{"id":139124,"date":"2026-05-05T03:06:18","date_gmt":"2026-05-05T01:06:18","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/merz-ohne-reform-spielraum-aktienmaerkte-trotzen-krisenlage-der-hellmeyer-der-woche-kw19\/"},"modified":"2026-05-05T03:06:18","modified_gmt":"2026-05-05T01:06:18","slug":"merz-ohne-reform-spielraum-aktienmaerkte-trotzen-krisenlage-der-hellmeyer-der-woche-kw19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/merz-ohne-reform-spielraum-aktienmaerkte-trotzen-krisenlage-der-hellmeyer-der-woche-kw19\/","title":{"rendered":"Merz ohne Reform-Spielraum \u2013 Aktienm\u00e4rkte trotzen Krisenlage! Der Hellmeyer der Woche KW19"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Finanzm\u00e4rkte sind freundlich gestartet, gest\u00fctzt durch gute Quartalsergebnisse und eine bemerkenswerte Resilienz trotz geopolitischer Belastungen. Im Iran-Konflikt halten sich Hoffnung auf Deeskalation und Eskalationsrisiko die Waage. Das ifo-Institut warnt vor einer Rezession in Deutschland infolge neuer US-Z\u00f6lle. Die laufende Woche bringt wichtige Daten: Der ADP-Bericht und die US-Non-Farm-Payrolls liefern Signale vom US-Arbeitsmarkt, finale Einkaufsmanagerindizes zeigen die Konjunkturtendenz, das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan schlie\u00dft die Datenwoche ab.<\/p>\n<h3>Geopolitische Lage: Iran zwischen Hoffnung und Risiko<\/h3>\n<p>Die Situation rund um die Stra\u00dfe von Hormuz bleibt das bestimmende geopolitische Thema. Ein neuer 14-Punkte-Plan des Iran stie\u00df in Washington zun\u00e4chst auf Ablehnung, wird aber derzeit in Teheran intensiv diskutiert. Folker Hellmeyer sieht die Lage als ausgewogen: Hoffnungswerte auf eine Deeskalation sind vorhanden, gleichzeitig bestehen reale Eskalationsrisiken fort.<\/p>\n<p>Parallel dazu setzt sich im Ukraine-Krieg die Zerst\u00f6rung der Energieinfrastruktur auf beiden Seiten ungebremst fort. Vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts erh\u00f6ht dies den geopolitischen Druck auf die globale Energieversorgung weiter \u2013 mit potenziell sp\u00fcrbaren Folgen f\u00fcr die Versorgungslage weltweit.<\/p>\n<h3>Deutschland: Reformunf\u00e4higkeit in struktureller Krise<\/h3>\n<p>Friedrich Merz meldete sich in der vergangenen Woche \u00f6ffentlich zu Wort. Hellmeyers Einsch\u00e4tzung f\u00e4llt n\u00fcchtern aus: Die Handlungsf\u00e4higkeit der Bundesregierung, notwendige Strukturreformen zu implementieren, erscheint in der aktuellen Konstellation als gering \u2013 und das in einer Phase, in der Deutschland gleichzeitig eine strukturelle als auch eine konjunkturelle Krise bew\u00e4ltigen muss.<\/p>\n<p>Versch\u00e4rfend kommt hinzu, dass die USA die Z\u00f6lle auf Pkw und Lkw von 15 auf 25 Prozent angehoben haben. Der Pr\u00e4sident des ifo-Instituts Clemens Fuest warnt nun vor einer drohenden Rezession in Deutschland, sollte die Europ\u00e4ische Union mit Gegenma\u00dfnahmen reagieren. Hellmeyer sieht darin nur ein weiteres Symptom eines tieferliegenden Problems: nicht konkurrenzf\u00e4hige Energiepreise, die den Industriestandort Deutschland gegen\u00fcber den USA nachhaltig schw\u00e4chen.<\/p>\n<h3>Energie als Standortproblem Nummer 1<\/h3>\n<p>Hellmeyer macht deutlich: Solange Deutschland und weite Teile Europas strukturell h\u00f6here Energiepreise als die USA akzeptieren, verlieren sie t\u00e4glich an Substanz, Zukunftsf\u00e4higkeit und Wohlstand. Er fordert eine R\u00fcckkehr zu pragmatischer, interessenorientierter Politik und eine Abkehr von den ideologisch gepr\u00e4gten Narrativen der vergangenen 15 Jahre. Das Vertrauen der Unternehmen in die Wirtschaftspolitik ist auf dem niedrigsten Stand seit 1949 \u2013 dieser Vertrauensverlust \u00fcbersetzt sich unmittelbar in Investitionszur\u00fcckhaltung.<br \/>\nEZB-Zinsdebatte: Droht doppeltes Bremsen?