{"id":141426,"date":"2026-07-07T03:05:45","date_gmt":"2026-07-07T01:05:45","guid":{"rendered":"https:\/\/news.abusizz.ch\/herr-merz-wir-muessen-uns-realitaeten-stellen-der-hellmeyer-der-woche-kw28\/"},"modified":"2026-07-07T03:05:45","modified_gmt":"2026-07-07T01:05:45","slug":"herr-merz-wir-muessen-uns-realitaeten-stellen-der-hellmeyer-der-woche-kw28","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/herr-merz-wir-muessen-uns-realitaeten-stellen-der-hellmeyer-der-woche-kw28\/","title":{"rendered":"Herr Merz, wir m\u00fcssen uns Realit\u00e4ten stellen! Der Hellmeyer der Woche KW28"},"content":{"rendered":"<div>\n<div class=\"iframe-youtube-container\"><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der Iran-Konflikt bewegt weiter die Weltwirtschaft, aber die Lage beim \u00d6lpreis hat sich etwas entspannt. Entsprechend sind die Inflationsraten in Deutschland und der Eurozone im Juni zur\u00fcckgegangen. Die Bundesregierung hat ein Reformpaket vorgelegt, wobei die Pl\u00e4ne zum B\u00fcrokratieabbau positiv zu bewerten sind, steuerliche und strukturelle Ma\u00dfnahmen aber nicht ausreichen. Neben der Geopolitik liegt in der laufenden Woche der Fokus der M\u00e4rkte unter anderem auf der deutschen Industrieproduktion, der US-Handelsbilanz und den Erzeugerpreisen aus Japan.<\/p>\n<h3>Geopolitik und globale Wirtschaft: Fragiles Gleichgewicht<\/h3>\n<p>Die geopolitische Lage bleibt \u00e4u\u00dferst angespannt. Zwar werden die diplomatischen Gespr\u00e4che zur Entsch\u00e4rfung des Iran-Konflikts in den kommenden Tagen in Pakistan fortgesetzt, die Standpunkte der verhandelnden Parteien liegen jedoch nach wie vor weit auseinander. Gleichzeitig droht im anhaltenden Ukraine-Konflikt eine weitere milit\u00e4rische Eskalation, die von den Finanzm\u00e4rkten bisher nicht angemessen eingepreist wird. Eine rasche diplomatische L\u00f6sung zeichnet sich in naher Zukunft nicht ab.<\/p>\n<p>Diese ungel\u00f6sten Krisen bergen erhebliche Risiken f\u00fcr die globale Wirtschaft. Eine Ausweitung der milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen auf weitere Staaten w\u00e4re insbesondere f\u00fcr den europ\u00e4ischen Kontinent wirtschaftlich prek\u00e4r. Entspannung signalisieren hingegen die Rohstoffm\u00e4rkte. Die \u00d6lpreise notieren aktuell auf dem Niveau zu Beginn der Angriffe der USA und Israel auf den Iran, was sich d\u00e4mpfend auf die globalen Verbraucherpreise auswirkt.<\/p>\n<p>Die beschlossene F\u00f6rderausweitung der Opec Plus ab August um 188.000 Fass pro Tag tr\u00e4gt zus\u00e4tzlich zur Beruhigung bei. Dennoch mahnt Hellmeyer zur Vorsicht, da dieses Preisnetwicklung teilweise auf der zeitlich begrenzten Freigabe strategischer \u00d6lreserven beruht. Sollten sich jedoch die positive Prognose einer gro\u00dfen US-Bank bewahrheiten, die bis zum Jahresende \u00d6lpreise von 60 bis 65 US-Dollar in Aussicht stellt, w\u00fcrde dies die globale Inflationslage nachhaltig entlasten.<\/p>\n<h3>Makro\u00f6konomie und Politik: Deutschland im Reformstau<\/h3>\n<p>Der Blick auf die Makro\u00f6konomie zeigt ein international stark geteiltes Bild. W\u00e4hrend das globale verarbeitende Gewerbe laut dem entsprechenden Einkaufsmanager-Index von JP Morgan mit 52,2 Punkten weiterhin ein solides Wachstum verzeichnet, bereitet die deutsche Wirtschaft weiter Sorgen. Zwar sind die Ank\u00fcndigungen zum B\u00fcrokratieabbau sowie das neue Altersversorgungsprogramm ab dem Jahr 2027 positive Ans\u00e4tze, das gesamte Reformvolumen der Bundesregierung bleibt jedoch unzureichend.