{"id":139531,"date":"2026-05-19T03:06:43","date_gmt":"2026-05-19T01:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/globale-krisen-stress-fuer-staatsschulden-der-hellmeyer-der-woche-kw21\/"},"modified":"2026-05-19T03:06:43","modified_gmt":"2026-05-19T01:06:43","slug":"globale-krisen-stress-fuer-staatsschulden-der-hellmeyer-der-woche-kw21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/globale-krisen-stress-fuer-staatsschulden-der-hellmeyer-der-woche-kw21\/","title":{"rendered":"Global Crises \u2013 Stress for Sovereign Debt! The Hellmeyer of the Week CW21"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die geopolitischen Spannungen nehmen in mehreren Krisenherden gleichzeitig zu \u2013 und die Finanzm\u00e4rkte reagieren zunehmend nerv\u00f6s. Nach einer Rekordserie an den Aktienm\u00e4rkten in der Vorwoche ist die Stimmung gekippt. In der laufenden Woche richten Anleger ihren Blick unter anderem auf Einkaufsmanagerindizes, auf die finale Berechnung der Euro-Inflation und die BIP-Daten aus Japan und Deutschland.<\/p>\n<h3>Das Trump-Xi-Treffen und die multilaterale Weltordnung<\/h3>\n<p>Das Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping dominierte die geopolitische Agenda der Vorwoche. Folker Hellmeyer wertet das Treffen als weiteres Signal einer sich herausbildenden multilateraleren Weltordnung. Der Ton zwischen den beiden Staatsm\u00e4nnern war konziliant \u2013 auch mit Blick auf Taiwan. Konkrete Ergebnisse umfassen Bestellungen von rund 200 Flugzeugen bei Boeing sowie zus\u00e4tzliche Agrargesch\u00e4fte im Umfang von rund 17 Milliarden US-Dollar zugunsten der amerikanischen Landwirtschaft.<br \/>\nBei den dr\u00e4ngenden Konfliktherden \u2013 Ukraine und Iran \u2013 blieben belastbare Ergebnisse aus. Hellmeyer weist darauf hin, dass intensive Diplomatie oft abseits der \u00d6ffentlichkeit stattfindet, und l\u00e4sst die M\u00f6glichkeit offen, dass hinter den Kulissen mehr besprochen wurde, als nach au\u00dfen drang.<\/p>\n<h3>Geopolitische Hotspots: Ukraine, Iran und ein neuer Konfliktherd<\/h3>\n<p>Der Ukraine-Krieg nimmt an Dynamik zu. Der Drohnenkrieg eskaliert auf beiden Seiten, die Zerst\u00f6rung der Energieinfrastruktur belastet nicht nur die beiden unmittelbar beteiligten L\u00e4nder, sondern hat R\u00fcckwirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Eine diplomatische L\u00f6sung erscheint derzeit, insbesondere angesichts der europ\u00e4ischen Positionierungen, nicht in Sicht.<br \/>\nBeim Irankonflikt ist die Lage nach Hellmeyers Einsch\u00e4tzung angespannter als je zuvor. Die Ann\u00e4herungsversuche sind abgek\u00fchlt, die Rhetorik hat sich versch\u00e4rft. Washington hat Teheran mit faktischer Vernichtung gedroht, sollte der Iran sich den US-Maximalforderungen nicht unterwerfen.<\/p>\n<p>Hellmeyer betont, dass Maximalforderungen dieser Art erfahrungsgem\u00e4\u00df keine tragf\u00e4hige Grundlage f\u00fcr Verhandlungen bilden. Die wirtschaftlichen Folgen einer weiteren Eskalation \u2013 von der Energieversorgung \u00fcber D\u00fcngemittel bis hin zur Heliumversorgung f\u00fcr die Mikrochip-Produktion \u2013 w\u00e4ren f\u00fcr die Weltgemeinschaft nach seiner Einsch\u00e4tzung gravierender als die des Ukraine-Kriegs.<\/p>\n<p>Neu auf der geopolitischen Agenda ist die Lage rund um Kuba. Die USA werfen Kuba vor, Drohnenangriffe auf amerikanischem Boden zu planen, und konstruieren damit nach Hellmeyers Analyse einen Vorwand f\u00fcr eine m\u00f6gliche weitere milit\u00e4rische Intervention. Hybride Wirtschafts- und Finanzkriege belasten die Insel ohnehin massiv; die Versorgungslage ist prek\u00e4r.<\/p>\n<h3>R\u00fcckblick: Wirtschaftsdaten der Vorwoche<\/h3>\n<p>Die makro\u00f6konomischen Daten der Vorwoche zeigten ein klares Auseinanderdriften zwischen den USA und der Eurozone. Die amerikanische Industrieproduktion legte im Jahresvergleich um 1,35 Prozent zu, w\u00e4hrend sie in der Eurozone um 2,1 Prozent schrumpfte. Die US-Einzelhandelsums\u00e4tze wuchsen nominell um 4,87 Prozent, bereinigt um die Verbraucherpreisinflation von 3,8 Prozent verbleibt ein reales Plus von rund 1 Prozent. Der New Yorker Einkaufsmanagerindex f\u00fcr das verarbeitende Gewerbe \u00fcberraschte positiv. Der NFIB-Gesch\u00e4ftsoptimismus-Index verbesserte sich leicht.