<\/p>\n<p>Joachim Nagel, Pr\u00e4sident der Deutschen Bundesbank, hat das Thema Zinserh\u00f6hungen f\u00fcr die n\u00e4chste EZB-Ratssitzung ins Gespr\u00e4ch gebracht. Hintergrund sind die gestiegenen Verbraucherpreise: In Deutschland lagen sie zuletzt bei 2,9 Prozent, f\u00fcr die Eurozone wurden 3,0 Prozent als Erstsch\u00e4tzung gemeldet \u2013 nach zuvor 2,6 Prozent.<\/p>\n<p>Hellmeyer mahnt zur Besonnenheit: Die aktuellen Inflationstreiber seien weitgehend exogener Natur \u2013 also externe Schocks, die ihrerseits bereits konjunkturbremsend wirken. Eine Zinserh\u00f6hung w\u00fcrde diese Bremswirkung verst\u00e4rken und das ohnehin schwache Konjunkturbild in Europa weiter eintr\u00fcben. Der EZB-Rat solle daher sorgf\u00e4ltig abw\u00e4gen, bevor vorschnelle Entscheidungen getroffen werden.<\/p>\n<h3>R\u00fcckblick: Wichtige Zahlen der Vorwoche<\/h3>\n<p>Der Offenmarktausschuss der Fed lie\u00df die Zinsen erwartungsgem\u00e4\u00df unver\u00e4ndert. 2 Zinssenkungen in der zweiten Jahresh\u00e4lfte ab September gelten weiterhin als wahrscheinlich. Die USA best\u00e4tigten ihre Rolle als Wachstumslokomotive im Westen: Das annualisierte Bruttoinlandsprodukt im 1. Quartal lag bei 2 Prozent.<\/p>\n<p>Die EZB hielt ebenfalls die Zinsen stabil: Einlagezins 2 Prozent, Refinanzierungszins 2,15 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone entt\u00e4uschte mit plus 0,1 Prozent im Quartal statt der erwarteten plus 0,2 Prozent. Der Economic-Sentiment-Index fiel auf 93,0 Punkte \u2013 tiefstes Niveau seit Oktober 2022.<\/p>\n<p>Deutschland meldete ein Quartalswachstum von plus 0,3 Prozent, blieb damit aber unter dem Eurozonendurchschnitt. Die Arbeitslosenrate stieg auf 6,4 Prozent \u2013 h\u00f6chster Stand seit August 2020. Der ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex sank auf 84,0 nach zuvor 86,3 \u2013 Tiefstwert seit September 2022. In China zeigte der Caixin-Einkaufsmanagerindex f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe mit 52,2 Punkten ein robustes Bild.<\/p>\n<h3>B\u00f6rsenlage: Resiliente M\u00e4rkte trotz Gegenwind<\/h3>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte zeigten sich zum Wochenauftakt erfreulich stabil. Neue Rekorde bei S&amp;P 500, Nasdaq und dem s\u00fcdkoreanischen KOSPI unterstreichen eine bemerkenswerte Widerstandskraft trotz geopolitischer Risiken und unsicherer Zinsperspektiven. Hellmeyer erkl\u00e4rt diese Resilienz mit 2 Faktoren: guten Quartalsergebnissen vieler Unternehmen sowie dem impliziten Inflationsschutz durch Unternehmen mit Preissetzungsmacht \u2013 das nominale Wachstum liegt in diesem Jahr bei rund 7,5 Prozent.<\/p>\n<p>Mit Sorge blickt Hellmeyer auf die Rentenm\u00e4rkte: Die Renditen befinden sich auf sehr hohen Niveaus. Eine m\u00f6gliche Refinanzierungskrise in Frankreich stuft er als virulenter ein als seinerzeit die Griechenland-Krise \u2013 auch wenn dieses Risiko bislang weder an den M\u00e4rkten noch in der \u00f6ffentlichen Diskussion angemessen wahrgenommen wird.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<h4>Take-aways<\/h4>\n<p><strong>Geopolitik<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Iran-Konflikt: 14-Punkte-Plan in Diskussion, Lage zwischen Deeskalation und Eskalation<\/li>\n<li>Ukraine-Krieg: Energieinfrastruktur beidseitig besch\u00e4digt, globaler Versorgungsdruck steigt<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Deutschland und Europa<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>ifo-Institut warnt vor Rezession bei EU-Gegenz\u00f6llen auf Fahrzeugimporte<\/li>\n<li>Vertrauen der Unternehmen in die Politik auf historischem Tiefstand seit 1949<\/li>\n<li>ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex bei 84,0 \u2013 tiefstes Niveau seit September 2022<\/li>\n<li>Arbeitslosenrate auf h\u00f6chstem Stand seit August 2020<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>M\u00e4rkte und Zinsen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Aktienm\u00e4rkte