<\/p>\n<p>Um die strukturellen Defizite des Standorts nachhaltig zu beheben, w\u00e4re ein umfassendes Reformprogramm im Umfang von mindestens 7 Prozent der Wirtschaftsleistung erforderlich. Die derzeitigen steuerlichen Anpassungen der Regierung unter Friedrich Merz greifen hierbei zu kurz und entlasten die Unternehmen nicht im notwendigen Ausma\u00df. Es bedarf tiefgreifender Investitionsanreize, um die internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit der heimischen Wirtschaft wiederherzustellen und strukturelle Probleme an der Wurzel zu packen.<\/p>\n<p>Auch den Bundeshaushalt f\u00fcr das Jahr 2027 bewertet Hellmeyer kritisch. Die faktische Neuverschuldung betr\u00e4gt \u00fcber 200 Milliarden Euro, wenn man Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr Verteidigung und Infrastruktur einbezieht. Investitionen in Zukunftstechnologien fehlen. W\u00e4hrend Staaten wie Japan bis zum Jahr 2040 immense Summen von 2,3 Billionen US-Dollar mobilisieren, droht Deutschland ohne vision\u00e4re Gro\u00dfprojekte den Anschluss zu verlieren.<\/p>\n<h3>Finanzm\u00e4rkte und Europa: Frankreich als wachsendes Risiko<\/h3>\n<p>Auf den internationalen Finanzm\u00e4rkten pr\u00e4sentierten sich zuletzt durchwachsene US-Arbeitsmarktdaten. Der Stellenaufbau blieb mit 57.000 neuen Arbeitspl\u00e4tzen au\u00dferhalb der Landwirtschaft deutlich hinter den Erwartungen zur\u00fcck, wenngleich die Arbeitslosenquote leicht auf 4,2 Prozent sank. In der Eurozone fiel die Inflationsrate im Juni auf 2,8 Prozent, was prim\u00e4r auf die gesunkenen Energiekosten zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Deutschland verzeichnete einen R\u00fcckgang der Verbraucherpreise auf 2,4 Prozent.<\/p>\n<p>Ein substanzielles Risiko f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der W\u00e4hrungsunion stellt jedoch zunehmend Frankreich dar. Trotz einer niedrigen Inflationsrate von 2 Prozent deutet der franz\u00f6sische Einkaufsmanager-Index mit 47,2 Punkten auf eine gravierende wirtschaftliche Kontraktion hin. Die fehlende politische Reformf\u00e4higkeit und eine prognostizierte Staatsverschuldung von 118,4 Prozent im Jahr 2026 belasten die wirtschaftliche Dynamik Europas schwer und \u00fcbersteigen die historischen Risiken der ehemaligen s\u00fcdeurop\u00e4ischen Krisenstaaten deutlich.<\/p>\n<p>Gerade L\u00e4nder wie Spanien, Portugal und Griechenland, die harte Strukturreformen durchlaufen haben, f\u00fchren heute die Wachstumsstatistiken in der Eurozone an. Die B\u00f6rse reagiert auf die Schw\u00e4che im Kern Europas gelassen. Europ\u00e4ische Aktienindizes markierten zuletzt neue Rekorde, auch wenn die Performance im Vergleich zu den Handelspl\u00e4tzen in Asien und den USA unterproportional ausf\u00e4llt.<\/p>\n<div class=\"infobox\">\n<p><strong>Der Hellmeyer der Woche: Kernaussagen auf einen Blick<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Geopolitik: Die ungel\u00f6sten Konflikte im Nahen Osten und in Osteuropa bleiben untersch\u00e4tzte Risiken f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der globalen Wirtschaft.<\/li>\n<li>Wirtschaftspolitik: Deutschlands aktuelle Reformen und Haushaltspl\u00e4ne adressieren die tiefgreifenden strukturellen Standortprobleme nicht im notwendigen Ausma\u00df.<\/li>\n<li>Europ\u00e4ische Risiken: Die mangelnde Reformbereitschaft und die wirtschaftliche Schw\u00e4che Frankreichs entwickeln sich zu einer zentralen Belastung f\u00fcr die gesamte Eurozone.<\/li>\n<li>Asien: Japan und China verzeichnen \u00e4u\u00dferst solide Wachstumsdaten sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe.<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<h3>Prognosen und wichtige Termine f\u00fcr die Berichtswoche<\/h3>\n<p>In der laufenden Kalenderwoche stehen vergleichsweise wenige marktbewegende Termine an, die einen signifikanten Einfluss auf die B\u00f6rse haben d\u00fcrften. Am Dienstag richten sich die Blicke auf die deutsche Industrieproduktion, f\u00fcr die ein marginales monatliches Wachstum von 0,2 Prozent erwartet wird. Gleichzeitig wird f\u00fcr die USA ein hohes Handelsbilanzdefizit von \u00fcber 75 Milliarden US-Dollar prognostiziert, was die dortigen wirtschaftspolitischen Diskussionen neu befeuern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Am Donnerstag folgen wichtige Daten zu den Erzeugerpreisen aus Japan sowie die deutsche Handelsbilanz, die voraussichtlich einen \u00dcberschuss von 15 Milliarden Euro ausweisen wird. Den Abschluss der Handelswoche bilden am Freitag die finalen Berechnungen der deutschen Verbraucherpreise. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der vorl\u00e4ufige Wert von 2,4 Prozent best\u00e4tigt wird und keine negativen \u00dcberraschungen liefert.<\/p>\n<h3>Fazit: Rahmenbedingungen st\u00fctzen grundlegende Stabilit\u00e4t<\/h3>\n<p>Hellmeyers Fazit f\u00e4llt trotz der skizzierten Risiken konstruktiv aus. Die fundamentalen Rahmenbedingungen st\u00fctzen eine grundlegende Stabilit\u00e4t an den internationalen Finanzm\u00e4rkten. Anleger k\u00f6nnen weiterhin von einem leichten Aufw\u00e4rtspotenzial bei Aktien ausgehen, sofern die geopolitischen Krisenherde nicht \u00fcberraschend eskalieren. Die Renditen an den Anleihem\u00e4rkten sind zuletzt leicht gesunken, verharren aber f\u00fcr hoch verschuldete Staaten auf einem kritischen Niveau.<\/p>\n<p>The economic overview with current assessment short and concise \u2013 only here at <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/der-hellmeyer-der-woche\/\">Hellmeyer of the Week<\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\">Would you like to start every week with Folker Hellmeyer? Simply subscribe to the ftd.de newsletter <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/newsletter-anmeldung\">WEEKLY NEWS<\/a> subscribe!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-size: 12px;\">Disclaimer:<br \/>\nThis article is based exclusively on the transcript of the broadcast \"Hellmeyer der Woche\", calendar week 18. The content is for journalistic information and does not constitute investment advice.<\/p>\n<p>The contribution <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/videos\/weltwirtschaft-laeuft-deutschland-nicht-der-hellmeyer-der-woche-kw-27-2\/\">Herr Merz, wir m\u00fcssen uns Realit\u00e4ten stellen! Der Hellmeyer der Woche KW28<\/a> appeared first <a href=\"https:\/\/www.ftd.de\/\">ftd.de<\/a>.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Der Iran-Konflikt bewegt weiter die Weltwirtschaft, aber die Lage beim \u00d6lpreis hat sich etwas entspannt. Entsprechend sind die Inflationsraten in Deutschland und der Eurozone im Juni zur\u00fcckgegangen. Die Bundesregierung hat ein Reformpaket vorgelegt, wobei die Pl\u00e4ne zum B\u00fcrokratieabbau positiv zu bewerten sind, steuerliche und strukturelle Ma\u00dfnahmen aber nicht ausreichen. Neben der Geopolitik liegt in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[22,1],"tags":[],"class_list":["post-141426","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ft","category-topstory"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141426","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=141426"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/141426\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=141426"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=141426"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/news.abusizz.ch\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=141426"}],"curies":[{"name":"what","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}