<\/p>\n<p>Die Erzeugerpreise in den USA stiegen im Jahresvergleich um 6 Prozent \u2013 ein Niveau, das die Auswirkungen der Iran-Krise auf die Energiem\u00e4rkte widerspiegelt. Im April verzeichneten die USA einen Haushalts\u00fcberschuss von 215 Milliarden US-Dollar, was saisonal auf den Steuereingang zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>In der Eurozone wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Quartalsvergleich um lediglich 0,1 Prozent, im Jahresvergleich um 0,8 Prozent. Der ZEW-Index f\u00fcr Deutschland verbesserte sich von minus 17,2 auf minus 10,2 Punkte \u2013 ein Wert, der die zuletzt freundlichere B\u00f6rsenlage in der Befragungsphase widerspiegelte, die sich seitdem jedoch wieder eingetr\u00fcbt hat.<\/p>\n<p>Aus China kamen entt\u00e4uschende Zahlen: Die Industrieproduktion verlangsamte sich auf 4,1 Prozent nach zuvor 5,7 Prozent, der Einzelhandel wuchs nur noch um 0,2 Prozent nach 1,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote fiel jedoch auf 5,2 Prozent.<\/p>\n<h3>B\u00f6rsenlage und Rentenm\u00e4rkte: Warnsignal auf gelb<\/h3>\n<p>Nach einer Serie neuer Rekordhochs an den Aktienm\u00e4rkten in der Vorwoche ist die Stimmung in der laufenden Woche sp\u00fcrbar gedreht. Folker Hellmeyer hat die DAX-B\u00f6rsen-Ampel au\u00dfer der Reihe auf Gelb gesetzt \u2013 ein Signal erh\u00f6hter Wachsamkeit. Hellmeyer richtet den Blick dabei weniger auf die Aktienm\u00e4rkte als auf die Rentenm\u00e4rkte, die er als den eigentlichen Risikoherd identifiziert.<\/p>\n<p>Die Renditen 10-j\u00e4hriger Staatsanleihen im Vereinigten K\u00f6nigreich sind auf 5,18 Prozent gestiegen \u2013 das h\u00f6chste Niveau seit 2008. In Frankreich notieren sie bei 3,98 Prozent, nach 3,35 Prozent vor einem Jahr. In den USA liegen sie bei 4,63 Prozent, nach einem Tiefpunkt von rund 4,20 Prozent. Die entscheidende Frage ist nicht das Renditeniveau an sich, sondern seine Wechselwirkung mit der gestiegenen Staatsverschuldung. Frankreich hat seine Schuldenquote von 58,9 Prozent im Jahr 2000 auf 118,4 Prozent erh\u00f6ht. Das Vereinigte K\u00f6nigreich kam von 29,5 Prozent und liegt heute bei 103,4 Prozent. Damit entfalten selbst moderat steigende Renditen eine ungleich gr\u00f6\u00dfere Wirkung auf die Tragf\u00e4higkeit der \u00f6ffentlichen Finanzen als in fr\u00fcheren Zyklen.<\/p>\n<p>Hellmeyer bezeichnet die Situation Frankreichs als kritischer als die Griechenlands zur Zeit der Eurokrise \u2013 und mahnt, dass eine weitere Versteifung des Zinsniveaus in den kommenden Wochen und Monaten das Thema Systemkrise auf die Agenda heben k\u00f6nnte. Demgegen\u00fcber stehen China mit einer Rendite von 1,76 Prozent und Russland mit einer geringen Staatsverschuldung von 19,1 Prozent deutlich besser da.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<h4>Kernaussagen aus dem Video<\/h4>\n<p><strong>Geopolitik:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Das Trump-Xi-Treffen signalisiert eine zunehmend multilaterale Weltordnung<\/li>\n<li>Der Iran-Konflikt eskaliert rhetorisch; die Folgen w\u00e4ren f\u00fcr die Weltwirtschaft gravierender als die des Ukraine-Kriegs<\/li>\n<li>Kuba r\u00fcckt als neuer potenzieller Konfliktherd in den Blick<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Finanzm\u00e4rkte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>DAX-B\u00f6rsen-Ampel au\u00dfer der Reihe auf Gelb gesetzt<\/li>\n<li>Anleiherenditen in Europa auf Mehrjahresh\u00f6chstst\u00e4nden<\/li>\n<li>Systemkrisenpotenzial aufgrund hoher Staatsverschuldung und steigender Zinslast<\/li>\n<li>US-Wirtschaft deutlich robuster als die Eurozone<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Konjunktur:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Industrieproduktion Eurozone minus 2,1 Prozent im Jahresvergleich<\/li>\n<li>China entt\u00e4uscht mit nachlassendem Wachstum<\/li>\n<li>USA outperformen mit soliden Industrie- und Einzelhandelsdaten<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Hellmeyers Ausblick auf die Berichtswoche<\/h3>\n<p>Am <strong>Tuesday<\/strong> stehen die Bruttoinlandsprodukt-Daten aus Japan im Mittelpunkt: Erwartet wird ein Quartalswachstum von 0,4 Prozent, annualisiert