zeigen starke Resilienz, neue Rekorde bei S&amp;P 500 und Nasdaq<\/li>\n<li>Fed und EZB halten Zinsen stabil, m\u00f6gliche Zinssenkungen ab September in den USA<\/li>\n<li>Hellmeyer warnt vor Frankreich-Refinanzierungsrisiko als untersch\u00e4tztem Stressfeld<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Hellmeyers Ausblick auf die Berichtswoche<\/h3>\n<p><strong>Dienstag:<\/strong> US-Handelsbilanz f\u00fcr M\u00e4rz \u2013 erwartet wird ein Defizit von 60,5 Milliarden US-Dollar nach zuvor 57,3 Milliarden US-Dollar. \u00dcberraschungen sind m\u00f6glich. Au\u00dferdem erscheinen finale Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr den US-Dienstleistungssektor.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch:<\/strong> Finale Einkaufsmanagerindizes f\u00fcr Deutschland und die Eurozone \u2013 beide im kontraktiven Bereich. Dazu Erzeugerpreise der Eurozone f\u00fcr M\u00e4rz: erwartet wird ein Anstieg auf plus 1,6 Prozent nach zuvor minus 3,0 Prozent \u2013 ein markanter Umschwung. ADP-Besch\u00e4ftigungsbericht in den USA: plus 99.000 neue Jobs erwartet nach zuvor 62.000.<\/p>\n<p><strong>Donnerstag:<\/strong> Auftragseingang der deutschen Industrie f\u00fcr M\u00e4rz \u2013 erwartet plus 1,0 Prozent im Monatsvergleich. Einzelhandelsums\u00e4tze der Eurozone: plus 0,9 Prozent im Jahresvergleich erwartet.<\/p>\n<p><strong>Freitag:<\/strong> Industrieproduktion Deutschland f\u00fcr M\u00e4rz (erwartet plus 0,5 Prozent). Highlight der Woche: US-Non-Farm-Payrolls f\u00fcr April \u2013 erwartet werden plus 60.000 neue Stellen nach der positiven \u00dcberraschung im Vormonat mit 178.000. Die Arbeitslosenrate soll bei 4,3 Prozent verharren. Abschluss bildet das vorl\u00e4ufige Verbrauchervertrauen der Universit\u00e4t Michigan f\u00fcr Mai \u2013 erwartet 49,5 Punkte nach zuvor 49,8, ein historisch sehr schwacher Wert.<\/p>\n<h3>Hellmeyer der Woche KW19: Fazit f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>Die Analyse von Hellmeyer der Woche KW 19 zeichnet ein Bild geteilter Welten: W\u00e4hrend internationale Aktienm\u00e4rkte mit bemerkenswerter St\u00e4rke auf ein m\u00f6gliches Ende des Iran-Konflikts setzen, sendet der deutsche und europ\u00e4ische Datenkranz eindeutige Warnsignale. Strukturelle Wettbewerbsschw\u00e4che, eingeschr\u00e4nkte politische Handlungsf\u00e4higkeit und nicht konkurrenzf\u00e4hige Energiepreise sind keine kurzfristigen Ph\u00e4nomene \u2013 sie erodieren die industrielle Substanz schleichend.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anleger empfiehlt sich eine differenzierte Positionierung: Die Resilienz global agierender Unternehmen mit Preissetzungsmacht bietet Schutz in einem nominalen Inflationsumfeld. Gleichzeitig sollten die Risiken auf den Rentenm\u00e4rkten \u2013 insbesondere mit Blick auf die Refinanzierungsf\u00e4higkeit hoch verschuldeter Eurostaaten \u2013 nicht untersch\u00e4tzt werden. Die geopolitische Lage rund um den Iran bleibt der entscheidende Unsicherheitsfaktor der kommenden Wochen.<\/p>\n<p>The economic overview with current assessment short and concise \u2013 only here at <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer of the Week<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">Would you like to start every week with Folker Hellmeyer? Simply subscribe to the ftd.de newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> subscribe!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nDieser Artikel basiert ausschlie\u00dflich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.<\/p>\n<p>The contribution <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/merz-ohne-reform-spielraum-aktienmaerkte-trotzen-krisenlage-der-hellmeyer-der-woche-kw19\/\">Merz ohne Reform-Spielraum \u2013 Aktienm\u00e4rkte trotzen Krisenlage! 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