie der Geschmack oder die Marge, sondern ob ein Produkt anderswo im Land noch nicht erhältlich ist und laut Marktforschungsdatenbank SPINS von Konsumenten nachgefragt wird. Darunter fallen etwa Artikel wie koffeinhaltige Protein-Cold-Brew-Getränke, Probiotika-Präparate und Protein-Limonade.

 


Rotierende Testflächen für unbekannte Marken erzielen eine Übernahmequote von rund 30 Prozent. Bio-Produkte machen inzwischen mehr als 34 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Bei Obst und Gemüse liegt der Anteil bei 55 Prozent. Die Eigenmarke Sprouts Branded wuchs auf einen Umsatzanteil von mehr als 26 Prozent. Auch das Ende 2025 gestartete Loyalty-Programm übertraf die Erwartungen bei den Anmeldungen deutlich, doch die Skalierung benötigt laut Management noch Zeit.

Expansion mit langem Wachstumspfad

Die Filialexpansion bleibt der zentrale Wachstumshebel. Im 2. Quartal wurden weitere 7 Läden eröffnet, womit Sprouts nun in 25 Staaten mit 490 Märkten vertreten ist. Für 2026 plant das Management inzwischen 42 statt der ursprünglich avisierten 40 Nettoeröffnungen. Mit rund 150 genehmigten und mehr als 110 unterzeichneten Standorten ist die Pipeline gut gefüllt. Der Fokus richtet sich nun auch auf die Expansion in neue Märkte wie etwa Boston (New England). Das Management schätzt, dass allein der US-Markt noch Platz für bis zu 1.200 Sprouts-Märkte bietet, also das Zweieinhalbfache der aktuellen Marktanzahl.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Die Kapitalrenditen sind weiterhin intakt

Auch bei der Kapitalallokation bleibt Sprouts seiner Strategie treu. Die Kapitalrendite lag zuletzt bei 16 Prozent und die Eigenkapitalrendite bei 37 Prozent. Sprouts ist bekannt für seine gezielten Kapitalmaßnahmen. Seit 2021 wurden 19 Prozent der ausstehenden Aktien zurückgekauft, davon 4 Prozent allein in den letzten 2 Quartalen bei Cashflow-Renditen von 10 Prozent. Mit der längeren Kursschwäche wurde die Bewertung der letzten Jahre deutlich abgebaut. Mit einem Forward-KGV von 13,5 und einem KCV von 10 reflektiert die Bewertung die Normalisierung der Wachstumszahlen.

Sprouts Farmers Market Aktie: Fazit für Anleger

Für Anleger, die kurzfristige Wachstumsdynamik suchen, bleibt Sprouts unattraktiv, solange die Vergleichsumsätze stagnieren. Wer jedoch bereit ist, die Normalisierung nach einem außergewöhnlichen Vorjahr auszuhalten, findet in der aktuellen Bewertung einen Einstiegspunkt in ein Unternehmen mit besonderer Sortimentsstrategie, Expansionsmöglichkeiten, disziplinierter Kapitalallokation und einem guten Management. Wettbewerbsdruck durch Amazon über Whole Foods und konventionelle Ketten mit wachsendem Bio-Eigenmarkenangebot bleibt dabei ein Risiko, das es zu beobachten gilt.

 

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