entspricht das rund 1,7 Prozent \u2013 deutlich mehr als in der Eurozone. Ebenfalls publiziert wird die Handelsbilanz der Eurozone f\u00fcr M\u00e4rz; zuletzt belief sich der \u00dcberschuss nur noch auf 7 Milliarden Euro, nach fr\u00fcheren Werten zwischen 15 und 20 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>Am <strong>Wednesday<\/strong> folgen Lohndaten aus Japan sowie die finale Berechnung der Verbraucherpreise der Eurozone f\u00fcr April, die bei 3 Prozent best\u00e4tigt werden d\u00fcrfte. Am Donnerstag werden die Einkaufsmanagerindizes (Erstsch\u00e4tzungen) ver\u00f6ffentlicht: F\u00fcr Deutschland wird ein Wert von 48,4 Punkten f\u00fcr die Gesamtwirtschaft erwartet, f\u00fcr die Eurozone 48,8 Punkte \u2013 beide im kontraktiven Bereich. In den USA lag der entsprechende Index zuletzt bei 51,7 Punkten, weiteres leichtes Wachstum wird erwartet. Das Verbrauchervertrauen der Eurozone d\u00fcrfte sich auf minus 21 Punkte verschlechtern.<\/p>\n<p>Am <strong>Friday<\/strong> komplettiert unter anderem die detaillierte Berechnung des deutschen Bruttoinlandsprodukts den Datenkranz; die Erstsch\u00e4tzung von plus 0,3 Prozent im Quartalsvergleich soll best\u00e4tigt werden. Der GfK-Konsumklimaindex wird auf minus 34 erwartet, nach minus 33,3 \u2013 ein dramatisch niedriger Wert. Der ifo-Gesch\u00e4ftsklimaindex soll leicht auf 84,2 Punkte nachgeben. Aus den USA folgen die Fr\u00fchindikatoren des Conference Board (erwartet: minus 0,3 Prozent) sowie der finale Wert des Verbrauchervertrauen-Index der Universit\u00e4t Michigan, der mit 48,2 Punkten einen historischen Tiefstand markieren w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Fazit: Hellmeyer der Woche \u2013 Einsch\u00e4tzung f\u00fcr Anleger<\/h3>\n<p>Die Analyse von Hellmeyer der Woche KW21 mahnt zur Vorsicht. Die Kombination aus geopolitischer Eskalation, steigenden Anleiherenditen und strukturell schwachen Konjunkturdaten in Europa bildet ein Umfeld, das nicht untersch\u00e4tzt werden darf. Frankreichs Fiskalposition und die strukturelle Reformunf\u00e4higkeit in Teilen Europas sind nach Hellmeyers Einsch\u00e4tzung ein systemisches Risiko \u2013 kein konjunkturelles.<\/p>\n<p>Anleger sollten die Rentenm\u00e4rkte als Fr\u00fchindikator im Blick behalten. Eine weitere Versteifung der Rendite in Frankreich oder anderen hoch verschuldeten Eurostaaten k\u00f6nnte Verwerfungen ausl\u00f6sen, die weit \u00fcber die Finanzm\u00e4rkte hinauswirken. Wer global diversifiziert aufgestellt ist \u2013 mit Gewichtung auf konjunkturell robustere R\u00e4ume wie die USA oder Teile Asiens \u2013 ist f\u00fcr dieses Szenario besser ger\u00fcstet. Das Fenster f\u00fcr dringend notwendige strukturelle Reformen in Deutschland und Frankreich wird enger.<\/p>\n<p>The economic overview with current assessment short and concise \u2013 only here at <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer of the Week<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">Would you like to start every week with Folker Hellmeyer? Simply subscribe to the ftd.de newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> subscribe!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nDieser Artikel basiert ausschlie\u00dflich auf dem Transkript der Sendung Hellmeyer der Woche, Kalenderwoche 18. Die Inhalte dienen der journalistischen Information und stellen keine Anlageberatung dar.<\/p>\n<p>The contribution <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/globale-krisen-stress-fuer-staatsschulden-der-hellmeyer-der-woche-kw21\/\">Global Crises \u2013 Stress for Sovereign Debt! The Hellmeyer of the Week CW21<\/a> appeared first <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/\">ftd.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Die geopolitischen Spannungen nehmen in mehreren Krisenherden gleichzeitig zu \u2013 und die Finanzm\u00e4rkte reagieren zunehmend nerv\u00f6s. Nach einer Rekordserie an den Aktienm\u00e4rkten in der Vorwoche ist die Stimmung gekippt. In der laufenden Woche richten Anleger ihren Blick unter anderem auf Einkaufsmanagerindizes, auf die finale Berechnung der Euro-Inflation und die BIP-Daten aus Japan und Deutschland. 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